# taz.de -- +++ Nachrichten im Irankrieg +++: Weltbank rechnet mit Konjunkturdämpfer 
       
       > Trump rudert zurück, nachdem er mit Übernahme der iranischen Ölinsel
       > Charg gedroht hatte. Bei US-Angriff auf Tanker sterben drei indische
       > Seeleute.
       
 (IMG) Bild: Bandende blicken vom Strand von Bandar Abbas im Iran auf ein Frachtschiff in der Straße von Hormus, die wieder blockiert wird
       
       Nach seiner Drohung, den wichtigsten iranischen Ölhafen auf der Insel Charg
       unter Kontrolle der Vereinigten Staaten zu bringen, ist US-Präsident Donald
       Trump ein Stück weit zurückgerudert. Dem Sender Fox News sagte er am
       Donnerstag, er sei schon immer dafür gewesen sei, Charg einzunehmen. Er
       wisse aber ehrlich gesagt nicht, ob Amerika den Mut dazu habe. Diese
       Einschätzung wiederholte er mehrfach.
       
       Auf Truth Social hatte Trump geschrieben: „In nicht allzu ferner Zukunft
       werden wir die Insel Charg und andere wichtige Standorte der
       Ölinfrastruktur einnehmen und die vollständige Kontrolle über deren Öl- und
       Gasmärkte übernehmen, ähnlich wie wir es bereits in Venezuela getan haben.“
       Die Insel im Persischen Golf ist der wichtigste Ölhafen der Islamischen
       Republik. Zugleich hatte Trump mit schweren Angriffen gedroht. Das
       US-Militär werde die Islamische Republik in der Nacht zum Freitag „SEHR
       HART“ treffen, schrieb er teils in Großbuchstaben. (AP)
       
       ## Der steigende Ölpreis hat Folgen
       
       Wegen des Ölpreisschocks im Iran-Krieg rechnet die Weltbank in diesem Jahr
       mit einem Konjunkturdämpfer. Die Weltwirtschaft werde 2026 nur noch um 2,5
       Prozent wachsen – 0,4 Prozentpunkte weniger als im vergangenen Jahr, hieß
       es in der aktuellen Weltbank-Prognose, die am Donnerstag in Washington
       veröffentlicht wurde. Für den Euroraum sagt sie 0,8 Prozent voraus.
       
       Sollten die Energiepreise wieder sinken, dürfte sich das Wachstum im
       Euroraum laut Weltbank in den kommenden zwei Jahren auf 1,3 Prozent
       erholen. „Steigende fiskalische Unterstützung und Investitionen,
       insbesondere in Deutschland, dürften die wirtschaftliche Aktivität
       zusätzlich stützen“, heißt es in dem Bericht. (afp)
       
       ## Drei Seeleute bei US-Militäreinsatz vor Oman getötet
       
       Nach dem Beschuss eines Tankers im Golf von Oman durch das US-Militär sind
       nach Angaben Indiens drei zunächst vermisste indische Besatzungsmitglieder
       tot aufgefunden worden. Ihre Leichen seien entdeckt und identifiziert
       worden, schrieb der indische Schifffahrtsminister Sarbananda Sonowal auf
       der Plattform X.
       
       Das US-Militär hatte nach eigenen Angaben am Mittwoch das unter der Flagge
       des pazifischen Inselstaats Palau fahrende Schiff „Settebello“ beschossen.
       Es soll versucht haben, iranisches Öl zu transportieren. Die Besatzung habe
       sich den Anweisungen der Streitkräfte widersetzt, hieß es.
       
       Nach Angaben des Außenministeriums in Neu-Delhi konnten 21 indische
       Besatzungsmitglieder gerettet werden. Drei weitere galten zunächst als
       vermisst. Das Ministerium hatte den Angriff verurteilt. Laut Berichten
       indischer Medien hatte das Außenministerium aus Protest den
       stellvertretenden Botschafter der USA in Neu-Delhi einbestellt. (dpa)
       
       ## Erneut Brand auf Schiff in Straße von Hormus
       
       Vor der Küste des Oman ist auf einem Tanker ein Brand ausgebrochen. Im
       Maschinenraum sei sein Feuer ausgebrochen, berichtete die britische Behörde
       für die Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) unter Berufung auf lokale
       Behörden. Ob der Brand durch einen Angriff verursacht wurde, war zunächst
       unklar. Die Behörden ermittelten weiter, hieß es.
       
       Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar wurden mehrfach Schiffe in der
       Straße von Hormus und angrenzenden Gewässern angegriffen. Der Iran hatte
       kurz nach Kriegsbeginn durch Drohungen und Angriffe auf Schiffe den Verkehr
       in der Meerenge weitgehend zum Erliegen gebracht. Aber auch die USA haben
       im Zuge ihrer Seeblockade des Irans mehrmals Schiffe dort beschossen und so
       manövrierunfähig gemacht. (dpa)
       
       ## Bemühungen um Abkommen intensiviert
       
       Die Bemühungen um ein vorläufiges Abkommen zwischen den USA und dem Iran
       intensivieren sich iranischen Insidern zufolge trotz der gegenseitigen
       Angriffe beider Seiten. Wie drei iranische Insider der Nachrichtenagentur
       Reuters erklären, beraten beide Staaten auch über einen Mechanismus zur
       Freigabe eingefrorener iranischer Gelder. (rtr)
       
       ## Katarische Vermittler verlassen Teheran nach Gesprächen
       
       Eine katarische Diplomatendelegation ist nach neuen Gefechten zwischen den
       USA und dem Iran in der Golfregion aus Teheran abgereist. Die Delegation,
       die in Abstimmung mit den USA in der Islamischen Republik verhandelt habe,
       um ein Abkommen über ein Ende des Krieges anzubahnen, habe die iranische
       Hauptstadt am Donnerstagmorgen verlassen, berichtete eine in den Vorgang
       eingeweihte Person, die anonym bleiben wollte, der Nachrichtenagentur AP.
       (ap)
       
       ## Iran: US-Angriffe machen Waffenruhe bedeutungslos
       
       Die Waffenruhe mit den USA ist nach Einschätzung des Irans durch neue
       US-Angriffe ausgehöhlt worden. Die Attacken hätten die Vereinbarung
       praktisch bedeutungslos gemacht, hieß es in einer Erklärung, die das
       iranische Außenministerium am Donnerstag veröffentlichte. Auf eine formelle
       Aufkündigung der seit April geltenden Waffenruhe verzichtete das
       Ministerium in der Mitteilung jedoch. (ap)
       
       ## Iran verurteilt „großangelegte“ US-Angriffe
       
       Das iranische Außenministerium hat die „großangelegten“ US-Angriffe der
       vergangenen Nacht scharf verurteilt. Teheran habe ein Recht auf
       Selbstverteidigung und Gegenschläge, hieß es in einer Mitteilung des
       Ministeriums. Die US-Regierung trage die Verantwortung für die
       „gefährlichen Konsequenzen“ der Aggression, hieß es weiter. Laut iranischen
       Medien wurden bei den Angriffen in der Provinz Teheran drei Menschen
       verletzt. Das Portal „Mehr“ berichtete zugleich unter Berufung auf
       offizielle Stellen, in den frühen Morgenstunden (Ortszeit) sei in der
       Straße von Hormus ein Boot, das mit Grundnahrungsmitteln beladen gewesen
       sei, von einem Geschoss der USA getroffen worden. Die Besatzung sei
       gerettet worden. (dpa)
       
       ## Jordanien: 20 Raketen „abgeschossen“
       
       Die jordanische Armee hat nach eigenen Angaben bei dem jüngsten iranischen
       Angriff auf das Land 20 Raketen abgefangen. Luftabwehrsysteme und die
       Luftwaffe hätten am frühen Donnerstag 20 Raketen „abgeschossen“, hieß es in
       einer Erklärung der Armee. Sie seien vom Iran in Richtung des Gebiets Asrak
       abgefeuert worden, wo sich ein Stützpunkt der US-Streitkräfte befindet. Das
       Gebiet liegt etwa 80 Kilometer östlich der jordanischen Hauptstadt Amman.
       
