# taz.de -- Social-Media-Prozess: Meta und US-Bundesstaaten einigen sich auf Vergleich
> Im Prozess um Gefahren sozialer Medien für Kinder einigt sich
> Facebook-Mutterkonzern Meta mit den klagenden US-Bundesstaaten auf
> einen Vergleich.
(IMG) Bild: Instagram-Chef und Zeuge Adam Mosseri verlässt das Gericht am 25. August 2026
rtr/dpa/taz | Meta hat im Streit über die Gefahren sozialer Medien für
Kinder und Jugendliche mit zahlreichen US-Bundesstaaten einen Vergleich
geschlossen. Im Rahmen der Einigung zahlt der Facebook- und
Instagram-Mutterkonzern bis zu 16,68 Milliarden Dollar an die
Bundesstaaten, wie aus am Mittwoch veröffentlichten Gerichtsunterlagen
hervorgeht. Zudem verpflichtet sich Meta zu landesweiten Änderungen für
jugendliche Nutzer, darunter standardmäßige tägliche Zeitlimits und
nächtliche Zugangssperren.
Mit dem Vergleich entgeht das Unternehmen einem Prozess mit möglicherweise
deutlich weitreichenderen Folgen. Die geforderten Strafen schätzte Meta vor
Gericht auf bis zu 1,4 Billionen Dollar und nannte diese Summe
existenzbedrohend. Die Klägerseite ging von rund 200 Milliarden Dollar aus.
In dem zugrundeliegenden Verfahren vor einem Bundesgericht in Kalifornien
hatten 29 US-Bundesstaaten Meta vorgeworfen, seine [1][sozialen Netzwerke
gezielt so gestaltet zu haben, dass sie Minderjährige abhängig machen].
Meta habe laut der Generalstaatsanwältin Megan O’Neill „ausgenutzt“, wie
die Gehirne von Kindern und Jugendlichen funktionieren, habe gewusst, wie
schädlich die Produkte für junge Nutzer*innen sein können, und das
gezielt vertuscht. Der Konzern habe Verbraucher über die Sicherheit seiner
Plattformen getäuscht und persönliche Daten von Kindern gesammelt, um damit
KI-Modelle zu trainieren.
Der Generalstaatsanwalt des Bundesstaates Virginia, Jay Jones, bezeichnete
die Einigung nun auch als „monumentalen Sieg für den Schutz der
amerikanischen Kinder“: „Jahrelang hat Meta die Öffentlichkeit absichtlich
über die süchtig machenden und schädlichen Designmerkmale getäuscht, die
die psychische Gesundheit junger Menschen massiv beeinträchtigt haben“,
hieß es in einer Pressemitteilung.
Meta wies die Vorwürfe im Rahmen der Einigung erneut zurück und erklärte
zugleich, sich für den Schutz von Kindern auf seinen Plattformen
einzusetzen.
## Niederlagen vor Gericht häufen sich
Meta hatte zuletzt mehrere empfindliche Niederlagen vor US-Gerichten
einstecken müssen. So soll der Konzern nach einer Gerichtsentscheidung im
Bundesstaat New Mexico mehr als eine halbe Milliarde Dollar für Hilfen an
Kinder zahlen, die durch Nutzung sozialer Medien Schaden genommen haben.
Zudem müssen in dem Bundesstaat zusätzliche Einschränkungen für Nutzer im
Alter unter 18 Jahren eingeführt werden: Unter anderem sollen sie bei
Facebook und Instagram maximal 90 Stunden pro Monat verbringen können. Meta
will in Berufung gehen.
Im März verloren Meta und die Google-Videoplattform YouTube einen
potenziell wegweisenden Prozess um das Suchtpotenzial von Online-Diensten.
Geschworene in Los Angeles kamen zu dem Schluss, dass die Plattformen
fahrlässig handelten und Nutzer ungenügend über Risiken informierten. Auch
dieses Urteil wollen die Unternehmen kippen.
Beobachter*innen nennen die Klagewelle gegen die Social-Media-Giganten
einen „Big Tobacco Moment“, vergleichen den Kampf gegen potenziell
[2][süchtig machende Mechaniken] mit der Entwicklung der 1990er-Jahre, als
Gesellschaft und Gerichte die von Tabak verursachten Gesundheitsgefahren
diskutierten. Zuletzt klagten vermehrt direkt betroffene Eltern,
Schulbezirke, Kommunen und vor allem Jugendliche selbst, die für ihre
psychischen Erkrankungen Social-Media-Plattformen verantwortlich machen.
26 Aug 2026
## LINKS
(DIR) [1] /US-Staaten-gegen-Meta-Konzern/!6205537
(DIR) [2] /Vorwurf-gegen-Instagram/!6195037
## TAGS
(DIR) Big Tech
(DIR) Social Media
(DIR) Schwerpunkt Meta
(DIR) Jugendschutz
(DIR) Mark Zuckerberg
(DIR) USA
(DIR) GNS
(DIR) Reden wir darüber
(DIR) Social Media
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Social-Media-Sucht: Schuld sind nicht nur die bösen Konzerne
Wer Social-Media-Verbote für Kinder und Jugendliche fordert, sollte sein
eigenes Verhalten kontrollieren. Erwachsene sind hier oft kein gutes
Vorbild.
(DIR) US-Staaten gegen Meta: Ein Prozess, der Social Media verändern könnte
Vor allem Jugendliche und Kinder leiden unter Social-Media-Nutzung. In
Kalifornien beginnt nun ein Prozess gegen den US-Konzern Meta.