# taz.de -- Sex im Freundeskreis: Ein alter Bekannter
> Bei einem Grillabend mit Kolleg:innen taucht plötzlich ein auffälliger
> Name in der Dating-App auf. Unserer Kolumnistin kommt er vage bekannt
> vor.
(IMG) Bild: „Why not, denke ich, lasse ich mich eben darauf ein.“
Der Name war ungewöhnlich, eine seltene Abkürzung. Er rief eine Erinnerung
in mir wach, an einen Abend in einer Bar, bestimmt 15 Jahre her, ein Mann
mit Basecap, ein Freund meines damaligen Freundes.
Nun ploppte dieser Name über einem Foto in meiner Dating-App auf, zusammen
mit einer Frage, an die ich mich nicht erinnere. Er ploppte hinein [1][in
einen Grillabend] mit Kolleg:innen, ich schaute zwischendurch aufs Handy,
in die App, vielleicht war es ein Moment der Langeweile, vielleicht auch
die Lust auf ein bisschen Aufregung, denn eine Dating-App öffnen, während
Kolleg:innen daneben sitzen, fand ich etwas verwegen.
Nach nur wenigem Geplänkel fragt er plötzlich: „Wie viele One-night-Stands
hattest du schon?“ – „Warum?“, frage ich zurück. „Nur so“, schreibt er. Why
not, denke ich, lasse ich mich eben darauf ein.
„Ich habe eigentlich eher More-night-stands“, antworte ich. „Und wann
hattest du das letzte Mal Sex?“ Ich bin wieder leicht irritiert, aber in
der richtigen Mood und antworte wahrheitsgetreu: „Vor einer Woche.“ T.
macht weiter, befragt mich zu diversen Sexpraktiken, und nun reicht es mir,
ich sage, dass er klinge wie in einem schlechten Porno, schließe die App
und wende mich wieder dem Grillen zu.
Am nächsten Tag schreibt T. wieder, entschuldigt sich und fragt, ob ich
Lust auf einen Spaziergang habe. Ich habe. Wir treffen uns vor seiner
Haustür und gehen dann doch nur ein paar Schritte in seinen Hinterhof. Wir
reden, teilen uns ein Getränk, das er mitgebracht hat. [2][Es ist ein
heißer Tag,] das Getränk ist bald ausgetrunken, ich habe Durst. T. fragt,
ob wir nach oben auf seinen Balkon wechseln wollen, mit besserer
Infrastruktur.
Auf seinem Balkon liegt eine Matratze, daneben passt gerade noch ein
kleiner Liegestuhl, darauf setze ich mich, T. legt sich auf die Matratze.
Ich strecke meine Beine aus, meine Füße berühren seine, wir füßeln. Ich
gehe ins Bad, und zurück auf dem Balkon lege ich mich zu T.
## S.? Mit der Freundin aus M.?
Wir kuscheln, reden weiter, und irgendwie kommen wir auf Freunde von ihm zu
sprechen. Ich stutze. Und frage nach. S.? Mit der Freundin aus M.? Wir
vergleichen noch ein paar Daten. Tatsächlich, das ist der Freundeskreis von
meinem Ex-Freund. Es ist etwas creepy. Wir rücken voneinander ab, ich setze
mich auf.
Ich hatte ja schon einen Verdacht, aber für T. ist es neu. Ich erkläre,
dass wir schon lange getrennt sind, T. sagt, dass er P. in den vergangenen
Jahren kaum gesehen habe.
Langsam entspannen wir uns wieder, irgendwie beruhigt es auch, uns in der
gleichen Bubble verorten zu können. Wir gehen zu anderen Themen über. Ich
rücke wieder näher an T. heran, er streichelt mich, wir fangen an uns zu
küssen, uns auszuziehen. T. küsst meine Brüste, leckt an meinem Nippel,
mich durchzuckt es leicht. Er wandert weiter nach unten, leckend, dreht
sich dann so, dass ich gleichzeitig ihn lecken kann, 69.
Er wird hart unter meiner Zunge, in meinem Mund. T. holt ein Kondom.
Missionarsstellung, langsam, er ist aufgeregt und kommt schnell. Wir
kuscheln und dösen. Es wird dunkel. Durch die laue Nacht hören wir eine
Nachbarin lustvoll stöhnen. Ich rutsche nach unten und lutsche an ihm.
Er kommt auf meinen Brüsten, ich verwische die zähe Flüssigkeit, bis sie
trocknet. Ich gehe aufs Klo, will keine Blasenentzündung bekommen, dann
schlafen wir ein.
5 Jul 2026
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## AUTOREN
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