# taz.de -- +++ Nachrichten im Ukrainekrieg +++: Russland feuert wieder ballistische Raketen auf Kyjiw
       
       > Das russische Militär hat erneut mit ballistischen Raketen angegriffen.
       > Dabei wurden mindestens zwei Menschen getötet und fünf weitere verletzt.
       
 (IMG) Bild: Nach russischen Angriffen mit ballistischen Raketen: Ein Feuerwehrmann ist in Kyjiw auf dem Gelände eines Lagers im Einsatz
       
       ## Russland feuert wieder ballistische Raketen auf Kyjiw
       
       Das russische Militär hat die ukrainische Hauptstadt Kyjiw in der Nacht ein
       weiteres Mal mit ballistischen Raketen angegriffen und dabei nach
       ukrainischen Behördenangaben mindestens zwei Menschen getötet. Nach
       Auskunft von Bürgermeister Vitali Klitschko bei Telegram gab es zudem sechs
       Verletzte. „Darunter ist auch ein 16-jähriger Junge“, schrieb er. Die
       Drohnen schlugen demnach in zwei Stadtteilen ein.
       
       In einem Lager im Westen der Stadt und einem unbewohnten Haus in einem
       östlichen Stadtbezirk seien Brände ausgebrochen, teilte Klitschko mit.
       Angaben der ukrainischen Luftwaffe zufolge feuerte das russische Militär in
       zwei Wellen mindestens acht Raketen auf die Drei-Millionen-Einwohner-Stadt
       und ihre Umgebung ab.
       
       Die neuen Angriffe erfolgten sich einen Tag nach dem Besuch von
       EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Kyjiw. Die Explosionen
       erschütterten die Hauptstadt kurz nach Mitternacht. Zuvor hatte die
       ukrainische Luftwaffe vor dem Anflug mehrerer ballistischer Raketen
       gewarnt. Am Himmel über Kyjiw waren helle Lichtblitze zu sehen, darauf
       folgte ein halbes Dutzend Detonationen, wie Journalisten der
       Nachrichtenagentur AFP berichteten.
       
       Kyjiw ist seit Juni verstärkt Ziel russischer Angriffe mit schwer
       abzufangenden ballistischen Raketen. In der Ukraine fehlen vor allem
       PAC-3-Raketen für die US-Flugabwehrsysteme vom Typ Patriot, die für das
       Abfangen ballistischer Raketen unerlässlich sind. Zuletzt erklärten sich
       mehrere europäische Staaten bereit, zusammen mit dem osteuropäischen Land
       ein neues Abwehrsystem gegen ballistische Raketen zu produzieren.
       
       Ballistische Raketen sind aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit schwieriger
       abzuwehren als Marschflugkörper, die von den Angreifern besser manövriert
       werden können und wegen ihrer geringen Flughöhe nicht so leicht vom Radar
       der Luftabwehr zu erfassen sind. Während die ukrainische Flugabwehr eine
       relativ hohe Trefferquote gegen russische Drohnen und Marschflugkörper hat,
       ist sie gegen ballistische Raketen weitgehend machtlos. (afp/dpa)
       
       ## Starmer reist zu Abschiedsbesuch in die Ukraine
       
       [1][Großbritanniens scheidender Premierminister Keir Starmer] ist am
       Donnerstag zu einem Abschiedsbesuch in die Ukraine gereist. Starmer, der
       aller Voraussicht nach am Montag den Amtssitz in der Londoner Downing
       Street verlässt, werde in Kyjiw Gespräche mit dem ukrainischen Präsidenten
       Präsident Wolodymyr Selenskyj führen, teilte die britische Regierung mit.
       Starmer genießt international hohes Ansehen, unter anderem für sein
       Engagement im Ukrainekonflikt und seinen Einsatz für die Nato.
       
