# taz.de -- momentaufnahmen: Wenn es auch mal etwas gnädiger geht
       
       Der Spätsommer hat auch im Prinzenbad Einzug gehalten. Es ist sonnig, aber
       kühl, und das Freibad mitten in Berlin-Kreuzberg ist nur spärlich besucht.
       Sogar die Pommesbude gönnt sich einen Ruhetag, wer Hunger hat, wird aber in
       der [1][legendären Cafeteria] nebenan mit belegten Schrippen, Kuchen und
       Süßkram versorgt.
       
       Die wenigen Gäste, die an diesem Nachmittag hier sind, liegen sowieso wie
       Eidechsen auf den Steinterrassen, die sich tribünenartig neben dem
       50-Meter-Becken erheben. Denn die wärmt die Sonne den ganzen Tag. Da nimmt
       man gern in Kauf, dass hier im Innenbereich am Wasser – anders als auf der
       großen Liegewiese – strikte Vorschriften gelten: keine Straßenschuhe, nicht
       essen, nicht rauchen.
       
       Dafür ist es eben warm, von oben wie von unten. So lässt sich der
       Herbstblues noch ein wenig fernhalten. Ein Gast raucht genüsslich seine
       Selbstgedrehte. Oh je! Der Bademeister, bekannt für seine ruppige Berliner
       Schnauze, nähert sich schon. Aber bei dem sonst gestrengen Regelhüter macht
       sich offenbar Entspannung zum Saisonende breit.
       
       „Bitte heimlich rauchen!“, ermahnt er den Herrn. Hanno Fleckenstein
       
       29 Aug 2026
       
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