# taz.de -- Aktionswoche „NoSuperReturn“: Toxic Business – Area Closed
       
       > Die Investor:innenkonferenz in Berlin neigt sich dem Ende zu und
       > mit ihr auch die erstmals stattfindende Aktionswoche gegen „SuperReturn“.
       
 (IMG) Bild: Kein Durchkommen: Extinction Rebellion erklärt den Austragungsort der „SuperReturn“-Konferenz zur „Toxischen Zone“
       
       Drei Demonstrierende im aufblasbaren Elefantenkostüm liefern gleich selbst
       die Pointe: Hinter ihnen steht auf einem Banner, was der eigentliche
       „Elefant im Raum“ ist – „Tax the Rich“. Die drei Verkleideten sind Teil
       einer Demonstration, die am Donnerstagnachmittag zum Abschluss der
       Aktionswoche gegen die sogenannte „Super-Return“-Konferenz stattfand.
       
       [1][„Promi-Gipfel des Geldes“] betitelt das Manager Magazin ganz unironisch
       das jährliche Stelldichein für Super-Reiche und ihre Branche. Erstmals
       formierte sich parallel dazu breiter Protest: Unter dem Bündnis
       „NoSuperReturn“ schlossen sich Initiativen aus unterschiedlichen Bereichen,
       wie der Umwelt- oder Mietenbewegung, zusammen. Ein Rückblick auf die Woche
       des Protests.
       
       Auftakt war eine Protest-Performance am Montag, bei der das
       schauspielerisch dargestellte Dream-Team aus Friedrich Merz, Katherina
       Reiche und Investor:innen aus einem Halse rief: [2][„Wenn ihr kein Brot
       habt, esst doch Kuchen“].
       
       Weniger ironisch, dafür umso konkreter wurde es bei einer spendenbasierten
       Essensausgabe unter dem Motto „Essen für alle statt Sekt für Über-Reiche“.
       Die sogenannte „Küche für Alle“ sollte zeigen, wie „solidarische
       Alternativen“ aussehen können, sagt Alex Sattler von Extinction Rebellion.
       Gerade rund um den Bahnhof Zoo, nahe des Hotel InterContinental, wo die
       Investor:innen-Konferenz tagte, sei Obdachlosigkeit besonders sichtbar:
       „Bei der SuperReturn sitzen Menschen, die für Verdrängung und
       Wohnungslosigkeit sorgen“, so Sattler weiter. Diesen Kontrast habe man
       „aufgreifen wollen“,
       
       ## Fiktive Start-ups und toxische Zonen
       
       Im Rahmen der Aktionswoche hatte sich ein fiktives Start-up mit dem Namen
       „Return on Climate“ gegründet – sogar mit eigener Website: „Wir sprechen
       die Sprache des Finanzkapitalismus – so ernst, dass die Absurdität sichtbar
       wird“, heißt es da. „Klimaneutral durch Sabotage“, wirbt ein
       Roll-up-Banner, das in einem Video auf der Website zu sehen ist. „Die
       wirksamste Form des Offsettings“, sei, so klärt dort ein fiktives
       Team-Member in Business-Kleidung auf: „die gezielte Sabotage fossiler
       Infrastruktur“.
       
       Der Hintergedanke sei gewesen, die Logik von CO2-Zertifikaten auf
       Sabotageaktionen zu übertragen – sprich: „sehr akkurat zu berechnen, wie
       viel CO2, beispielsweise durch die Besetzung eines Kraftwerks nicht
       ausgetoßen wurde“, so Gerriet Schwen. Schwen tritt in dem fiktiven Start-up
       als „Founder und CEO“ auf.
       
       Das Konzept „Klimaneutral durch Sabotage“ sei in
       „Einzelberatungsgesprächen“ mit Managern, auf ihrem Weg zum Hotel, nicht
       sonderlich gut angekommen – trotz anfänglichem Interesse an neuen
       Investitionsmöglichkeiten: „Natürlich ist denen alles aus dem Gesicht
       gefallen, als sie dann nachgehakt haben“, sagt Gerriet Schwen.
       
