# taz.de -- +++ Nachrichten im Irankrieg +++: Hegseth droht Iran in der Atomfrage
> Nachdem Trump in Versailles überraschend das Abkommen mit Iran
> unterzeichnet hat, beginnen ab Freitag in der Schweiz die Gespräche über
> die Details
(IMG) Bild: In historischem Rahmen: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und seine Frau Brigitte mit dem Gast aus den USA in Versailles
## Hegseth: USA können zur Not wieder losschlagen
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat die Bereitschaft der USA
unterstrichen, die Angriffe auf den Iran gegebenenfalls wieder aufzunehmen,
falls das Land seine Verpflichtungen nicht einhält. „Das Kriegsministerium
steht bereit“, sagte Hegseth bei seiner Abreise vom Treffen der
Nato-Verteidigungsminister in Brüssel am Donnerstag. Er forderte Teheran
insbesondere auf, seine atomaren Ambitionen aufzugeben.
Der Iran müsse tun, „was er versprochen hat, nämlich auf Atomwaffen zu
verzichten, seine nuklearen Ambitionen aufzugeben, sein Kernmaterial
abzugeben und seine Nuklearanlagen zu schließen“, führte Hegseth aus. Tue
Teheran dies nicht, drohten erneute Angriffe. „Wir würden dies zwar lieber
vermeiden, sind aber darauf vorbereitet“, sagte der Verteidigungsminister.
(AFP)
## IAEA will Atom-Abkommen unterstützen
Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) ist bereit, nach der
Unterzeichnung des Rahmenabkommens zur Beendigung des Iran-Kriegs „konkrete
Schritte“ zur Umsetzung der Vereinbarung zu erarbeiten. „Es ist jetzt an
uns, dass wir uns mit unseren amerikanischen Kollegen, mit unseren
iranischen Kollegen zusammensetzen und damit beginnen, die konkreten
Schritte zu formulieren, die unternommen werden müssen“, sagte IAEA-Chef
Rafael Grossi am Donnerstag in Genf.
Die IAEA schätzt, dass der Iran zu Beginn der ersten US-israelischen
Angriffe im Juni vergangenen Jahres über 440 Kilogramm auf 60 Prozent
angereichertes Uran verfügte, was nahe an der Anreicherung liegt, die zum
Bau einer Atombombe notwendig ist. Teheran setzte die Zusammenarbeit mit
der Organisation damals aus und ihre Inspektoren haben das Material seither
nicht mehr in Augenschein nehmen können.
## Gespräche über Einzelheiten ab Freitag in der Schweiz
afp | Erste Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über eine
dauerhafte Friedenslösung sollen ungeachtet der bereits erfolgten
Unterzeichnung eines Rahmenabkommens am Freitag in einem Schweizer
Luxus-Resort beginnen. Derzeit werde der Plan beibehalten, dass sich „die
USA und Iran, gemeinsam mit den Vermittlern Pakistan und Katar und anderen
beteiligten Ländern, morgen am Bürgenstock“ treffen, teilte das Schweizer
Außenministerium am Donnerstag mit. Zuletzt war unklar gewesen, ob das
Treffen in dem Hotelkomplex nahe Luzern wie am Dienstag angekündigt
tatsächlich stattfinden würde.
## Trump bezeichnet Kritiker von Rahmenabkommen mit Iran als „Dummköpfe“
afp | US-Präsident Donald Trump hat kritische US-Medienberichte über das
Rahmenabkommen mit dem Iran als völlig ungerechtfertigt zurückgewiesen.
„Diese Dummköpfe, die finden, dass ich nicht hart genug mit dem Iran war“,
seien „entweder neidisch, unehrlich oder dumm“, erklärte Trump am
Donnerstag in seinem Onlinedienst Truth Social. Der Präsident verwies
darauf, dass die Börse nach der Unterzeichnung „ein neues Rekordhoch
erreicht“ habe und die Ölpreise abstürzten.
Trump reagierte auf US-Presseberichte, in denen von zu großen
Zugeständnissen Washingtons an Teheran die Rede ist.
