# taz.de -- Brandbrief von Berliner Mietern: Mall of Shame mit Schimmel
> Mieter:innen der High-Deck-Siedlung in Neukölln beklagen die
> schlechten Wohnverhältnisse – und dass die landeseigene Howoge nichts
> unternehme.
(IMG) Bild: Die High-Deck-Siedlung in Neukölln galt mal als Modellprojekt für Wohnen im Einklang mit der Natur
Die Fotos, die auf einer Tafel angepinnt sind, zeigen Schimmel an den
Wänden, defekte Wasserleitungen und Ratten in den Kellerräumen. „Das ist
unsere Mall of Shame“, sagt Fatma Ismail. Sie ist Sprecherin der
Kiezinitiative High-Deck-Siedlung. In den frühen 1980ern galt die Siedlung
auf beiden Seiten der Sonnenallee in Neukölln als Modellprojekt für Wohnen
im Einklang mit der Natur. Die Decks genannten Gänge zwischen den Häusern
gaben ihr den Namen. Doch schon seit Jahren beklagen viele der
Bewohner*innen die schlechten Wohnverhältnisse in der Siedlung.
Das zeigte sich am Dienstagnachmittag auf der Kundgebung am Eingang der
Siedlung, zu der rund 50 Bewohner*innen gekommen sind. Doch schon über
600 Mieter*innen der [1][High-Deck-Siedlung] haben einen der taz
vorliegenden Brandbrief unterzeichnet, in dem zahlreiche Mängel aufgelistet
sind, die auch auf der Fotowand zu sehen sind: Wasserschäden,
Schimmelbildung, undichte Fenster und defekte Heizungen gehören ebenso dazu
wie die mangelnde Kommunikation mit der Howoge.
[2][Das landeseigene Unternehmen hatte große Teile der High-Deck-Siedlung
2021 von Vonovia gekauft]. Kritiker*innen bemängeln, der Preis sei
damals viel zu hoch gewesen und sei auch der Grund für die Beschwerden der
Mieter*innen, die seitdem nicht abreißen. Schon im August 2023 beschäftigte
sich das Abgeordnetenhaus nach einer Anfrage des Abgeordneten der
Linkspartei Niklas Schrader mit den Mängeln. Drei Jahre später hat die
Kritik der Mieter*innen noch zugenommen. Doch jetzt bekommen sie
Unterstützung von einem Kiezprojekt, das in Kooperation mit der Initiative
Deutsche Wohnen und Co. Enteignen und dem Berliner Mieter*innenverein
entstanden ist.
Jonathan Welker vom Kiezprojekt High-Deck-Siedlung erklärt, dass man seit
einigen Monaten in der Siedlung Haustürgespräche führe, um die
Bewohner*innen bei ihren Rechten zu unterstützen. Im Gespräch mit der
taz erklärt Welker auch, warum nicht noch mehr Bewohner*innen auf der
Kundgebung waren. Erst bei den Befragungen sei klar geworden, wie
unterschiedlich die Bewohner*innen sind. „In der Siedlung wohnen viele
alleinerziehende Mütter. Für die sind Termine am frühen Abend ungünstig,
weil sie dann ihre Kinder betreuten. Daher überlegen wir jetzt, unsere
Treffen auf die Vormittage zu legen“, sagt er.
## Howoge zeigt sich gesprächsbereit
Gleich nach der Kundgebung machen sich mehrere kleine Gruppen mit
Klemmbrettern auf den Weg zu den Häusern, um weitere Unterschriften für den
Brandbrief zu sammeln. Wenn 1.000 Unterschriften erreicht sind, soll der
Howoge der Brief übergeben werden.
Die Howoge-Geschäftsführung gibt sich auf taz-Nachfrage gesprächsbereit.
„Grundsätzlich führen wir Gespräche mit allen Beteiligten, die an einem
sachlichen und konstruktiven Austausch interessiert sind“, heißt es in der
Stellungnahme. Auf der Kundgebung am Dienstagnachmittag wäre Gelegenheit
dazu gewesen.
9 Jul 2026
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## AUTOREN
(DIR) Peter Nowak
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