# taz.de -- Malik Yannick auf Instagram: Echter Klassenkampf
       
       > Wie tief reicht Klassismus und was ist Armuts-Cosplay? Darüber spricht
       > das Arbeiterkind Malik Yannick auf Instagram.
       
 (IMG) Bild: Linke Studis ohne Klassenbewusstsein nerven Malik Yannick am meisten
       
       Wie geht eigentlich echter Klassenkampf von unten? Eine zentrale Frage, die
       sich Linke immer wieder stellen und darüber philosophieren. Das
       Reflektieren über die eigene Klasse und Privilegien, die damit einhergehen,
       kommt allerdings oft zu kurz. Das findet zumindest Malik Yannick.
       
       Auf seinem Instagram-Account @malik.yannick spricht er darüber, wie es ist,
       [1][als Arbeiterkind] einer alleinerziehenden Mutter in Ostdeutschland
       aufzuwachsen und zu studieren. Er teilt seine Erfahrungen über das Leben
       mit Hartz IV und das Studieren mit „Bürgis“ – wie er mit liebevoller Ironie
       Menschen aus dem gutbürgerlichen Milieu nennt.
       
       „Eine Sache, die mich an der Uni am meisten nervt, sind linke Studis
       [2][ohne Klassenbewusstsein]. Studis, die so tun, als wäre ‚arm sein‘ ein
       Lifestyle und als würde es dazugehören, wenn man links sein will“, sagt er
       in einem seiner ersten Videos.
       
       Armuts-Cosplay helfe niemanden. „Um links zu sein und den Klassenkampf von
       unten zu unterstützen, musst du nicht arm sein, sei einfach ehrlich“, so
       Malik. Wer sich hier ertappt fühlt, dem seien die 42 Beiträge des
       Influencers als Lektüre empfohlen.
       
       ## Arme Menschen sind nicht abstrakt
       
       Auch wenn Malik teils nur in größeren Abständen Videos veröffentlicht,
       bringt er seine Takes in den Videos immer genau auf den Punkt. Er prangert
       gut situierte Linke an, die sich oft lieber mit Klassenkampf schmücken, als
       ihn wirklich zu führen. Zu oft werden die [3][Debatten über
       gesellschaftliche Teilhabe], Ressourcen und Chancen vorbei an gelebter
       Realität und nur in einem theoretischen und akademischen Setting geführt,
       so Malick.
       
       Dabei seien arme Menschen nicht abstrakt, sondern reale Menschen, mit denen
       man reden kann, die man einbeziehen kann. Es müsse nur ein Umdenken und
       Reflektieren stattfinden.
       
       Mit seinem Content hält er seinen Follower*innen auf charmante und
       ehrliche Art den Spiegel vor. Zusammenfassend lässt sich sagen: Arm sein
       ist nicht cool, realer Klassenkampf aber schon.
       
       „malik.yannick“, Instagram
       
       7 Aug 2026
       
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