## Israelisches Militär trotz Abkommens im Südlibanon weiter im Einsatz
rtr Das israelische Militär operiert eigenen Angaben zufolge in einer rund
zehn Kilometer tiefen Sicherheitszone im Südlibanon. Dies geschieht trotz
der Vereinbarung zwischen den USA und dem Iran, die eine sofortige
Einstellung der Militäreinsätze im Libanon vorsieht. Der Einsatz sei durch
operative Erfordernisse begründet, teilt die Armee mit. Die Truppen seien
weiterhin in ihrem zugewiesenen Einsatzgebiet stationiert.
## Rahmenabkommen digital von beiden Seiten unterzeichnet
dpa/afp | Das [1][Rahmenabkommen zwischen den USA und Iran] zur Beendigung
des Kriegs ist nach Angaben aus Teheran von den Präsidenten beider Länder
digital unterzeichnet worden. Das sagte der Sprecher des iranischen
Außenministeriums, Ismail Baghai, Staatsmedien zufolge. Der Text (siehe
Textbox) sei fertiggestellt und das Abkommen damit offiziell in Kraft
getreten. Es werde keine Unterzeichnungszeremonie in der Schweiz geben.
Ein US-Beamter bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass US-Präsident
Donald Trump und der iranische Präsident Massud Peseschkian das Abkommen
unterzeichnet hätten.
„Hab’s gerade unterzeichnet“, sagte Trump über das Rahmenabkommen nach
einem Abendessen im Schloss Versailles. Dorthin hatte Frankreichs
Staatschef Emmanuel Macron ihn nach dem Abschluss des G7-Gipfels im
französischen Évian eingeladen. Nach dem dreistündigen Schloss-Besuch
reiste Trump ab.
Iran bestätigte die separate Unterschrift von Präsident Massud Peseschkian.
## Straße von Hormus soll nun öffnen – gegen Gebühr
afp/taz | Das Rahmenabkommen soll den Irankrieg beenden, der am 28. Februar
mit Angriffen der USA und Israels auf die Islamische Republik begonnen
hatte. In der Auseinandersetzung starben tausende Menschen, insbesondere im
Iran und im Libanon.
Nach Angaben des Vermittlers Pakistan soll die Straße von Hormus nun sofort
für den Schiffsverkehr geöffnet werden. Die Schließung für die dort vor
allem verkehrenden Öltanker hatte die Ölpreise weltweit in die Höhe
schießen lassen.
Der Regierungschef des Vermittlerlandes Pakistan, Shebaz Sharif, sagt nun,
nach der Unterzeichnung der Rahmenvereinbarung werde Iran die Straße von
Hormus „unverzüglich“ wieder für den Schiffsverkehr öffnen.
Irans Chefunterhändler Mohammed Bagher Ghalibaf Ghalibaf bekräftigte
allerdings seinen Willen, in dem nun auszuhandelnden endgültigen
Friedensabkommen Gebühren für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus
festzuschreiben. Nach der 60-tägigen Verhandlungsphase werde sein Land bei
der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Meerenge „nicht zu den
Vorkriegsbedingungen zurückkehren“, sagte er in einem Interview, das am
Mittwochabend im Staatsfernsehen ausgestrahlt wurde.
## US-Iran-Abkommen drückt etwas die Ölpreise
rtr | Die Ölpreise bewegen sich nach der Unterzeichnung des vorläufigen
Abkommens zur Beendigung des Krieges zwischen den USA und Iran weiter nach
unten. Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee verbilligt sich um 2,1 Prozent
auf 77,86 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notiert 2,5 Prozent
schwächer bei 74,90 Dollar. Analysten sind vorsichtig hinsichtlich der
Frage, wie stark die Ölpreise kurzfristig noch sinken könnten. Das Angebot
auf dem Ölmarkt dürfte nach Meinung von Experten auch nach der
Wiederöffnung der Straße von Hormus knapp bleiben.
18 Jun 2026
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