# taz.de -- taz Geschäftsführer über taz zahl ich: Stillstand ist keine Option
> Die taz verändert sich, um zu bleiben: Wie taz zahl ich die Finanzierung
> unseres unabhängigen Journalismus langfristig sichert.
(IMG) Bild: Ohne die 50.000 Unterstützenden wäre das Treppenhaus der taz deutlich schmuckloser
[1][taz zahl ich] | Die taz hat entgegen allen Erwartungen die erste
Zeitungsgründung in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgreich
geschafft und es geht ihr im 48. Jahr ihres Bestehens besser als je zuvor.
Das Geheimnis dieses Erfolgs ist die Bereitschaft – sowohl der
Mitarbeitenden als auch der Genoss*innen und Leser*innen –, sich
immer wieder zu verändern und sich gesellschaftlichen Veränderungen
anzupassen.
Und dabei nicht den Grund ihres Bestehens aus den Augen zu verlieren:
unabhängigen Journalismus für möglichst viele Menschen zugänglich zu machen
und damit zu einem linken Meinungspluralismus beizutragen.
Die größte dieser Veränderungen war sicherlich die „[2][Seitenwende]“ der
taz im letzten Jahr, also die Einstellung des werktäglichen Drucks der
Zeitung zugunsten einer täglichen E-Paper-Ausgabe plus gedruckter wochentaz
und dem Online-Angebot auf taz.de. Dadurch konnten wir die Druck- und
Vertriebskosten so reduzieren, dass von den Aboerträgen genug zur
Finanzierung der Redaktion übrig bleibt, ohne dabei auf eine tägliche
Zeitungsausgabe verzichten zu müssen.
## Veränderung ist ein Muss
Die Umstellung war aber vor allem deshalb so erfolgreich, weil unsere
Leser*innen bereit waren diesen Schritt mit uns zu gehen. Wir sind
extrem dankbar, dass fast 90 Prozent unserer Abonnent*innen mit einem
Abo dabeigeblieben sind. Und dafür, dass sie wissen, dass guter und
unabhängiger Journalismus seinen Preis hat, und sie deshalb bereit sind,
für ihre Abonnements einen entsprechend hohen Preis zu zahlen.
Der unausweichliche Grund für die radikale Veränderung: Die
Lesegewohnheiten haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Das
Lesen hat sich vom Täglichen aufs Wochenende verschoben – und ins Digitale.
Viele finden das (und die Möglichkeit, [3][sich die Texte vorlesen zu
lassen]) mittlerweile komfortabler, als auf Papier zu lesen. Sie
informieren sich online über Websites, Podcasts und Newsletter und Social
Media.
Wir wissen, dass sich die Welt verändert und wir uns mit ihr verändern
müssen. Daher stärken wir bereits seit Jahren besonders auch diese Kanäle
und erreichen damit immer mehr junge Menschen, vor allem auf den diversen
Social-Media-Plattformen und zunehmend auch mit Videos.
## Ein perfektes Modell
Zu dem Wandel gehörte auch die Einführung eines Bezahlmodells, das auf
diese veränderten Nutzungsgewohnheiten reagiert. Bereits vor 15 Jahren
haben wir mit taz zahl ich eine perfekte Finanzierungsoption gefunden, die
unserer Gründungsidee entspricht: ein solidarisches Modell, das den freien
Zugang zu unseren Inhalten für alle Menschen ermöglicht, flexibel ist und
unsere weiteren Angebote ergänzt.
Im Jahr 2026 werden die Unterstützungsbeiträge der 50.000 taz zahl
ich-Unterstützenden mit rund 4 Millionen Euro über 12 Prozent der
Gesamterlöse der taz ausmachen. Ein einzelner Beitrag ist vergleichsweise
niedrig, doch bietet das einen entscheidenden Vorteil: So haben viel mehr
Menschen die Möglichkeit, kritischen linken Journalismus als wichtigen Teil
unserer demokratischen Gesellschaft zu unterstützen. Auch unabhängig von
der tatsächlichen Nutzung unserer Angebote. Alle, die mitmachen
unterstützen so nicht nur die taz, sondern auch die Pressevielfalt.
Klar ist aber auch: Der Ertrag aus einem Abo-Produkt ist deutlich höher als
der durchschnittliche monatliche Unterstützungsbeitrag bei taz zahl ich. Im
Schnitt zahlt ein*e Unterstützer*in 6,60 Euro im Monat, das Abo der
digitalen täglichen Ausgabe dagegen kostet 35,90 Euro im Standardpreis.
Anders gesagt: Um ein Abo zu ersetzen, benötigen wir etwas mehr als fünf
neue freiwillige Unterstützer*innen.
Die taz zahl ich-Unterstützenden tragen also zwar wesentlich dazu bei, dass
Redaktion und Verlag täglich eine gute taz produzieren und vertreiben. Und
sie waren und sind ein wesentlicher Baustein bei der Digitalen
Transformation. Doch ohne die über 50.000 Abonnent*innen, die ein
digitales, wochentaz- oder Kombiabo haben, wäre die Finanzierung der taz
nicht möglich.
Im Zuge der Seitenwende haben wir gleich mehrere Wege gefunden, den
taz-Journalismus in Zukunft zu finanzieren. Doch für eine dauerhafte
finanzielle und ideelle Absicherung müssen wir mehr sein – und wer dazu in
der Lage ist, muss noch höhere freiwillige Beiträge leisten. Aber wir sind
uns sicher, dass wir auf die Veränderungsbereitschaft und die Solidarität
unserer einzigartigen Community vertrauen können.
3 Jul 2026
## LINKS
(DIR) [1] /taz-zahl-ich/unser-solidarmodell/!v=89a68133-aa34-42d3-9f80-01ebd7e1738b/
(DIR) [2] /verlag/seitenwende-bei-der-taz/!v=165b2a3c-a94a-4114-8616-1b254db7ced2/
(DIR) [3] /taz-App-verbessert-Vorlesefunktion-weiter/!vn6078249
## AUTOREN
(DIR) Andreas Marggraf
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