# taz.de -- was für eine woche: „Haben es die Grünen versäumt, ein positives Männermodell zu entwerfen?“
Tobias Schulze
Was tun gegen den Rechtsruck unter jungen Männern? Eine Gruppe von Grünen
(m/w) hat sich diese Woche an einem Vorschlag versucht. [1][In einem
Diskussionspapier] haben sie „eine Einladung für moderne Männlichkeit“
ausgesprochen. Dafür haben sie Sätze aufgeschrieben wie: Der moderne Mann
dürfe „Muskeln aufbauen oder Poetry Slams schreiben, und sogar
beides“.Eigentlich unverfänglich.
Unter Grünen gab es trotzdem massive Kritik. Nicht wegen einzelner
Schwachstellen, die der Text tatsächlich hat. Es fehlt etwa, mit welchen
Maßnahmen die Partei denn versuchen könnte, in verschiedenen Politikfeldern
spezifischen Männerproblemen zu begegnen. Der Widerstand ist eher in der
Grundannahme begründet: dass es die Grünen versäumt hätten, bei aller
Kritik an toxischer Männlichkeit ein positives Gegenmodell zu entwerfen.
Ist da denn wirklich gar nichts dran? „Männer, die ihre Hand beim Böllern
verlieren, können zumindest keine Frauen mehr schlagen“, schrieb einmal
eine Chefin der Grünen Jugend. Eine Einzelmeinung, aber eine, die das Bild
prägt. Jungs in der Identitätskrise gewinnt man so nicht. Ein empathisches
Gegenbild kann nicht schaden.
11 Jul 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://joswig.eu/2026/07/03/moderne-maennlichkeit/
## AUTOREN
(DIR) Tobias Schulze
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