       Die USA und der Iran hatten sich in der Nacht zum Donnerstag erneut
       gegenseitig angegriffen. Die iranischen Revolutionsgarden meldeten im Zuge
       dessen einen Raketenangriff auf eine US-Kommandozentrale in Jordanien. Seit
       dem 8. April gilt in dem Konflikt eine Feuerpause, die jedoch brüchig ist.
       (afp)
       
       ## Saudi-Arabien beendet Importverbot aus dem Libanon
       
       Nach fünf Jahren hat Saudi-Arabien ein Verbot für Importe aus dem Libanon
       aufgehoben. Riad begründete den Schritt mit ermutigenden Maßnahmen der
       libanesischen Regierung zur Stärkung staatlicher Institutionen, wie die
       saudische Nachrichtenagentur SPA am Mittwochabend berichtete.
       
       Das Importverbot kappte einen der wichtigsten Exportmärkte des Libanons und
       setzte vor allem die libanesische Landwirtschaft unter Druck. „Das ist ein
       echter Wendepunkt“, sagte Ibrahim Tarschischi, Vorsitzender des
       Bauernverbands in der Bekaa-Ebene, der Deutschen Presse-Agentur. Nun gehe
       es darum, die praktischen Voraussetzungen für die Wiederaufnahme der
       Exporte zu schaffen und offene Fragen wie Transitvisa für Lastwagenfahrer
       zu klären. Auch Libanons Präsident Joseph Aoun begrüßte die Entscheidung
       als Ausdruck saudischer Unterstützung für den Libanon.
       
       Saudi-Arabien hatte 2021 zunächst die Einfuhr von Obst und Gemüse aus dem
       Libanon gestoppt und schließlich das Verbot auf alle Güter ausgeweitet. Die
       Behörden des Königreichs begründeten den Schritt damals mit vermehrten
       Versuchen, Drogen – mutmaßlich von der Hisbollah – über Agrarlieferungen
       ins Land zu schmuggeln.
       
       Im Zuge des Krieges zwischen Israel und der vom Iran unterstützen Hisbollah
       will die Regierung in Beirut den iranischen Einfluss im Land unterbinden.
       Beobachter sehen in der Entscheidung Saudi-Arabiens ein Signal, dass Riad
       wieder Vertrauen in die aktuelle libanesische Führung setzt. (dpa)
       
       ## Meloni fordert von EU Bereitschaft zu mehr Iran-Sanktionen
       
       Die Europäische Union sollte nach Ansicht der italienischen
       Ministerpräsidentin Giorgia Meloni zu neuen Sanktionen gegen den Iran
       bereit sein, falls das Land nicht zu einer Beilegung der Krise im Nahen
       Osten beiträgt. Wenn Teheran den falschen Weg weiterverfolge, müsse die EU
       bereit sein, den Druck durch neue gezielte Maßnahmen zu erhöhen, erklärt
       Meloni vor dem Parlament. (rtr)
       
       ## Merz bekräftigt Bereitschaft um Engagement in Straße von Hormus
       
       Kanzler Friedrich Merz hat die deutsche Bereitschaft bekräftigt, sich bei
       der Sicherung der Straße von Hormus zu beteiligen. Voraussetzung sei aber,
       dass die Voraussetzungen dafür geschaffen würden, sagt Merz in einer
       Regierungserklärung im Bundestag. Deshalb setze sich die Bundesregierung
       für eine diplomatische Lösung des Konflikts ein. Iran müsse sein
       Atomprogramm dauerhaft und überprüfbar beenden. Zudem müsse es Sicherheit
       für Israel und die Golfstaaten geben. (rtr)
       
       ## UN-Organisation verurteilt US-Angriff auf Tanker
       
       Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation der Vereinten Nationen
       (IMO) hat einen US-Angriff auf einen unter der Flagge Palaus fahrenden
       Tanker verurteilt. Seit dem Beginn des Iran-Kriegs habe es in der Region 43
       Angriffe auf die internationale Schifffahrt gegeben, beklagte die
       UN-Organisation.
       
