# taz.de -- Ausstellung in der Gropius-Schule: Zurück zum Ursprung
> Die sanierungsbedürftige Schule in Gropiusstadt beherbergte einst eine
> Bauhaus-Werkstatt. Im Rahmen einer Austellung sind Spuren wieder sichtbar
> gemacht worden.
(IMG) Bild: Die Walter-Gropius-Schule
Eine Schule, eingebettet in Grün, in Gropiusstadt in Berlin-Neukölln.
Dorthin kehrte am vergangenen Freitag die Ausstellung „Eine soziale Frage.
Die Walter-Gropius-Schule in Neukölln“ vom temporären Bauhaus-Archiv
zurück.
Viel Licht sowie die Verbindung von Innen- und Außenraum gehörten zu den
Grundsätzen der Bauhaus-Bewegung. Typisch für die Kunstschule waren zudem
die Werkstätten. Letztere gab es einst auch an der Gropius-Schule,
erkennbar durch Aufschriften wie „Weberei“ oder „Fotowerkstatt“ an manchen
Türen. Vieles, was an das Bauhaus erinnert, ist heute nur noch zu erahnen.
Denn trotz Denkmalschutz befindet sich die Schule in einem schlechten
baulichen Zustand.
Auf die dringend notwendige Sanierung aufmerksam macht das Projekt in
Kooperation mit dem Bauhaus-Archiv, der Fachhochschule Potsdam unter der
Leitung von Professor Wiebke Loeper und dem ehemaligen Schuldirektor Lars
Neumann. Design-Studierende der FH Potsdam haben 13 Projekte entwickelt und
den sozialen Raum der Schule reflektiert. Die Lebendigkeit von Kindern
einfangen, davor aber noch bei allen Eltern die Einverständniserklärung
einholen? Ein Jahr lang ließen sich die Initiator:nnen Zeit, um zwischen
Potsdam und der Gropiusstadt hin-und herzufahren, zu recherchieren,
Gespräche zu führen, zu fotografieren.
„Uns war es wichtig, dass die Schule sichtbarer wird“, sagt Designstudentin
Monique Petermann. Und das ist auch erklärtes Ziel der Schule.
## Schule als Lichtblick
Entstanden sind künstlerische Darstellungen, in denen es um die Räume
selbst, um Pflanzen, um Freund:innenschaften geht. Im Zuge des Projekts
wurde auch ein lange verwaistes Terrarium neu aufgewertet. Es trägt den
Titel „Lichtblick Schule“ und verweist darauf, dass die Schule für manche
Kinder einen solchen in einem ansonsten eher tristen Alltag darstellen
kann. Das sanierte Stück bereitet Freude, auch den Lehrpersonen: „Endlich,
endlich ist dieser Ort wieder leuchtend“.
Die fotografische Reihe „Weil ich ein Mädchen bin“ hat eine Reihe alter
Zertifikate links vom Lehrer:innenzimmer ersetzt. Die porträtierten
jungen Frauen blicken in der Arbeit von Kimli Kaya Balzer selbstbewusst in
die Kamera. Direkt hinter dem Lehrer:innenzimmer befindet sich die
fotografische Arbeit von Monique Petermann. Sie stellte Material aus
Archiven ihren analogen Fotografien gegenüber. Auf manchen Bildern ist es
gar nicht so leicht festzustellen, aus welcher Zeit sie stammen. Auf einem
verrät der Lidl-Kalender das Jahr 2025.
Ein Stockwerk höher befindet sich die filmische Arbeit „[1][Aus Haut, Glas
und Beton]. Louise Bianchi, Annalu Grunwald, und Mathilda Fee Sanchez
porträtieren darin das Leben in der Gropiusstadt. Vom Flur aus erhascht man
noch einen Blick durch die großen Fenster ins Grüne. Wie viel schöner wären
diese Räumlichkeiten, wenn sie saniert würden? Man mag gar nicht daran
denken. Und hofft mit, dass das Projekt der Schule und der möglichen
Sanierung mehr Aufmerksamkeit bringt.
Vor dem Verlassen des Gebäudes ein letzter Blick ins Fotolabor. Angepriesen
wurde es schon zu Beginn: „Heute eröffnen wir nicht nur diese Ausstellung,
sondern auch einen kleinen Schatz in unserer Schule“ kündigte Schulleiter
Stephan Witzke an. Nach 12 Jahren, in denen es nur zweimal benutzt wurde,
soll es bald auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Wie
übrigens auch die Ausstellung, die sich über Besuchende freut.
7 Jul 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://youtu.be/ujzeMTW4lL4
## AUTOREN
(DIR) Rahel Bueb
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