# taz.de -- IWF: Weltwirtschaft robust trotz Energieschock
> Die Weltwirtschaft hat den Energieschock besser verkraftet als
> befürchtet. Doch der IWF warnt vor Inflation, hohen Schulden und neuen
> Risiken.
(IMG) Bild: Der Handel läuft noch: Container sind am Heck eines Containerschiffs gestapelt
rtr | Die Weltwirtschaft hat den durch den [1][Irankrieg] ausgelösten
Energieschock nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF)
besser verkraftet als befürchtet. Allerdings äußerte der IWF Bedenken
hinsichtlich der sich verschlechternden Haushaltslage in einigen Ländern.
Es gebe ein „Tauziehen“ zwischen den negativen Folgen der Energiekrise und
dem durch künstliche Intelligenz (KI) getriebenen Investitionsboom, sagte
IWF-Chefin Kristalina Georgieva am Dienstag im Vorfeld des
G20-Finanzministertreffens im US-Bundesstaat North Carolina. Die Schließung
der Straße von Hormus habe dank der Freigabe von Öl- und Gasreserven,
einer geringeren Nachfrage sowie dem Ausbau erneuerbarer Energien weniger
drastische Auswirkungen gehabt.
Georgieva warnte aber vor Selbstzufriedenheit. „Der Energieschock ist nicht
vorbei“, sagte sie mit Blick auf die Ölpreise. Diese bewegen sich derzeit
zwischen 80 und 90 Dollar pro Barrel (159 Liter), nachdem sie im Frühjahr
in der Spitze bei über 118 Dollar gelegen hatten. Vor Beginn des von den
USA und Iran begonnenen Krieges Ende Februar lagen sie bei rund 70 Dollar.
Ein erneuter Preisanstieg könnte die Inflation weiter anheizen und die
Zentralbanken zwingen, die Zinsen hochzuhalten oder anzuheben. Das würde
die Kosten für den Schuldendienst in die Höhe treiben und das
Wirtschaftswachstum bremsen. Die IWF-Chefin forderte alle Staaten auf,
glaubwürdige Pläne zur Konsolidierung ihrer Haushalte vorzulegen. Zwar
nannte sie keine einzelnen Länder, jedoch waren die Renditen 30-jähriger
US-Staatsanleihen in der vergangenen Woche auf den höchsten Stand seit 19
Jahren gestiegen.
## Die Rolle Chinas
Auch müssten übermäßige globale Ungleichgewichte abgebaut werden, die zu
Handelsspannungen führten, sagte Georgieva weiter. Der IWF fordert seit
Langem, dass etwa China sein Wachstumsmodell stärker auf die
Binnennachfrage ausrichtet, anstatt die Weltmärkte mit billigen
Exportgütern zu überschwemmen.
Neue Konjunkturprognosen legte die IWF-Chefin nicht vor. Im Juli hatte der
Währungsfonds seine Vorhersage für das weltweite Wachstum im Jahr 2026 auf
drei Prozent gesenkt und vor weiteren Risiken durch den Krieg im Nahen
Osten gewarnt. Die nächste Aktualisierung der Prognosen wird für Mitte
Oktober bei der Jahrestagung von IWF und Weltbank in Bangkok erwartet.
26 Aug 2026
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