       Der indische Schifffahrtsminister Sarbananda Sonowal hatte auf der
       Plattform X mitgeteilt, bei dem Angriff auf die „Settebello“ seien drei
       indische Seeleute getötet worden. Die USA hatten den Beschuss des Tankers
       damit begründet, dass dieser die US-Seeblockade gegen den Iran verletzt und
       versucht habe, Öl aus dem Iran zu transportieren. Das für den Nahen Osten
       zuständige Regionalkommando des US-Militärs bestätigte den Beschuss des
       Maschinenraums des Schiffes.
       
       Die Seehandelsaufsicht der britischen Marine (UKMTO) teilte mit, am
       Donnerstagmorgen habe vor der Küste des Omans unweit der Stelle, an der die
       „Settebello“ unter Beschuss geriet, auch auf einem anderen Schiff der
       Maschinenraum gebrannt. Beobachter hielten einen weiteren US-Angriff als
       Brandursache für wahrscheinlich. Bestätigt war dies jedoch zunächst nicht.
       (ap)
       
       ## Kuwait öffnet Luftraum wieder
       
       Nach erneutem Beschuss aus Iran hat der Golfstaat Kuwait vorerst Entwarnung
       gegeben. Nach einer Sperrung des Luftraums teilte die zuständige Behörde am
       Morgen mit, dass die „Umstände, die die zuvor ergriffenen
       Vorsichtsmaßnahmen erforderlich gemacht hatten, nicht mehr bestehen“. Der
       reguläre Betrieb werde am Flughafen in Kuwait wieder aufgenommen.
       Gleichzeitig beobachte man neue Entwicklungen und bewerte sie fortlaufend
       neu.
       
       Zuvor hieß es, die Schließung des Luftraums sei angesichts der „iranischen
       Aggressionen gegen den Staat Kuwait“ erfolgt. Die Luftabwehr sei im Einsatz
       gewesen, meldete die Armee auf X. Auch im Golfstaat Bahrain schrillten
       wieder die Sirenen, wie das Innenministerium des Inselstaates bekannt gab.
       Bewohner wurden dazu aufgerufen, Ruhe zu bewahren und den nächsten sicheren
       Ort aufzusuchen.
       
       Irans Streitkräfte hatten zuvor erklärt, die beiden als Verbündete der USA
       bekannten Nachbarstaaten als Reaktion auf die erneuten nächtlichen
       US-Angriffe in Iran attackiert zu haben. Bahrain und Kuwait beherbergen –
       so wie andere Golfstaaten auch – US-Militärstützpunkte, die nur wenige
       Hundert Kilometer von Iran entfernt sind. (dpa)
       
       ## Iran erklärt Meerenge für gesperrt
       
       Die USA und Iran haben sich in der zweiten Nacht in Folge heftig
       gegenseitig beschossen – womit sich der Konflikt trotz der seit zwei
       Monaten geltenden Waffenruhe gefährlich hochschaukelt. Irans Militär
       reagierte auf neue US-Angriffe nach eigenen Angaben mit einer kompletten
       Sperrung der Straße von Hormus sowie mit Gegenattacken auf Ziele in den
       Golfstaaten Bahrain und Kuwait. Jedes Schiff, das die für den Öl- und
       Gashandel wichtige Meerenge zu passieren versuche, werde angegriffen, hieß
       es in einer vom staatlichen Rundfunk verbreiteten Erklärung der iranischen
       Militärführung. Zwei Schiffe sollen laut Rundfunk beschossen worden sein.
       
       Es folgten gegenseitige Dementis. Das US-Regionalkommando Centcom schrieb
       auf X: „Handelsschiffe fahren weiterhin heute Nacht in die Straße von
       Hormus ein und heraus.“ Irans Staatsmedien nannten diese Behauptung falsch.
       Das US-Militär stellte seine erneuten Angriffe später wieder ein, wie das
       Regionalkommando Centcom am frühen Morgen auf der Plattform X mitteilte.
       