       Auch Extinction Rebellion beteiligte sich an Aktionen gegen die
       „SuperReturn“-Konferenz. Zweimal, so heißt es in einer Pressemitteilung des
       Bündnisses NoSuperReturn, hatten Aktivist:innen von Extinction
       Rebellion den Austragungsort der Investor:innen-Konferenz zu einer
       toxischen Sperrzone erklärt: „Toxic Business – Areal closed“, war auf einem
       Banner zu lesen. Dazu Menschen in Schutzanzügen und Gasmasken sowie ein
       giftgrün verfärbter Brunnen. Toxisch sei „die Wirkung eines
       Wirtschaftssystems, das Rendite über Leben stellt“, heißt es in der
       Pressemitteilung weiter.
       
       Nach Ansicht von Georg Bronn, Pressesprecher bei Extinction Rebellion
       Deutschland, werden zentrale Infrastrukturen der Daseinsvorsorge, wie
       Wohnraum und Krankenhäuser, immer mehr von Finanzkonzernen wie Kohlberg
       Kravis Roberts & Co. (KKR) oder Blackstone aufgekauft. „Nicht um diese zu
       betreiben, sondern um maximale Rendite herauszuholen“, sagt Bronn.
       „Gleichzeitig pumpen sie Milliarden in Kohle, Öl und Gas“. Damit seien sie
       „hauptverantwortlich für Verdrängung, explodierende Preise und Millionen
       Klimatote weltweit“.
       
       Im Protestbild von „Return on Climate“ gehe es nicht darum, einzelne Firmen
       anzuprangern, meint Gerriet Schwen, sondern vielmehr darum, auf die
       strukturelle Ebene aufmerksam zu machen. Ein sehr kleiner Teil der
       Weltbevölkerung trage überproportional zur Erderwärmung bei, so Schwen –
       weiterhin stünden 2026 fünfmal mehr staatliche Subventionen für Öl, Gas und
       Kohle zur Verfügung, statt für erneuerbare Energien. „Der Wandel zu einer
       gerechten und nachhaltigen Wirtschaft ist möglich und finanzierbar“, so
       Georg Bronn von Extinction Rebellion – das Geld sei bloß falsch verteilt.
       
       ## Gegen ausbeuterische Wirtschaftsweisen
       
       Ob es bereits Aufeinandertreffen ziwschen den Aktivist:innen und den
       Investor:innen gegeben hätte, fragt die taz. Die Antwort ist ja –
       teilweise werde sogar aktiv das Gespräch gesucht, so Alex Sattler von
       Extinction Rebellion: „Die meisten Menschen, mit denen ich geredet habe,
       finden unsere Sache sogar im Kern ganz gut. Sie selbst seien natürlich
       nicht schuld daran, was schiefläuft. Aber es ist durchaus Verständnis für
       unser Anliegen da.“
       
       Ihr Anliegen tragen die verschiedenen Bündnisse und Gruppen am
       Donnerstagnachmittag noch einmal im Rahmen einer Demonstration auf die
       Straße. „Wir richten uns gegen die Wirtschaftsweise, die grundlegende
       Versorgung ausbeutet, um eigene Profite zu erhöhen“, fasst Sattler
       zusammen. Mit Trommeln, Bannern – und drei verkleideten Elefanten – ziehen
       die Demonstrierenden durch das Viertel am Bahnhof Zoo.
       „A-Anti-Anticapitalista“, rufen sie.
       
       Katja Schreiner, Pressesprecherin vom Bündnis NoSuperReturn, zeigt sich,
       trotz geringem Medienecho, zufrieden mit dem Protest: „Unser Ziel war es,
       dafür zu sorgen, dass überhaupt Beachtung findet, was bei der Veranstaltung
       für Geschäfte laufen.“ Für Gerriet Schwen hat die Aktionswoche zumindest
       eine Botschaft ganz klar vermittelt: „Ich gehe davon aus, dass Menschen,
       die mit Immobilen oder mit Öl, Gas und Kohle Geld verdienen und die für die
       Super Return nach Berlin gekommen sind, gemerkt haben, dass sie hier nicht
       willkommen sind.“
       
       12 Jun 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.manager-magazin.de/finanzen/geldanlage/private-equity-superreturn-in-berlin-diese-finanzstars-sind-da-a-83afc3f8-762b-4e58-830a-82509a814cdb
 (DIR) [2] /Inverstorinnen-Konferenz-Super-Return/!6184492
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Luzie Fuhrmann
       
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