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> Die Partei ist bei der Frage gespalten, wie schnell das Land
> transformiert werden soll. Auf die grüne Wirtschaft hört sie dabei nicht
(IMG) Bild: Katherina Reiche beim „Werkstattgespräch“ im Konrad Adenauer Haus in Berlin
Aus Berlin Jonas Waack
Klimaschützer*innen in der CDU haben einen zunehmend schweren Stand.
Das zeigte ein „Werkstattgespräch zu Klimaschutz, Wettbewerbsfähigkeit und
der neuen geopolitischen Lage“, das am Mittwochabend die CDU-internen
Diskussionen zur Klimapolitik der Partei bündeln sollte.
Die Eröffnungsrede hielt Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), die
seit Amtsantritt [1][mehrfach] das deutsche Ziel [2][für unrealistisch
erklärt] hatte, bis 2045 klimaneutral werden zu wollen. Diesmal hielt sie
sich zurück: „Mir geht es nicht darum, Ziele für Klimaschutz infrage zu
stellen“, sagte sie, sondern darum, „ob es andere Wege gibt,
kosteneffizienter zum Ziel zu kommen.“
Nötig wurde die Aussprache, die in einem gut gekühlten Konrad-Adenauer-Haus
stattfand, weil Sozial- und Wirtschaftsflügel der CDU im Februar mit einem
radikalen Parteitagsantrag für Aufregung sorgten: Sie [3][wollten], dass
die CDU sich dafür einsetzt, das deutsche Ziel der Klimaneutralität auf
2050 zu verschieben.
Der Antrag [4][wurde von der Parteispitze deutlich entschärft] und ohne
Zielverschiebung auf dem Parteitag verabschiedet. Teil des Kompromisses war
aber, eine „Debatte“ über die Lage der deutschen Industrie und Klimaschutz
zu führen. Laut Sozialflügel-Chef Dennis Radtke soll aus der Veranstaltung
eine Beschlussfassung des Parteipräsidiums folgen.
## Wirtschaftsflügel will Klimaziel offenbar verschieben
Welches Ziel zumindest der CDU-Wirtschaftsflügel verfolgt, machte
Mittelstandunionsvorsitzende Gitta Connemann auf dem ersten Panel deutlich.
Reiche „hat gesagt, ich will keine Ziele infrage stellen, aber wir müssen
uns die Frage stellen, ob ein Versprechen, das wir uns gegeben haben,
überhaupt in dieser Form realisierbar ist“, fasste sie die Rede der
Ministerin zusammen. Damit drehte sie ihr aber die Worte im Mund um: Reiche
hatte peinlich genau darauf geachtet, nur über das „Wie“ und nicht über das
„Ob“ der Klimaziele zu sprechen – Connemann dagegen zielt offenbar auf eine
Schwächung des deutschen Klimaziels.
Dass die deutsche Wirtschaft vor allem unter staatlich geförderter
chinesischer Konkurrenz und US-amerikanischen Zöllen leidet, wurde im
Konrad-Adenauer-Haus zwar thematisiert. Zentral war für die meisten
Sprecher*innen aber, die Energiepreise zu drücken, unter anderem durch
eine Senkung des europäischen CO2-Preises.
## CDU-Biogasunternehmer zeigt sich unzufrieden
„Ich hatte die Hoffnung, dass wir in den Austausch kommen, um die beste
Lösung zu erarbeiten“, sagte Martin Lass nach der Veranstaltung. Der
Biogasunternehmer aus Schleswig-Holstein ist CDU-Mitglied. „Die Gründe für
die hohen Energiepreise sind wenig zur Sprache gekommen“, kritisierte er.
In der Gasversorgung sei Deutschland nach dem russischen Angriff auf die
Ukraine „schlagartig von der Realität eingeholt“ worden, „das konnte nur
eine destruktive Wirkung haben“, sagte Lass. Jetzt für die hohen
Energiepreise „den Erneuerbaren den schwarzen Peter zuzuschieben, finde ich
unverständlich.“
Erst nach knapp 3 Stunden kam ein Klimawissenschaftler zu Wort: Der
Chefökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung Ottmar Edenhofer
sagte, „wir sollten aufhören mit der Zieldebatte und anfangen, Instrumente
für Wachstum und Klimaschutz zu entwickeln“. Dafür erhielt er den längsten
Applaus.
Keiner der geladenen Sprecher*innen kam aus der wachsenden Erneuerbaren-
und Green-Tech-Branche, die [5][laut Umweltbundesamt] dreimal so viele
Menschen wie die Autoindustrie beschäftigt.
Dabei warnen Ökonom*innen vor dem Versuch, die Wirtschaft mit einer
Verlangsamung der Transformation ankurbeln zu wollen: „Wir werden das
deutsche Wirtschaftsmodell nicht mit niedrigeren Strompreisen und
Lohnkosten wieder zum Laufen kriegen“, sagt Niklas Illenseer von der
Denkfabrik Dezernat Zukunft der taz. Für billigeren Strom müsse der
Netzausbau beschleunigt werden. „Wir können die deutsche Wirtschaftskrise
nicht über die Klimapolitik lösen.“
26 Jun 2026
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## AUTOREN
(DIR) Jonas Waack
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