# taz.de -- Gewalttat mit zwei verletzten Mädchen: Ermittler sehen „extremistische Tatmotivation“ in Schongau
> Den Messerangriff an einem bayerischen Gymnasium überlebten zwei Mädchen
> nur knapp. Immer mehr spricht für ein rechtsextremes Motiv des
> tatverdächtigen 16-Jährigen.
(IMG) Bild: Schwerbewaffnete Polizisten nach der Amoktat am Welfen-Gymnasium in Schongau am 8. Juli
Die Hinweise verdichten sich, dass die Gewalttat von Schongau letzte Woche
einen rechtsextremen Hintergrund hatte. Am Dienstag wurde bekannt, dass die
Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus
(ZET) in München die Ermittlungen gegen den 16-jährigen mutmaßlichen Täter
übernommen hat.
Zwar teilt die Stelle offiziell nur mit, es gebe Hinweise auf eine
„extremistische Tatmotivation“. Indirekt stärkt sie damit aber den Verdacht
des Rechtsextremismus, der nach der Tat schnell aufgekommen war, als ein
mutmaßliches Tätermanifest im Netz auftauchte.
Bei dem Angriff letzten Mittwoch wurden zwei Mädchen am Schongauer
Welfen-Gymnasium schwer verletzt. Als mutmaßlicher Täter wurde ein
Mitschüler festgenommen. Er soll mit einem Messer auf die beiden
eingestochen haben, nachdem eine Pistole zuvor nach einem Schuss versagt
hatte. Eines der Opfer überlebte offenbar nur, weil Mitschüler*innen
Erste Hilfe leisteten.
Der Tatverdächtige wurde von Lehrkräften und Polizist*innen
überwältigt. Die Generalstaatsanwaltschaft München, bei der die
Extremismus-Zentralstelle angesiedelt ist, wirft dem Jugendlichen nun
zweifachen versuchten Mord und schwere Körperverletzung vor.
## Behörden sprachen von Amok
In den Stunden und Tagen nach der Tat hatten die Sicherheitsbehörden stets
von einer Amoktat gesprochen und damit einen unpolitischen Hintergrund
nahegelegt. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte zunächst vor
allem [1][mögliche psychische Probleme des Täters] betont.
Am unpolitischen Charakter der Tat kamen allerdings Zweifel auf, als das
mutmaßliche Manifest im Netz auftauchte, aus dem der Spiegel [2][ausgiebig
zitierte]. Neben Beleidigungen gegen Mitschüler*innen und Lehrkräfte
soll das Dokument auch Drohungen gegen Frauen, Muslime, Homosexuelle und
Transpersonen beinhalten.
## Waffe angeblich aus dem 3D-Drucker
Und: Der Autor soll sich als „rechtsgerichtet“ und als „faschistischen
Akzelerationisten“ bezeichnen. Gleichzeitig soll sich der Autor aber laut
Spiegel auch explizit von der AfD und allen anderen politischen Parteien
distanzieren.
Ob das Manifest nun der Grund dafür ist, dass die Extremismusstelle die
Ermittlungen übernimmt, ist unklar. Die Sprecherin teilte mit, wegen der
laufenden Ermittlungen werde man vorerst keine weiteren Details mitteilen.
Nicht bestätigt ist damit auch, ob der mutmaßliche Täter tatsächlich
versuchte, seine Tat per Video im Internet zu streamen, wie es nach der Tat
verschiedentlich geheißen hatte.
Woher er die Waffen für seine Tat hatte, ist auch noch offen. Bei der
Pistole soll es sich aber laut Medienberichten um eine Konstruktion aus
einem 3D-Drucker handeln.
Klar ist aber: Der Tatverdächtige war in den letzten Jahren bereits
mehrfach aufgefallen. So hatten Polizei und Staatsanwaltschaft bereits
letzte Woche mitgeteilt, es sei bereits zweimal gegen den Jugendlichen
ermittelt worden. Er soll Mitschüler*innen bedroht und im Netz
Amokläufe verherrlicht haben.
14 Jul 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Gastkommentar-Psychische-Erkrankungen/!5494691
(DIR) [2] https://www.spiegel.de/panorama/justiz/schongau-in-bayern-19-seitiges-hassdokument-nach-gewalttat-aufgetaucht-a-2368b670-8471-48e5-afc6-d1e92d70e602
## AUTOREN
(DIR) Frederik Eikmanns
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