# taz.de -- was für eine woche: „Nur schade, dass es dann kalt sein wird, vielleicht Eisregen fällt“
Sophie Fichtner
Hitzeschutz wird in Deutschland bislang behandelt wie eine glitschige
Kröte. Keiner will die Sache so richtig in die Hand nehmen. Der Bund
verweist an die Länder – Föderalismus und so. Die Länder sehen die Kommunen
in der Pflicht, die aber haben leere Kasse und fordern finanzielle
Unterstützung, um Hitzeschutzmaßnahmen umzusetzen. Plätze verschatten,
Trinkbrunnen bauen, Klimaanlagen installieren – all das kostet.
Mit einem Wort möchte Umweltminister Carsten Schneider (SPD) diese
Verantwortungsrangelei jetzt beenden, er will Klimaanpassung zur
„Gemeinschaftsaufgabe“ erklären. Endlich! Dann dürfte der Bund Geld in
Hitzeschutzmaßnahmen pumpen, die die Kommunen alleine nicht finanzieren
können – und vernachlässigen, weil sie freiwillig sind. Bevor der
Hitzeschutz aber gemeinschaftlich angegangen werden kann, muss über eine
Änderung im Grundgesetz abgestimmt werden.
Schneider möchte in den nächsten Monaten vorschlagen, wie diese Änderung
aussehen könnte. Nur schade, dass es dann kalt sein wird, vielleicht
Eisregen fällt und viele Bundestagsabgeordnete die mittlerweile 12.500
Hitzetoten dieses Sommers vergessen haben werden.
15 Aug 2026
## AUTOREN
(DIR) Sophie Fichtner
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