# taz.de -- Ausbau des Berliner S-Bahn-Netzes: Zweieinhalb Jahre Sperrung im Nord-Süd-Tunnel
> Wegen der Arbeiten an einem neuen Tunnel sollen zwischen Potsdamer Platz
> und Brandenburger Tor lange keine S-Bahnen fahren.
(IMG) Bild: Licht am Ende des Tunnels ist beim S-Bahn-Bau erstmal nicht zu sehen: In Mitte soll es zweineinhalb Jahre Sperrung geben
Wer mit den S-Bahn-Linien 1, 2, 25 oder 26 unterwegs ist, muss sich auf
eine lange Unterbrechung einstellen: Nach einer Mitteilung des
Bundesverkehrsministeriums sollen im sogenannten Nord-Süd-Tunnel „ca. 2,5
Jahre“ keine S-Bahnen zwischen Potsdamer Platz und Brandenburger Tor
fahren. Das berichtet der Tagesspiegel mit Verweis auf die Antwort des
Ministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion. Wann es dazu
kommt, steht noch nicht fest.
Grund dafür ist der Bau eines zweiten Nord-Süd-Tunnels. Dessen [1][erster
Abschnitt ging bereits Mitte Juni in Betrieb]: Vom S-Bahnhof Wedding auf
der Ringbahn ist der Hauptbahnhof seither in nur drei Minuten Fahrzeit zu
erreichen. Der zweite Bauabschnitt soll vom Hauptbahnhof zum Potsdamer
Platz führen. Er hatte [2][mehrfach für Diskussionen gesorgt], weil der
Tunnel in der Nähe der Gedenkstätte für im Nationalsozialismus ermordete
Sinti und Roma verlaufen soll.
In diesem zweiten Bauabschnitt soll der neue Tunnel südlich des
Brandenburger Tors einen vorhandenen Tunnelstumpf aus den 1930er Jahren
erreichen. Teile dieses Tunnels müssen jedoch laut Verkehrsministerium
„durch einen Neubau angepasst werden“. Dieser 400 Meter lange Tunnelstumpf
trägt den Namen „Heuboden“.
Wann die Sperrung genau beginnt, ist noch nicht bekannt. Nach bisheriger
Planung sollen die Arbeiten am neuen Tunnel in den kommenden Jahren
beginnen und bis 2036 abgeschlossen sein. Noch im Gange ist ein
Planfeststellungsverfahren, das offenbar in diesem Jahr abgeschlossen sein
soll.
## Grüne fürchten noch weitere Sperrung
Die Grünen im Bundestag, auf deren Anfrage die Aussage [3][des Ministeriums
von Patrick Schnieder (CDU)] zurückgeht, befürchten noch weiter gehende
Einschränkungen. Aus ihrer Sicht ist es auch fraglich, ob während der
Bauarbeiten die Züge zwischen Nordbahnhof und Brandenburger Tor fahren
können.
Der Tagesspiegel zitiert [4][den Grünen-Bundestagsabgeordneten und
Bahnexperten Matthias Gastel] mit der Forderung an Berlins
Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU), von der Deutschen Bahn Änderungen zu
verlangen. Die muss sich aus seiner Sicht dafür starkmachen, dass die
Sperrung nur so lange wie zwingend nötig dauert.
30 Jun 2026
## LINKS
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(DIR) [3] /Stadtautobahn-A100-in-Berlin/!6181870
(DIR) [4] /Deutsche-Bahn/!6178565
## AUTOREN
(DIR) Stefan Alberti
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