# taz.de -- Ingeborg-Bachmann-Preis in Klagenfurt: Lena Schätte gewinnt Bachmann-Preis 2026
> Die Schriftstellerin Lena Schätte aus Nordrhein-Westfalen setzt sich bei
> den 50. Tagen der deutschsprachigen Literatur gegen 13
> Mitbewerber*innen durch.
(IMG) Bild: Lena Schätte, Schriftstellerin und Gewinnerin des Ingeborg-Bachmann-Preises 2026
dpa | Lena Schätte hat den renommierten Ingeborg-Bachmann-Preis im
österreichischen Klagenfurt gewonnen. Das teilte die Jury am Sonntag mit.
Die Autorin aus Nordrhein-Westfalen setzte sich bei den 50. Tagen der
deutschsprachigen Literatur gegen 13 Mitbewerber durch.
[1][Die Auszeichnung der Stadt Klagenfurt] ist dieses Jahr mit 30.000 Euro
dotiert. Die 32-jährige Schätte gewann das Wettlesen mit ihrem Text „Was
wir tragen“, in dem sie berührend, aber auch schonungslos die Freundschaft
zwischen zwei übergewichtigen Hauptschülerinnen schildert, die sich als
soziale Außenseiterinnen durchs Leben schlagen. Schätte erhielt auch den
Publikumspreis.
## Siegerin ist überwältigt: „Es ist ein Fiebertraum“
Der Text sei von „existenzieller Wucht“, sagte Juror Thomas Strässle in
seiner Laudatio. Schätte schaffe es, das Thema Ausgrenzung ohne Anklage
oder Belehrung zu behandeln. „Es ist ein Fiebertraum“, sagte die Autorin in
einer ersten Reaktion auf ihren Sieg.
Voriges Jahr hatte es Schätte mit ihrem Roman „Das Schwarz an den Händen
meines Vaters“ auf die Longlist [2][des Deutschen Buchpreises] geschafft.
Schätte stammt aus Lüdenscheid und lebt in Altena. Sie arbeitete als
Psychiatriekrankenschwester, bis sie 2020 ein Studium am deutschen
Literaturinstitut Leipzig begann.
Den Kelag-Preis in der Höhe von 15.000 gewann die ungarische Poetin und
Performancekünstlerin Kinga Tóth für ihren musikalisch gestalteten Text
„OstblockMädl“, in dem sie sich mit Arbeitsmigration, Identität und Sprache
auseinandersetzt.
## Wettlesen seit 1977
Das mehrtägige Wettlesen wird seit 1977 veranstaltet. Zu den bisherigen
Gewinnerinnen und Gewinnern des Hauptpreises gehören etwa Sten Nadolny,
Sibylle Lewitscharoff, Uwe Tellkamp und Helga Schubert. Voriges Jahr
erhielt die österreichische Sprachkünstlerin Natascha Gangl für ihren
poetischen Text „DA STA“ („Der Stein“) die Auszeichnung.
Der Bachmann-Preis wurde zum Gedenken an die österreichische Lyrikerin und
Prosaschriftstellerinnen Ingeborg Bachmann gestiftet, die am vergangenen
Donnerstag (25. Juni) 100 Jahre alt geworden wäre. Mit ihren Gedichten wie
„Die gestundete Zeit“ und Prosawerken wie „Malina“ gilt sie als eine der
wichtigsten deutschsprachigen Autorinnen des 20. Jahrhunderts.
28 Jun 2026
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