# taz.de -- herzensort: Tief unten wartet der Fluss
       
       Korsika wird „Île de Beauté“ genannt, Insel der Schönheit. Und es stimmt:
       Das Meer mit seinen vielen Blautönen, die feinsandigen Strände, die
       bewaldeten Berge, die schroffen Klippen, all das ist wunderschön. Nur
       hätten wir vielleicht nicht unbedingt im Juli hinfahren sollen. Schon am
       Vormittag wurde es so warm, dass wir uns nur mühsam durch die Macchia
       schleppten, so heißt das Gebüsch, das große Teile der Insel bedeckt. Bleibt
       man halt im Schatten und liest, könnte man denken. Aber leider ist das mit
       dem Denken in der Hitze auch nicht so leicht.
       
       Umso herrlicher war es im Asco-Tal zwischen hohen Bergen im Inselinneren.
       Wir kraxelten zwischen Bäumen den Hang hinunter, mit jedem Meter wurde es
       kühler. Ganz unten sucht sich der Fluss zwischen größeren und kleineren
       Felsen seinen Weg. Wir badeten im glasklaren eisigen Wasser, sprangen von
       Felsen in natürliche Becken, lagerten im Schatten auf glatten, hellgrauen
       Steinen.
       
       Als wir wieder aus dem Tal auftauchten, war die größte Hitze vorbei. Die
       lauen korsischen Sommerabende, die hätte ich nicht missen wollen. Antje
       Lang-Lendorff
       
       15 Aug 2026
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Antje Lang-Lendorff
       
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