# taz.de -- Minenunglück in Zentralafrika: Unter Massen von Schlamm begraben
       
       > Beim Einsturz einer Goldmine in der Zentralafrikanischen Republik wurden
       > mehr als 100 Menschen verschüttet. Die Zahl der Toten ist noch unklar.
       
 (IMG) Bild: Goldschürfer in der Ndassima-Mine in der Zentralafrikanischen Republik (Archivbild)
       
       Entlang der Grenze zwischen der Zentralafrikanischen Republik und Kamerun
       ist am Dienstag eine Goldmine eingestürzt, dabei wurden mehr als hundert
       Menschen verschüttet. Die endgültigen Todeszahlen seien noch immer nicht
       bekannt, berichten Hilfsarbeiter und Behörden vor Ort, da die
       Bergungsmaßnahmen noch immer andauerten, so die Angaben von Mitarbeitern
       des Roten Kreuzes vor Ort.
       
       Handyvideos, die in den sozialen Medien viral gingen, zeigen das ganze
       Ausmaß der Katastrophe: Darauf sieht man Tausende junge Männer, einige
       womöglich noch Kinder, in einer gewaltigen Grube knietief im Matsch stehen,
       um per Hand das Gold auszuwaschen. Plötzlich rutscht eine Schlammlawine den
       Hang hinab und begräbt diejenigen, die in der Senke der Grube stehen.
       [1][Im Hintergrund hört man panische Schreie.]
       
       Die Goldmine liegt in der Gegend rund um den Ort Zamboye, knapp 50
       Kilometer entfernt von der Kleinstadt Baboua in der Zentralafrikanischen
       Republik. Von Baboua sind es rund 50 Kilometer auf der Überlandstraße bis
       an die Grenze zu Kamerun – einer wichtigen Lebensader und Handelsroute für
       das zentralafrikanische Land.
       
       Der Goldabbau findet in der Zentralafrikanischen Republik noch immer
       weitestgehend manuell statt. Mit Spitzhacken und Schaufeln graben junge
       Männer ohne genügend Schutzausrüstung und Sicherheitsvorkehrungen Löcher in
       die Erde und heben Tunnel aus. Laut Angaben der Staatsanwaltschaft von
       Baboua, die nun Ermittlungen eingeleitet hat, seien zunächst die
       unterirdischen Tunnel eingestürzt und hätten dadurch den Erdrutsch
       verursacht. Die Regenzeit setzt langsam in der Region ein und weicht die
       Erde auf. Im Juni war bereits in der nahe gelegenen Ortschaft Be-Mbari eine
       Goldmine eingestürzt, dabei wurden Dutzende Menschen verschüttet.
       
       ## Hoch im Kurs
       
       Unter den Toten und Verschütteten in Zamboye seien auch Männer aus dem
       benachbarten Kamerun, so Grégoire Mvongo, Gouverneur der angrenzenden
       ostkamerunischen Region. Gegenüber dem kamerunischen Radiosender CRTV
       stellte er klar, dass man „in enger Zusammenarbeit mit unseren
       zentralafrikanischen Kollegen daran arbeitet, die Folgen dieser Tragödie zu
       bewältigen“.
       
       Zentralafrikas Goldreserven stehen derzeit hoch im Kurs. Auf der Suche nach
       einem Einkommen lockt der hohe Goldpreis arbeitslose Bevölkerung in Massen
       in die Gruben. Aufgrund des hohen Goldpreises auf dem Weltmarkt bemühen
       sich die russischen Söldner der Gruppe Wagner, die in der
       Zentralafrikanischen Republik stationiert sind, um die völlige Kontrolle
       des offiziellen aber auch des informellen Goldexports.
       
       Laut des jüngsten Berichts der Global Initiative against Transnational
       Organized Crimes (GI-TOC), ein Thinktank, der grenzübergreifende,
       organisierte Kriminalität unter die Lupe nimmt, wurden 2025 rund sieben
       Tonnen Gold offiziell ausgeführt, fast die dreifache Menge als im Jahr
       zuvor.
       
       ## Industrielle Förderung
       
       Die Russen haben jüngst in zahlreichen Goldgruben des Landes angefangen,
       das Edelmetall auch industriell zu fördern. In anderen Regionen kauft
       Wagner Gold von Schürfern. Diese waschen das Gold per Hand aus und
       verkaufen es dann an die Goldexportfirma Sigma Gold.
       
       Die Firma fliegt große Mengen Gold offiziell mit russischen Flugzeugen
       weiter nach Dubai aus, wo das Gold eingeschmolzen wird. „In unserer Analyse
       sind wir zu dem Schluss gekommen, dass die Russen zwar in alle Sektoren
       investiert haben“, so Ruben de Koning, Autor des oben genannten Berichts,
       gegenüber der taz. „Aber letztendlich scheint der lukrativste Sektor der
       Goldsektor zu sein.“
       
       20 Aug 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://x.com/Existenzse/status/2090140740924108810/video/2
       
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 (DIR) Simone Schlindwein
       
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