       Großbritannien ist einer der vehementesten Unterstützer der Ukraine bei
       ihrer Verteidigung gegen den seit mehr als vier Jahren andauernden
       russischen Angriffskrieg. Es wird erwartet, dass sich daran auch nach dem
       Wechsel an der Spitze der britischen Regierung nichts ändert. „Unsere
       unerschütterliche Unterstützung für die Ukraine wird stets Bestand haben“,
       erklärte Starmer laut einer Mitteilung seines Büros.
       
       Sein designierter Nachfolger Andy Burnham dürfte am Freitag zum neuen
       Labour-Vorsitzenden gekürt werden und drei Tage später das Amt des
       Premierministers übernehmen, das in Großbritannien traditionell an den
       Parteivorsitz gekoppelt ist. Damit dürfte Burnham am kommenden Montag
       Starmer als Premierminister in der Downing Street 10 ablösen. Burnham wäre
       somit Großbritanniens siebter Premierminister in zehn Jahren – und der
       fünfte seit Beginn des Ukrainekrieges. (afp)
       
       ## Erneut Tote nach russischen Angriffen in Saporischschja
       
       Im südostukrainischen Gebiet Saporischschja sind mindestens fünf Zivilisten
       durch russische Angriffe getötet worden. Allein in der gleichnamigen
       Gebietshauptstadt seien 3 Menschen ums Leben gekommen und 15 verletzt
       worden, teilte der Gouverneur der Region, Iwan Fedorow, bei Telegram mit.
       Zuvor hatte er über zwei getötete Männer infolge von Angriffen mit
       ferngesteuerten Drohnen in der frontnahen Stadt Orichiw informiert. (dpa)
       
       ## Russland wirft Ukraine Tötung von Chefingenieur des AKW Saporischschja
       vor
       
       Russland hat der ukrainischen Armee vorgeworfen, den Chefingenieur des
       [2][Atomkaftwerks Saporischschja] „gezielt“ getötet zu haben. Alexander
       Jakowlow sei bei einem Drohnenangriff getötet worden, erklärte am Mittwoch
       der russische Atomkonzern Rosatom, der das in von Moskau kontrolliertem
       Gebiet in der Ukraine liegende Kraftwerk beaufsichtigt. Es habe sich um
       einen „gezielten Terroranschlag des Kyjiwer Regimes“ gehandelt.
       
       Jakowlow und sein Fahrer wurden den russischen Angaben zufolge getötet, als
       „eine Drohne der ukrainischen Streitkräfte“ ein Dienstfahrzeug in der Nähe
       des Kraftwerks getroffen habe. Jakowlow habe „sein ganzes Leben der
       Kernenergie gewidmet und sei gewissermaßen an seinem Gefechtsposten
       gestorben“, erklärte Rosatom-Chef Alexej Lichaschow. Auf den
       Telegram-Kanälen des Kraftwerks und auch von Rosatom war Jakowlow zuvor nie
       erwähnt worden. (afp)
       
       ## Selenskyj will Chef von Energiekonzern als Ministerpräsidenten
       
       Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will den bisherigen Leiter
       eines staatlichen Energiekonzerns zum Regierungschef machen. Den Antrag zur
       Ernennung von Serhij Korezkyj zum Ministerpräsidenten reichte er im
       Parlament ein, wie Parlamentspräsident Ruslan Stefantschuk bei Facebook
       schrieb. „Das Parlament wird ihn in Kürze entsprechend dem festgelegten
       Verfahren prüfen“, fügte er hinzu. Wann die Abstimmung darüber erfolgen
       soll, gab Stefantschuk nicht bekannt. Es wird davon ausgegangen, dass sie
       bereits am Donnerstag erfolgt.
       
       Korezkyj leitete bisher den staatlichen Energiekonzern Naftogaz. Selenskyj
       hatte ihn zuvor bei einer Pressekonferenz im Hinblick auf die laufenden
       Vorbereitungen für den kommenden Winter als besonders geeignet bezeichnet.
       (dpa)
       
       16 Jul 2026
       
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