# taz.de -- was für eine woche: „Marine Le Pen geht im Präsidentschaftswahlkampf gleich mehrere Risiken ein“
       
       Fabian Schroer 
       
       Marine Le Pen, Frontfrau des rechtsextremen Rassemblement National (RN),
       tritt doch bei Frankreichs Präsidentschaftswahl 2027 an, nachdem ein
       Gericht ihre Ämtersperre verkürzt hatte. Damit geht sie gleich mehrere
       Risiken ein.
       
       Zum einen hatte Le Pen versprochen, keinen Wahlkampf mit elektronischer
       Fußfessel zu machen. Während des Revisionsverfahrens muss sie das zwar
       nicht. Verliert sie, könnte sich das ändern – Reisebeschränkungen würden
       Auftritte erschweren. Auch funktioniert ihre Lieblingsrolle, die des armen
       Opfers der politischen Justiz, nur noch bedingt. Der RN wäre da besser mit
       einer Märtyrerin gefahren, die aus dem Hintergrund ihren Nachfolger Jordan
       Bardella unterstützt hätte. Dem fällt sie jetzt in den Rücken. Dabei stand
       der beliebte 30-Jährige schon in den Startlöchern. In einer Stichwahl hätte
       er wohl größere Chancen bei Jungen und Konservativen. Und an ihm haftet
       nicht das Nazierbe von Le Pens den Holocaust leugnendem Vater, von dem sie
       sich seit Jahren zu lösen versucht.
       
       Jetzt ist es an der zerstrittenen Linken, sich zusammenzuraufen und dem
       rassistischen RN eine wählbare Figur entgegenzusetzen – und auch Menschen
       abzuholen, die sich abgehängt fühlen.
       
       11 Jul 2026
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Fabian Schroer
       
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