# taz.de -- US-Gericht verkündet Strafmaß: 30 Jahre Haft für chinesischen Immobilienmagnaten Guo
       
       > Er war ein Immobilienmagnat, hatte Verbindungen zur Regierung. Nun muss
       > der Geschäftsmann Guo Wengui wegen Betrugs ins Gefängnis.
       
 (IMG) Bild: Eine Pritsche mit Aussicht für die nächsten 30 Jahre Mietsicherheit hat Guo Wengui nun bekommen
       
       dpa | Der chinesische Geschäftsmann Guo Wengui ist in den USA unter anderem
       wegen Betrugs zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Das Strafmaß sei am
       Montag von einem Bundesrichter in New York verkündet worden, berichteten
       unter anderem das Wall Street Journal und das Portal „Politico“. Zudem
       sollen 889 Millionen Dollar an Vermögenswerten eingezogen werden, wie aus
       Gerichtsunterlagen hervorgeht.
       
       Laut Staatsanwaltschaft hatte Guo zusammen mit seinem Finanzier
       Hunderttausende Follower im Internet zu „Investitionen in verschiedene
       Unternehmen und Programme durch falsche Aussagen und Darstellungen“ bewegt.
       In der Folge hätten die beiden Hunderte Millionen Dollar unterschlagen.
       Insgesamt belaufe sich der Schaden auf mehr als 1 Milliarde Dollar.
       
       China reagierte kurz angebunden auf das Urteil. Man habe entsprechende
       Berichte zur Kenntnis genommen, sagte ein Außenamtssprecher in Peking. Guo
       sei ein von Interpol im Auftrag der chinesischen Regierung gesuchter
       Flüchtling, erklärte der Sprecher weiter.
       
       ## Geldwäsche und Schutzgelderpressung
       
       Guo lockte seine Gefolgschaft auch mit seinem vermeintlichen [1][Kampf
       gegen die Kommunistische Partei Chinas], zudem jonglierte er mit mehreren
       Identitäten. Allein das Plädoyer der Staatsanwaltschaft nennt neben Guo
       Wengui sechs Pseudonyme.
       
       Eine Jury in New York hatte Guo bereits im Jahr 2024 unter anderem wegen
       verschiedener Arten des Betrugs sowie Geldwäsche und Schutzgelderpressung
       schuldig gesprochen. Offen blieb danach noch das Strafmaß.
       
       ## Guter Kontakt zu früherem Top-Berater Trumps
       
       Die Staatsanwaltschaft hatte mindestens 30 Jahre Gefängnis gefordert. „In
       diesem außergewöhnlichen Fall kann es keine Gerechtigkeit geben ohne ein
       außergewöhnliches Strafmaß“, hieß es in ihrem Plädoyer. Guos Verbrechen
       toppten nach Ansicht der Staatsanwaltschaft sogar [2][die des
       Krypto-Betrügers Sam Bankman-Fried], der derzeit eine 25-jährige Haftstrafe
       absitzt.
       
       Guo hatte China 2014 verlassen, um der Strafverfolgung wegen Bestechung und
       Unterschlagung in seinem Heimatland zu entgehen. In Peking war Guo ein
       [3][Immobilienmagnat]. In den USA unterhielt er dann gute Beziehungen in
       regierungsnahe Kreise und gilt als Geschäftspartner von Steve Bannon, einem
       früheren Top-Berater von Präsident Donald Trump. Bannon war 2020 auf einer
       Jacht Guos wegen Betrugs festgenommen worden.
       
       30 Jun 2026
       
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