# taz.de -- Gewalttat in Brandenburg: Trauer in Gosen
       
       > Die Gewalttat mit zwei Toten in Gosen war wohl eine Beziehungstat. Der
       > kleine Brandenburger Ort am Rand von Berlin steht unter Schock.
       
 (IMG) Bild: Vor der Schule, in der sich die Tat ereignete, haben Menschen Kerzen angezündet und Blumen abgelegt
       
       dpa/taz | Die [1][Gewalttat an einer Schule mit zwei Toten] hat den
       Brandenburger Ort Gosen-Neu Zittau am südöstlichen Rand von Berlin bis ins
       Mark erschüttert. „Das ist nichts, was normal ist an einer Schule“, sagte
       Michael Kunz, Sprecher der Academedia Education GmbH, die den „Campus
       Neu-Zittau“ mit Gymnasium, Oberschule und Fachoberschule betreibt. „Die
       Schülerin war allen gut bekannt.“ Es werde sehr schwer sein, zu irgendeiner
       Form der Normalität zurückzukehren, so Kunz.
       
       Die Schule ist am Freitag als Begegnungsraum und Ort der Trauer geöffnet.
       Mindestens die Hälfte der SchülerInnen kam laut Kunz am Vormittag teilweise
       mit Familienangehörigen zum Trauern. Noch am Donnerstagabend hatten sich
       weit über hundert Menschen an der Schule eingefunden, um Blumen
       niederzulegen, Kerzen anzuzünden und zu trauern. Viele Menschen weinten und
       hielten sich in den Armen.
       
       Nach ersten Erkenntnissen der Polizei handelt es sich um eine Beziehungstat
       gegen eine der beiden Toten – eine 18-jährige Frau. Bei der Tat starb auch
       ein 30-jähriger Kita-Erzieher. Ein 19-jähriger Tatverdächtiger sitzt in
       Polizeigewahrsam. Weitere Angaben zum möglichen Motiv und zum Tatwerkzeug
       machte die Polizei zunächst nicht. Nach Medienangaben soll es sich um ein
       Messer handeln.
       
       Die Kreisverwaltung Oder-Spree teilte mit, für die Schülerinnen, Schüler
       und Lehrkräfte auf dem Campus stünden am Freitag psychologische Fachkräfte
       und ein Notfallteam des Schulamts zur Verfügung. „Niemand soll mit dem
       Erlebten allein bleiben“, hieß es in einer Mitteilung. Man bitte darum,
       „den Betroffenen und ihren Familien jetzt den Raum zu lassen, den sie
       brauchen“.
       
       Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hatte bereits am
       Donnerstag seine Bestürzung zum Ausdruck gebracht: „Diese Tat erschüttert
       unser gesamtes Land. Meine Gedanken und mein tiefstes Mitgefühl sind in
       diesen schweren Stunden bei den Angehörigen der Opfer, ihren Familien und
       Freunden.“
       
       Der Regierungschef sagte, die Schulen sollten „ein Hort für unsere jungen
       Menschen“ sein. „Hier ist eine Schule zum Tatort einer unfassbaren
       Gewalttat geworden. Wir müssen zusammenstehen und den Hinterbliebenen sowie
       der gesamten Schulfamilie die Unterstützung bieten, die sie in dieser
       schweren Zeit benötigen“, so Woidke.
       
       28 Aug 2026
       
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