       Es seien militärische Aufklärungsanlagen, Kommunikationssysteme und
       Luftverteidigungsstellungen im ganzen Land attackiert worden, die eine
       Bedrohung für die US-Streitkräfte und internationale Handelsschiffe
       dargestellt hätten. Das US-Militär bleibe wachsam und kampfbereit, hieß es
       weiter. (dpa)
       
       ## Explosionen in Iran
       
       Iranische Staatsmedien meldeten Explosionen im Bereich mehrerer Hafenstädte
       entlang der Südküste. Demnach wurden zwei Menschen verletzt. Laut der
       Nachrichtenagentur Irna und dem Rundfunk wurden Explosionen nahe den
       Städten Minab und Sirik beobachtet. Weitere Detonationen gab es Berichten
       zufolge auch auf der Insel Gheschm und in der Hafenstadt Bandar Abbas.
       
       In der Nacht soll es außerdem nahe der iranischen Hauptstadt Teheran
       mehrere Angriffe gegeben haben. Der staatliche iranische Rundfunk meldete
       Explosionen in der Pendlermetropole Karadsch, die nur wenige Kilometer von
       der Millionenstadt Teheran entfernt liegt. Weiter westlich von Karadsch
       seien Kampfdrohnen gesichtet worden. Details dazu lagen zunächst nicht vor.
       (dpa)
       
       ## Bahrain und Kuwait erneut unter Beschuss
       
       Erst in der Nacht zum Mittwoch hatte das US-Militär als Reaktion auf den
       Abschuss eines Kampfhubschraubers Flugabwehranlagen, Bodenkontrollstationen
       und Radaranlagen in Iran attackiert. Iran griff daraufhin US-Stützpunkte in
       der Golfregion an.
       
       In Reaktion auf die erneuten US-Angriffe attackierten Irans Streitkräfte
       nach eigenen Angaben abermals Ziele in den Golfstaaten Bahrain und Kuwait.
       In Kuwait war nach Angaben der Armee die Luftabwehr im Einsatz. Die
       Luftfahrtbehörden sperrten deswegen am frühen Morgen vorübergehend den
       Luftraum für die zivile Luftfahrt.
       
       Auch in Bahrain schrillten die Sirenen, wie das Innenministerium mitteilte.
       Die Bewohner wurden dazu aufgerufen, Ruhe zu bewahren und den nächsten
       sicheren Ort aufzusuchen.
       
       In Bahrain sei das regionale Hauptquartier der US-Marine mit
       Kamikazedrohnen angegriffen worden, hieß es in einer vom staatlichen
       Rundfunk verbreiteten Erklärung der iranischen Armee. Ziel waren demnach
       Flugabwehrsysteme. Irans mächtige Revolutionsgarden, die Elitestreitmacht
       des Landes, attackierten nach eigenen Angaben neben einem
       US-Luftwaffenstützpunkt in Bahrain auch zwei Basen in Kuwait. Insgesamt
       seien 18 Ziele angegriffen worden, hieß es.
       
       In den beiden Golfstaaten befinden sich wichtige US-Stützpunkte, die nur
       wenige Hundert Kilometer vom Iran entfernt sind. Sie waren jüngst mehrfach
       zum Ziel iranischen Beschusses mit Raketen und Drohnen geworden. (dpa)
       
       ## Ölpreis steigt nach erneuten Iran-Angriffen
       
       Die zuletzt wieder aufgeflammten ‌Kampfhandlungen zwischen den USA und dem
       Iran haben den [1][Ölpreis in die Höhe getrieben.] Die Notierungen für das
       Nordseeöl Brent und das US-Öl WTI stiegen am Donnerstag in der Spitze um
       2,6 beziehungsweise 4 Prozent auf 95,50 und 93,64 Dollar je ‌Fass. Nach
       US-Luftschlägen in der Region griffen die iranischen Revolutionsgarden nach
       eigenen Angaben US-Flugzeuge auf dem Stützpunkt Al-Asrak in Jordanien mit
       zwölf ballistischen Raketen an. Dies deute einmal mehr darauf hin, dass
       eine Einigung in dem Krieg noch in weiter Ferne liege und dass die
       Energieflüsse aus dem Persischen Golf weiterhin stark eingeschränkt
       blieben, schrieben die Analysten von ING in einem ‌Kommentar.
       
