# taz.de -- „Mein Haus wird keine Wärmedämmung bekommen“
       
       > Sekretärin, 49 Jahre alt, wohnt in Esslingen am Neckar und arbeitet in
       > Stuttgart
       
       Seit drei Jahren wohne ich in einer Maisonettewohnung im dritten Stock
       eines Altbaus. Eigentlich fühle ich mich da recht wohl – eigentlich. Aber
       seit fast vier Wochen nicht mehr. In meinem knapp 40 Quadratmeter großen
       Schlafzimmer direkt unter dem Dach zeigt das Thermometer fast
       kontinuierlich über 40 Grad an. Im Raum darunter ist es kaum kühler. Da
       helfen auch mehrere Ventilatoren nichts. Das fühlt sich an wie eine
       Fangopackung.
       
       Das Haus hat keine Wärmedämmung und wird auch keine bekommen. Es steht
       unter Denkmalschutz. Wegen der Überhitzung leide ich unter Schlaflosigkeit
       und kann mich nur mit Mühe konzentrieren. Mir fehlt deshalb die Energie, um
       meinen Alltag geschmeidig zu bewältigen.
       
       Normalerweise erledige ich einen Teil meiner Arbeit im Homeoffice. Das
       erspart mir die oft staulastige Anfahrt nach Stuttgart. Außerdem verbrauche
       ich so weniger Sprit, da freut sich dann die Haushaltskasse.
       
       Arbeiten zu Hause bei dieser Gluthitze ist aber auch eine Zumutung. Ich
       trinke dann viel Wasser, zwischendurch gehe ich auch schnell mal unter die
       Dusche. Und ich benetzte häufiger meine Unterarme mit kaltem Wasser. Das
       kommt während einer Zoomkonferenz bei den anderen Teilnehmer*innen
       allerdings weniger gut an. Gleiches gilt, wenn man legere, lockere
       Bekleidung trägt, etwa ein leichtes Top oder ein dünnes T-Shirt. Da hat
       sich ein Kollege neulich doch etwas irritiert gezeigt. Also habe ich meine
       Tätigkeiten wieder an meinen Schreibtisch in der Firma verlagert. Da sind
       die Räume klimatisiert, da lässt es sich gut aushalten.
       
       Weil die Hitze im Sommer zu einem Dauerproblem werden könnte, habe ich
       schon überlegt, mir eine neue Wohnung zu suchen. Doch es findet sich keine,
       die bezahlbar ist. Also lautet die Devise wohl erst einmal: Weiter
       schwitzen!
       
       Protokoll: Barbara Oertel
       
       8 Aug 2026
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Barbara Oertel
       
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