# taz.de -- was für eine woche: „Dobrindt hat sich in eine Sackgasse manövriert“
       
       Frederik Eikmanns 
       
       Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat die stationären Kontrollen
       an den deutschen Grenzen verlängert: Im März 2027 sollen sie jetzt ein Ende
       haben. Aber wer soll das noch glauben? Es ist ja nicht das erste Mal, dass
       die Bundesregierung das Ausstiegsdatum spontan nach hinten verlegt.
       Ursprünglich sollten die Bundespolizist*innen schon vor Monaten ihre
       Posten räumen.
       
       Dobrindt hat sich in eine Sackgasse manövriert. Sollte er die
       Grenzkontrollen irgendwann wieder lockern, kann er sich sicher sein, dass
       dies von der AfD ausgeschlachtet wird. Also lieber noch mal verlängern, so
       lautet wohl das Kalkül des Innenministers. Und noch mal. Nur: Auch so
       stärkt der Minister die Rechtsextremen. Mit jedem Tag, an dem die
       Bundespolizei an den Grenzen steht, zerbröselt das Projekt eines liberalen
       und vereinten Europas weiter.
       
       Das Ende der Binnengrenzkontrollen 1985 machte die damalige Europäische
       Gemeinschaft als positive Kraft im Leben der Menschen erfahrbar. Dass es an
       vielen Grenzen jetzt wieder lange Staus gibt, zeigt, wie erfolgreich die
       Rechten das europäische Projekt unterminieren, indem sie die Konservativen
       vor sich hertreiben.
       
       22 Aug 2026
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Frederik Eikmanns
       
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