       Die iranische Blockade der Straße von Hormus, durch die normalerweise ein
       Fünftel der weltweiten Öl- und Gaslieferungen abgewickelt werden, hat ⁠Öl
       seit Beginn des Krieges Ende Februar deutlich verteuert. Wie eine
       Reuters-Umfrage ergab, sank die Öl-Produktion der OPEC im Mai auf den
       niedrigsten Stand ‌seit über zwei ‌Jahrzehnten. (rtr)
       
       ## Iran und USA überziehen einander mit Dementis
       
       Nach einer neuen ‌Welle gegenseitiger Angriffe überziehen ‌sich die USA und
       der Iran mit völlig gegensätzlichen Darstellungen zur derzeitigen
       militärischen und politischen Lage. Während staatliche iranische Medien am
       Donnerstag meldeten, die strategisch wichtige Straße von Hormus sei
       gesperrt und US-Schiffe seien attackiert worden, dementierte das US-Militär
       umgehend. Es seien keine US-Kriegsschiffe getroffen worden, teilte das
       US-Zentralkommando (Centcom) mit. Auch die iranische Behauptung, die
       strategisch wichtige Meerenge sei gesperrt, wies das Centcom zurück und
       erklärte dagegen, Handelsschiffe ‌passierten die Meerenge weiterhin. Auch
       auf politischer Ebene bleiben die Aussagen widersprüchlich: US-Präsident
       Donald Trump erklärte, er stehe in direktem Kontakt mit der Führung in
       Teheran und wolle die Angriffe bald stoppen, weil der Iran ihn darum
       gebeten habe. Ein hochrangiger iranischer Regierungsvertreter wies dies als
       falsche Behauptung und Vorwand Trumps zurück, um einen Krieg zu vermeiden.
       
       Hintergrund der widersprüchlichen Angaben ist das offenbar erneute
       Scheitern einer brüchigen Waffenruhe, die Anfang April in dem seit vier
       Monaten andauernden Konflikt vereinbart worden war. Das US-Militär hatte in
       der Nacht eine neue Reihe von Angriffen auf Ziele ‌im Iran gestartet und
       dies als „weitere Schläge der Selbstverteidigung“ bezeichnet.
       US-Verteidigungsminister Pete Hegseth machte die Strategie der Regierung in
       Washington deutlich: „Wenn wir mit Bomben verhandeln müssen, werden wir mit
       Bomben verhandeln.“ Trump hatte die Lage zuvor ⁠verbal angeheizt und
       erklärt, er habe im Mai das US-Militär angewiesen, Öltanker in einem
       geheimen Einsatz bei der Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu
       unterstützen.
       
       Unterdessen meldeten iranische Staatsmedien eine weitere Eskalation: Die
       Armee habe als ‌Vergeltung für US-Angriffe ‌die in Bahrain stationierte
       fünfte US-Flotte mit Drohnen attackiert. Eine Reaktion der ⁠USA darauf lag
       zunächst nicht vor. Trotz der militärischen Auseinandersetzungen gibt es
       jedoch weiterhin diplomatische Bemühungen. Zwar erklärte das iranische
       Außenministerium, man müsse die Gespräche ‌mit den USA nach den jüngsten
       Angriffen neu ‌bewerten. Gleichzeitig landete jedoch iranischen
       Medienberichten zufolge eine Delegation aus Katar in Teheran, um in dem
       Konflikt zu vermitteln. (rtr)
       
