# taz.de -- Deal zwischen USA und Iran: Unterschiedliche Schwerpunkte, verschiedene Auslegungen
       
       > Die Verhandlungen in der Schweiz laufen an. Doch Iran will vor allem über
       > Libanon sprechen, den USA geht es besonders um das iranische
       > Atomprogramm.
       
 (IMG) Bild: Das Regime wähnt sich als Sieger: Propagandaplakat mit den Fahnen Irans, Palästinas, des Irak und der Miliz Hisbollah
       
       Iran will bei seinen Gesprächen mit den USA in der Schweiz den Krieg
       Israels gegen die libanesische Hisbollah-Miliz in den Mittelpunkt stellen.
       Teheran werde sich bei den Gesprächen am Sonntag auf die anhaltenden Kämpfe
       im Libanon konzentrieren, sagte Außenministeriumssprecher Esmail Baghaei am
       Sonntag. Die Umsetzung des Rahmenabkommens mit den USA müsse mit einer
       Einstellung aller Kampfhandlungen beginnen – einschließlich der Kämpfe
       zwischen Israel und der mit Iran verbündeten Hisbollah.
       
       [1][Das am Donnerstag unterzeichnete Rahmenabkommen] sieht ein sofortiges
       Ende des Krieges „an allen Fronten, auch im Libanon“ vor, außerdem die
       Gewährleistung der „territorialen Integrität und Souveränität“ des
       Libanons. Einzelheiten zur Zukunft des iranischen Atomprogramms sollen
       binnen 60 Tagen ausgehandelt werden.
       
       Dazu hat Iran [2][Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf und
       Außenminister Abbas Araghtschi] zu Verhandlungen in Bürgenstock am
       Vierwaldstättersee geschickt. Für die USA verhandeln Vizepräsident J. D.
       Vance und die Sondergesandten Jared Kushner und Steve Witkoff.
       
       Vance sprach zunächst mit dem pakistanischen Premierminister Shehbaz Sharif
       und Generalfeldmarschall Asim Munir, der während des gesamten Konflikts als
       wichtiger Vermittler zwischen Washington und Teheran fungiert hatte. Auch
       katarische Vermittler waren am Verhandlungsort. Iranische Vertreter sollten
       vor einem geplanten Vierertreffen unter Einbeziehung des
       US-Verhandlungsteams eigene Gespräche mit pakistanischen und katarischen
       Vermittlern führen.
       
       ## Teheran will Atomprogramm nicht aufgeben
       
       Der iranische Präsident Massud Peseschkian sagte, Iran halte an seinem
       Recht auf ein Atomprogramm fest. „Sicher ist, dass wir niemals von unserem
       [3][Recht auf Urananreicherung] abrücken werden, und die andere Seite ist
       ebenfalls gezwungen, dies zu akzeptieren“, sagte Peseschkian iranischen
       Staatsmedien zufolge.
       
       Kämpfe zwischen Israel und der schiitischen Hisbollah im Libanon haben den
       Bestand des vorläufigen Abkommens infrage gestellt, was auch daran liegt,
       dass weder Israel noch die Hisbollah Vertragsparteien des Rahmenabkommens
       zwischen den USA und Iran für ein Kriegsende im Nahen Osten sind. Baghaei
       sagte, derzeit sei nur ein Verhandlungstag geplant. Die USA seien „nicht in
       der Lage oder nicht willens“, Israel zur Einhaltung der Waffenruhe zu
       bewegen. „Die Umsetzung eines Dokuments ist wichtiger als dessen
       Unterzeichnung“, sagte Baghaei.
       
       Iran besteht darauf, dass sich Israel aus nach Hisbollah-Angriffen als
       Sicherheitszone besetzten Gebieten im Süden des Libanons zurückziehen
       müsse, auch wenn der Wortlaut der US-iranischen Übergangsvereinbarung das
       nicht ausdrücklich vorschreibt. Der israelische Ministerpräsident Benjamin
       Netanjahu hat einen Rückzug der israelischen Truppen aus dem Nachbarland
       bislang verweigert.
       
       Auch deshalb sind die Gespräche in der Schweiz von Freitag auf Sonntag
       verschoben worden. Außerdem hat das iranische Militär unter Verweis auf die
       Kämpfe im Libanon erklärt, die für den Ölhandel wichtige [4][Meerenge von
       Hormus] sei erneut gesperrt, durch die zu Friedenszeiten etwa ein Fünftel
       des weltweit geförderten Rohöls verschifft wird, aber auch große Mengen
       verflüssigtes Erdgas und Düngemittel. Das US-Militär widersprach und
       kündigte an, sicherzustellen, dass der Schiffsverkehr durch die Meerenge
       ungehindert fließt. (ap)
       
       21 Jun 2026
       
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