# taz.de -- was für eine woche: „Stand Kretschmer früher nicht selbst wie eine Brandmauer gegen die AfD?“
Simone Schmollack
In einer idealen Welt braucht niemand Brandmauern. Allen demokratischen
Parteien ist klar: Mit rechtsextremen Parteien wird nicht koaliert. Aber
die Landtagswahlen im September finden in der realen Welt statt, unter
anderem in Sachsen-Anhalt. Dort droht ein Durchmarsch der AfD – und
CDU-Ministerpräsident Sven Schulze schließt eine Zusammenarbeit mit dieser
Partei klugerweise aus. Doch plötzlich biegt Michael Kretschmer, sein
Kollege aus dem benachbarten Sachsen, um die Ecke und krakeelt, wer heute
noch über Brandmauern rede, habe „die Zeichen der Zeit nicht erkannt“.
Äh, wie jetzt? Was ist denn mit dem los? Stand Kretschmer früher nicht
selbst wie die personifizierte Brandmauer gegen eine Zusammenarbeit mit der
AfD? Jedenfalls ist einer seiner Sätze fast schon so was wie ein
sächsisches Mantra: „Eine Partei wie die AfD schadet dem Land.“
Vielleicht sollte man ihn daran erinnern und ihm zuflüstern, dass er
sinkenden Zuspruch zur CDU nicht mit einer Hinwendung zur rechtsextremen
Partei auffängt. Am besten legt man ihm noch die jüngste Forsa-Umfrage auf
den Tisch: 58 Prozent der Menschen lehnen eine Koalition mit der AfD ab.
Das ist nicht ideal, aber doch real.
25 Jul 2026
## AUTOREN
(DIR) Simone Schmollack
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