       ## US-Regierung plant Treffen mit Rüstungskonzernen
       
       Die ‌US-Regierung hat Insidern ‌zufolge für die kommende Woche ein Treffen
       mit den Chefs der größten Rüstungskonzerne zur Beratung über eine
       beschleunigte Produktion geplant. Hintergrund seien schwindende Bestände
       durch den Krieg mit dem Iran sowie Waffenlieferungen an die Ukraine in den
       vergangenen Jahren, sagten mit den Plänen vertraute Personen am Mittwoch
       (Ortszeit) ‌der Nachrichtenagentur Reuters. Eine Sprecherin des Weißen
       Hauses, Anna Kelly, erklärte, das US-Militär verfüge über mehr als genug
       Munition für die strategischen Ziele von US-Präsident Donald Trump. Die
       „Operation Epic Fury“ habe gezeigt, was passiere, wenn man sich mit den USA
       anlege. Dennoch habe der Präsident die Rüstungsunternehmen aufgefordert,
       die Produktion im Inland stetig zu erhöhen.
       
       Es wäre das zweite Treffen dieser Art im Weißen Haus. Im März waren
       ‌bereits Führungskräfte von Unternehmen wie BAE Systems, Lockheed Martin,
       Northrop Grumman, RTX, Boeing, Honeywell Aerospace und L3Harris mit
       Verteidigungsminister Pete Hegseth zusammengekommen. Das
       US-Verteidigungsministerium drängt ⁠die Auftragnehmer zu einem deutlich
       höheren Tempo. (rtr)
       
       ## Trump spricht von „geheimer Mission“
       
       Das US-Militär hat nach Angaben von [2][US-Präsident Donald Trump] Öltanker
       und andere Handelsschiffe in einer „geheimen Mission“ dabei unterstützt,
       die Straße von Hormus zu durchqueren. Er habe dies im vergangenen Monat
       angeordnet, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social, ohne genauere
       Angaben zu der Unterstützung zu machen.
       
       „Heute freue ich mich, bekannt zu geben, dass diese Bemühungen dazu geführt
       haben, dass mehr als 100 Millionen Barrel Öl die Straße durchquert haben
       und auf den freien Markt gelangt sind“, schrieb er. Nach Angaben der
       Internationalen Energieagentur wurden im vergangenen Jahr pro Tag im
       Schnitt 20 Millionen Barrel an Rohöl und Ölprodukten durch die Meerenge
       transportiert.
       
       Trump schrieb weiter, dass mehr als 200 Handelsschiffe die Meerenge sicher
       durchquert hätten. Eine unabhängige Bestätigung für seine Angaben gab es
       zunächst nicht. Zuvor hatte der Präsident im Weißen Haus bereits vor
       Reportern vage von dem US-Vorgehen gesprochen und gesagt, dass er nun offen
       darüber reden könne, weil der Iran es herausgefunden habe. (dpa)
       
       11 Jun 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Irankrieg-schwaecht-Konjunktur/!6185224
 (DIR) [2] /Nach-Hubschrauberabsturz/!6186095
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Schwerpunkt Iran-Krieg
 (DIR) Schwerpunkt Iran
 (DIR) Donald Trump
 (DIR) Straße von Hormus
 (DIR) Ölpreis
 (DIR) Schwerpunkt Nahost-Konflikt
 (DIR) Schwerpunkt Nahost-Konflikt
 (DIR) Reden wir darüber
 (DIR) USA
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Krieg in Iran und Libanon: Eskalation für einen Deal
       
       Die Angriffe der USA und Israels nehmen wieder zu, sowohl in Iran wie im
       Libanon. Welches Kalkül steckt dahinter?
       
 (DIR) Atomwaffenausgaben auf Rekordhoch: Das Ende der atomaren Illusion
       
       Noch nie wurde so viel Geld für Atomwaffen ausgegeben wie derzeit. Und noch
       nie war die Gefahr so hoch, dass sie erneut eingesetzt werden.
       
 (DIR) Nach Hubschrauberabsturz: Trump macht Iran für Absturz verantwortlich und droht mit Konsequenzen
       
       US-Präsident Donald Trump gibt Iran für den Absturz eines US-Hubschraubers
       in der Nähe der Straße von Hormus die Schuld. Die USA müssten darauf
       reagieren, schrieb er.