# taz.de -- momentaufnahmen: Wenn die Erste Hilfe arg unbeholfen ist
       
       Sehnsüchtig reden die Mitbewohner*innen über Klettersteig-Touren. Mir
       wird schon von den Videos schwindlig, in denen strahlende Kletterer sich
       über in den Fels geschlagene Eisenstufen an Abhängen entlanghangeln. In die
       Sächsische Schweiz komme ich trotzdem mit. Und während die anderen Helme
       aufsetzen und Karabiner in die Sicherungshaken klicken, um über die
       Häntzschelstiege an den Affensteinen aufzusteigen, wandere ich unten um die
       Felsen herum.
       
       Durch die „Wilde Hölle“ gehe ich ihnen wieder entgegen. Als der Weg auch
       hier nur noch über Eisenhaken weiterführt, setze ich mich in den Schatten
       und hole mein Buch heraus. Da sprechen mich drei Männer an: „Deinen
       Freunden geht’s gut, wir haben beim Verarzten geholfen, wir hatten Pflaster
       dabei“, sagen sie. Wohl um mich zu beruhigen. Nervös schreibe ich den
       Mitbewohner*innen.
       
       Die Steige und Stiegen haben sie gut geschafft. Doch einer ist tatsächlich
       verletzt: Gestolpert über einen Ast an der flachsten Stelle, ein Begleiter
       sprang zur Hilfe und rammte ihm dabei den Bügel der Sonnenbrille ins
       Gesicht. Zum Glück traf er nicht ins Auge, sondern nur dicht daneben. Uta
       Schleiermacher
       
       8 Aug 2026
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Uta Schleiermacher
       
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