# taz.de -- Berliner Programm für Chancengleichheit: Senat hält an Frauenförderung fest
       
       > Berlins Wissenschaftslandschaft soll diverser werden: Ein bestehendes
       > Programm zur Förderung von Chancengerechtigkeit soll weitergeführt
       > werden.
       
 (IMG) Bild: „Mutter des Erfolgs“, sagt Ina Czyborra (SPD), Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege, über das Förderprogramm
       
       Berlin ist Vorreiter, was die Gleichstellung von Frauen in der Wissenschaft
       angeht. Als „Mutter des Erfolgs“ bezeichnet Ina Czyborra (SPD), Senatorin
       für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege das Berliner
       Chancengleichheitsprogramm (BCP). Der Senat hat am Dienstag nun dessen
       Fortsetzung bis 2032 beschlossen.
       
       Zu Beginn der Pressekonferenz nach der Senatssitzung betont Czyborra einmal
       mehr die Wichtigkeit von Gleichstellung in Forschung und Lehre. „Jede
       begabte Frau, die nicht die Chance bekommt, ihr volles Potenzial
       auszuschöpfen und ihre wissenschaftliche Tätigkeit erfolgreich
       fortzuführen“, sei „ein Verlust für uns alle.“ Gerade in einer Zeit, die
       von Debatten um Ressourcen geprägt ist, sieht Czyborra in der Weiterführung
       des BCPs ein „starkes Zeichen für Chancengerechtigkeit in der Berliner
       Wissenschaftslandschaft“.
       
       Im Jahr 2001 wurde das BCP vom Berliner Senat eingerichtet, welches seitdem
       ein wichtiges Instrument der Gleichstellungspolitik im Bereich der
       Hochschulen ist. Insgesamt werden jährlich 3,57 Millionen Euro von Senat
       und Hochschulen bereitgestellt, um strukturelle Hürden abzubauen und Frauen
       gezielt zu fördern, wie der Presseerklärung zu entnehmen ist.
       
       Das Center für Geschlechterverhältnisse in der Wissenschaft (CEWS) stellt
       seit 2003 ein [1][bundesweites Gleichstellungsranking der Hochschulen] zur
       Verfügung. Die Senatorin stellt den Spitzenplatz, den Berlin dort innehat,
       positiv heraus. Der Frauenanteil bei Professuren, so führt sie an, sei
       gestiegen: Er lag im Jahr 2024 bei 37 Prozent.
       
       Dennoch sei damit noch nicht genug getan, sagt die Senatorin mit Blick auf
       strukturelle Barrieren in der Wissenschaft: „Wir wissen, dass Leistungen
       von Frauen immer noch anders bewertet werden als die von Männern.“ Auch
       seien Frauen besonders in Fächern wie Mathematik, Informatik,
       Naturwissenschaften und Technik noch immer deutlich unterrepräsentiert:
       „Wir müssen uns bei unseren Förderinstrumenten auf die Fächer fokussieren,
       wo der Frauenanteil noch unter 25 Prozent liegt“, sagt Czyborra.
       
       Zu diesen Förderinstrumenten gehören zum Beispiel sogenannte vorgezogene
       Nachfolgeberufungen von Frauen: Diese erlauben es den Hochschulen,
       Professuren schon zwei Jahre bevor der jeweilige Lehrstuhl frei wird, neu
       zu besetzen – Ziel ist es, den Anteil von Frauen auf Professuren zu
       erhöhen. „Wir haben die Förderziele stärker für intersektionale
       Perspektiven geöffnet“, gibt Cansel Kiziltepe (SPD), Senatorin für Arbeit,
       Gleichstellung und Antidiskriminierung in einer Presseerklärung zum
       Senatsbeschluss bekannt.
       
       Laura Neugebauer, Sprecherin für Wissenschaft und Queerpolitik bei den
       Grünen, zeigt sich zwar froh darüber, dass das Projekt nicht gänzlich
       aufgegeben werde, äußert jedoch Zweifel an der Umsetzbarkeit der gemachten
       Ankündigungen: „Im Haushalt wurde im Bereich Gleichstellung am Projekt um
       100.000 Euro gekürzt.“ Das sei zusammen mit den Gesamtkürzungen im
       Wissenschaftsbereich vor allem schädlich für die Karriere auf dem Weg zur
       Professur, warnt Neugebauer – wodurch letztlich noch mehr planbare
       Karrierewege, insbesondere für Frauen, wegfallen würden.
       
       14 Jul 2026
       
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 (DIR) [1] https://www.gesis.org/cews/daten-und-informationen/gender-monitoring/hochschulrankings-und-gleichstellung
       
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