# taz.de -- Machado ist nicht dabei: Regierung und Opposition in Venezuela nehmen offiziellen Dialog auf
> Unter Schirmherrschaft der USA beginnt in Venezuela ein Dialog über die
> politische Zukunft des Landes. Eine bekannte Oppositionelle fehlt am
> Tisch.
(IMG) Bild: Die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado
afp | Regierung und Opposition in Venezuela haben offiziell einen von den
USA vermittelten Dialog aufgenommen – allerdings ohne Oppositionsführerin
und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado. Am Ende der ersten
Sitzung am Donnerstag (Ortszeit) teilten beide Seiten in Onlinediensten
mit, sie würden eine „politische, friedliche, demokratische und
verfassungsgemäße Lösung“ anstreben. Die [1][Delegation der Opposition]
wird von der lange im Exil lebenden Ex-Abgeordneten Dinorah Figuera
angeführt.
Bei den Gesprächen solle es um die Stärkung der Demokratie und die Garantie
politischer Rechte gehen, hieß es vor dem Zusammentreffen. Zudem solle
gemeinsam über das weitere Vorgehen [2][nach dem schweren Doppelerdbeben]
gehen, bei dem Ende Juni mehr als 6.000 Menschen ums Leben kamen. Nach der
ersten Sitzung teilte die Opposition mit, der Dialog „zielt darauf ab,
Stabilisierung, politische Versöhnung und einen friedlichen Übergang zu
erreichen“.
Die Gespräche stehen unter Schirmherrschaft der USA, viele Venezolaner
hoffen auf einen politischen Übergangsprozess hin zu Neuwahlen. „Diese
direkten Gespräche bieten eine einzigartige Gelegenheit“, erklärte das
US-Außenministerium in einer Stellungnahme. Die Regierung in Washington
betonte die Bedeutung des Erreichens von „Stabilisierung, wirtschaftlicher
Erholung und politischer Versöhnung sowie eines friedlichen Übergangs“.
Die Gespräche finden inmitten politischer Unsicherheit statt: Im Januar war
Venezuelas linksnationalistischer Präsident Nicolás Maduro [3][bei einem
US-Militäreinsatz in der Hauptstadt Caracas gefangengenommen und in die USA
gebracht worden]. Er sitzt in New York in Haft, wo ihm wegen
„Drogenterrorismus“ der Prozess gemacht werden soll. US-Präsident Donald
Trump hatte nach Maduros Sturz gesagt, Venezuela stehe nun unter der
Kontrolle der USA.
## Dinorah Figuera statt Machado
Maduros Stellvertreterin Delcy Rodríguez wurde inzwischen zur
Übergangspräsidentin ernannt, sie wird von den USA gestützt – und nach
Ansicht von Experten unter Druck gesetzt. Ihr Bruder, Parlamentspräsident
Jorge Rodríguez, steht bei dem nun begonnenen Dialog der
Regierungsdelegation vor.
Figuera, die Leiterin der Delegation der Opposition, war erst am Mittwoch
nach Venezuela zurückgekehrt. Sie hat Veränderungen am Obersten Gerichtshof
und am Nationalen Wahlrat gefordert. Beide Institutionen waren dafür
kritisiert worden, Maduros umstrittene Wiederwahl im Jahr 2024 bestätigt zu
haben. Die Opposition wies das Ergebnis damals zurück, reklamierte den Sieg
für sich und sprach von Wahlbetrug.
Friedensnobelpreisträgerin Machado wurde nicht zu den Gesprächen
eingeladen. Sie gab an, sich dem Prozess nicht in den Weg zu stellen. „Ein
demokratischer Übergang in Venezuela wird unsere Freiheit und unseren
Wohlstand wiederherstellen“, erklärte sie im Onlinedienst X. Damit werde
„ein vitaler und verlässlicher Verbündeter für die nationale Sicherheit der
USA und die Stabilität in der Region“ geschaffen.
Trotz ihrer Bemühungen um seine Unterstützung soll US-Präsident Trump
Berichten zufolge sein Veto gegen Machados Rückkehr nach Venezuela
ausgesprochen haben. Washington weist diese Behauptung zurück. Zugleich hat
Trump immer wieder seine Zufriedenheit mit Übergangspräsidentin Rodríguez
zum Ausdruck gebracht.
7 Aug 2026
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