# taz.de -- Birgit Möhring ist tot: Nicht nur Kasse machen wollen
> Als Chefin des Liegenschaftsfonds und später der BIM war Birgit Möhring
> eine wichtige Akteurin einer anderen Stadtentwicklungspolitik.
(IMG) Bild: Birgit Möhring und der damals noch amtierende Co-Geschäftsführer Matthias Hardinghaus im Haus der Statistik
Birgit Möhring ist tot. Die Geschäftsführerin der landeseigenen Berliner
Immobilien Management GmbH (BIM) ist am 15. August nach schwerer Krankheit
gestorben, teilte das Unternehmen mit. Sie wurde 63 Jahre alt. „Der
plötzliche Tod von Birgit Möhring hat uns alle tief getroffen. Meine
Gedanken sind bei ihrer Familie und dem Team der BIM“, [1][erklärte der
Aufsichtsratsvorsitzende der BIM, Staatssekretär Wolfgang Schyrocki].
Birgit Möhring war seit 2015 Chefin der BIM und damit die Hüterin der
landeseigenen Immobilien. 5.000 Gebäude bewirtschaftet die Gesellschaft mit
ihren 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Unter ihnen sind Rathäuser,
Feuerwehrwachen, Polizeidienststellen, aber auch außergewöhnliche
Immobilien wie das Haus der Statistik in Mitte.
Vor seiner Fusion mit der BIM leitete Möhring die Geschäfte des Berliner
Liegenschaftsfonds. Der war unter anderem zuständig für den Verkauf
landeseigener Immobilien und Grundstücke. In Möhrings Amtszeit fiel auch
eine stadtentwicklungspolitische Kehrtwende. Statt die Grundstücke
meistbietend zu verkaufen, sollte auch das Konzept des Käufers eine Rolle
spielen.
## Stadtentwicklungspolitische Kehrtwende
Den Boden für diese neue Liegenschaftspolitik hatte unter anderem ein
Runder Tisch vorbereitet, dem auch der heutige Finanzsenator Stefan Evers
(CDU) angehörte. „Ich habe sie als kluge Ratgeberin und verlässliche
Partnerin sehr geschätzt“, teilte Evers mit. „Ihr Tod ist ein großer
Verlust für die BIM und für das Land Berlin.“
Gleich zu Beginn ihrer Tätigkeit in der BIM war in Mitte das Haus der
Statistik besetzt worden. Dass es inzwischen [2][zu einem Ort wurde, in dem
KünstlerInnen, Projekte, aber auch das Finanzamt Mitte und bald das Rathaus
des Bezirks ihr Zuhause haben werden], ist auch Möhrings Verdienst.
„Mit ihr verliert Berlin eine engagierte und hochkompetente Streiterin für
eine Bodenpolitik, bei der immer das Gemeingut und öffentliche Interesse im
Mittelpunkt stehen“, [3][teilten die Fraktionsvorsitzenden der Grünen,
Werner Graf und Bettina Jarasch, mit]. „Wirtschaftliche Nachhaltigkeit und
soziale oder kulturelle Anliegen waren für Frau Möhring eben keine
Gegensätze, sondern zwei Seiten einer Medaille.“
Auch die Initiative Stadtneudenken, die den Runden Tisch
Liegenschaftspolitik ins Leben gerufen hat, trauert um Birgit Möhring. „Als
Geschäftsführerin der BIM war sie über zehn Jahre stets eine verlässliche
Ansprechpartnerin“, sagte die Initiative dem Tagesspiegel. „Wir wünschen
uns, dass die BIM diesen Weg im Sinne einer offenen und partizipativen
Stadtentwicklung weiterführt.“
Nach dem Tod von Möhring ist die BIM derzeit führungslos. Von ihrem
Co-Geschäftsführer Matthias Hardinghaus hatte sich die Gesellschaft im Juni
2026 getrennt. „Die BIM bleibt handlungsfähig“, betonte Aufsichtsratschef
Wolfgang Schyrocki. „Der Aufsichtsrat wird nun in enger Abstimmung mit dem
Gesellschafter unverzüglich alle notwendigen Entscheidungen treffen.“
19 Aug 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.bim-berlin.de/presse/details/bim-trauert-um-geschaeftsfuehrerin-birgit-moehring
(DIR) [2] /Haus-der-Statistik/!t5273705
(DIR) [3] https://gruene-fraktion.berlin/pressemitteilungen/trauer-um-birgit-moehring/
## AUTOREN
(DIR) Uwe Rada
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