# taz.de -- was für eine woche: „Musialas Körper ist zum Spekulationsobjekt geworden“
Johannes Kopp
Geht’s noch? Rücksicht auf seine Privatsphäre wünscht sich der deutsche
Fußballnationalspieler und FC-Bayern-Profi Jamal Musiala. Doch er erfährt
in diesen Tagen das krasse Gegenteil. Alle möglichen Ärzte, Psychologen,
Mitspieler, Vereinsangestellte werden zu Musialas Körper befragt und geben
bereitwillig Auskunft. Es ist in den Medien das Sportthema der Woche.
Zweimal ist Musiala auf dem Spielfeld ohne äußeren Anlass
zusammengebrochen. Natürlich hat das Fragen aufgeworfen. Und der Spieler
hat sie beantwortet: Es handelte sich um behandelbare Absencen, die auf
eine neurologische Dysfunktion zurückzuführen sind. Kein Drama. Und nun
wolle er das Thema im vertrauten Kreis halten.
Denkste! Sein Körper ist in diesen Tagen zum öffentlichen
Spekulationsobjekt geworden. Die Geschichten verkaufen sich offenbar
bestens. Der verbreitete Hang zum Unfallgaffertum lässt sich an diesem
Beispiel bestens beobachten. Lasst endlich Jamal Musiala in Ruhe! Schon
diese wenigen Zeilen in dieser Angelegenheit sind eigentlich zu viel. Aber
die massiven Grenzüberschreitungen lassen sich leider kaum ignorieren.
22 Aug 2026
## AUTOREN
(DIR) Johannes Kopp
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