# taz.de -- was für eine woche: „Wer mit dem Finger nur auf andere zeigt, übernimmt keine Verantwortung“
       
       Katrin Gottschalk 
       
       Insta-Inszenierung können die drei Ministerpräsidenten der CDU in
       Ostdeutschland. Das versuchen Michael Kretschmer, Sven Schulze und Mario
       Voigt gerade jedenfalls zu vermitteln. Aber warum wirken sie dabei wie
       Mäuse, die auf einem Tisch tanzen, weil die Katze gerade nicht da ist?
       
       Kretschmer und Voigt haben nichts zu verlieren. Sie gewinnen [1][durch ihre
       Forderung nach Erhalt der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren]
       vielmehr etwas überregionale Aufmerksamkeit. Für Sven Schulze steht in
       Sachsen-Anhalt dagegen gerade alles auf dem Spiel. Er hätte sich an dieser
       kleinen Aufführung besser nicht beteiligt. Auch die Wahlkampftour mit Didi
       Hallervorden stärkt ihn nicht. Hallervorden schießt darin gegen Kanzler und
       Regierung und setzt damit den Ton. Zu einem Kabarettisten passt das. Einem
       amtierenden Ministerpräsidenten raubt diese Inszenierung allerdings die
       Glaubwürdigkeit. Wer mit dem Finger nur auf andere zeigt, übernimmt
       schließlich keine Verantwortung.
       
       Die AfD skizziert sehr präzise, was sie konkret in Sachsen-Anhalt verändern
       möchte. Eine echte Machtgeste läge für Schulze darin, überzeugende
       Gestaltungsideen auf den Tisch zu legen, statt nur darauf herumzutanzen.
       
       8 Aug 2026
       
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