# taz.de -- +++ Nachrichten im Irankrieg +++: Weltbank rechnet mit Konjunkturdämpfer
> Trump rudert zurück, nachdem er mit Übernahme der iranischen Ölinsel
> Charg gedroht hatte. Bei US-Angriff auf Tanker sterben drei indische
> Seeleute.
(IMG) Bild: Bandende blicken vom Strand von Bandar Abbas im Iran auf ein Frachtschiff in der Straße von Hormus, die wieder blockiert wird
Nach seiner Drohung, den wichtigsten iranischen Ölhafen auf der Insel Charg
unter Kontrolle der Vereinigten Staaten zu bringen, ist US-Präsident Donald
Trump ein Stück weit zurückgerudert. Dem Sender Fox News sagte er am
Donnerstag, er sei schon immer dafür gewesen sei, Charg einzunehmen. Er
wisse aber ehrlich gesagt nicht, ob Amerika den Mut dazu habe. Diese
Einschätzung wiederholte er mehrfach.
Auf Truth Social hatte Trump geschrieben: „In nicht allzu ferner Zukunft
werden wir die Insel Charg und andere wichtige Standorte der
Ölinfrastruktur einnehmen und die vollständige Kontrolle über deren Öl- und
Gasmärkte übernehmen, ähnlich wie wir es bereits in Venezuela getan haben.“
Die Insel im Persischen Golf ist der wichtigste Ölhafen der Islamischen
Republik. Zugleich hatte Trump mit schweren Angriffen gedroht. Das
US-Militär werde die Islamische Republik in der Nacht zum Freitag „SEHR
HART“ treffen, schrieb er teils in Großbuchstaben. (AP)
## Der steigende Ölpreis hat Folgen
Wegen des Ölpreisschocks im Iran-Krieg rechnet die Weltbank in diesem Jahr
mit einem Konjunkturdämpfer. Die Weltwirtschaft werde 2026 nur noch um 2,5
Prozent wachsen – 0,4 Prozentpunkte weniger als im vergangenen Jahr, hieß
es in der aktuellen Weltbank-Prognose, die am Donnerstag in Washington
veröffentlicht wurde. Für den Euroraum sagt sie 0,8 Prozent voraus.
Sollten die Energiepreise wieder sinken, dürfte sich das Wachstum im
Euroraum laut Weltbank in den kommenden zwei Jahren auf 1,3 Prozent
erholen. „Steigende fiskalische Unterstützung und Investitionen,
insbesondere in Deutschland, dürften die wirtschaftliche Aktivität
zusätzlich stützen“, heißt es in dem Bericht. (afp)
## Drei Seeleute bei US-Militäreinsatz vor Oman getötet
Nach dem Beschuss eines Tankers im Golf von Oman durch das US-Militär sind
nach Angaben Indiens drei zunächst vermisste indische Besatzungsmitglieder
tot aufgefunden worden. Ihre Leichen seien entdeckt und identifiziert
worden, schrieb der indische Schifffahrtsminister Sarbananda Sonowal auf
der Plattform X.
Das US-Militär hatte nach eigenen Angaben am Mittwoch das unter der Flagge
des pazifischen Inselstaats Palau fahrende Schiff „Settebello“ beschossen.
Es soll versucht haben, iranisches Öl zu transportieren. Die Besatzung habe
sich den Anweisungen der Streitkräfte widersetzt, hieß es.
Nach Angaben des Außenministeriums in Neu-Delhi konnten 21 indische
Besatzungsmitglieder gerettet werden. Drei weitere galten zunächst als
vermisst. Das Ministerium hatte den Angriff verurteilt. Laut Berichten
indischer Medien hatte das Außenministerium aus Protest den
stellvertretenden Botschafter der USA in Neu-Delhi einbestellt. (dpa)
## Erneut Brand auf Schiff in Straße von Hormus
Vor der Küste des Oman ist auf einem Tanker ein Brand ausgebrochen. Im
Maschinenraum sei sein Feuer ausgebrochen, berichtete die britische Behörde
für die Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) unter Berufung auf lokale
Behörden. Ob der Brand durch einen Angriff verursacht wurde, war zunächst
unklar. Die Behörden ermittelten weiter, hieß es.
Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar wurden mehrfach Schiffe in der
Straße von Hormus und angrenzenden Gewässern angegriffen. Der Iran hatte
kurz nach Kriegsbeginn durch Drohungen und Angriffe auf Schiffe den Verkehr
in der Meerenge weitgehend zum Erliegen gebracht. Aber auch die USA haben
im Zuge ihrer Seeblockade des Irans mehrmals Schiffe dort beschossen und so
manövrierunfähig gemacht. (dpa)
## Bemühungen um Abkommen intensiviert
Die Bemühungen um ein vorläufiges Abkommen zwischen den USA und dem Iran
intensivieren sich iranischen Insidern zufolge trotz der gegenseitigen
Angriffe beider Seiten. Wie drei iranische Insider der Nachrichtenagentur
Reuters erklären, beraten beide Staaten auch über einen Mechanismus zur
Freigabe eingefrorener iranischer Gelder. (rtr)
## Katarische Vermittler verlassen Teheran nach Gesprächen
Eine katarische Diplomatendelegation ist nach neuen Gefechten zwischen den
USA und dem Iran in der Golfregion aus Teheran abgereist. Die Delegation,
die in Abstimmung mit den USA in der Islamischen Republik verhandelt habe,
um ein Abkommen über ein Ende des Krieges anzubahnen, habe die iranische
Hauptstadt am Donnerstagmorgen verlassen, berichtete eine in den Vorgang
eingeweihte Person, die anonym bleiben wollte, der Nachrichtenagentur AP.
(ap)
## Iran: US-Angriffe machen Waffenruhe bedeutungslos
Die Waffenruhe mit den USA ist nach Einschätzung des Irans durch neue
US-Angriffe ausgehöhlt worden. Die Attacken hätten die Vereinbarung
praktisch bedeutungslos gemacht, hieß es in einer Erklärung, die das
iranische Außenministerium am Donnerstag veröffentlichte. Auf eine formelle
Aufkündigung der seit April geltenden Waffenruhe verzichtete das
Ministerium in der Mitteilung jedoch. (ap)
## Iran verurteilt „großangelegte“ US-Angriffe
Das iranische Außenministerium hat die „großangelegten“ US-Angriffe der
vergangenen Nacht scharf verurteilt. Teheran habe ein Recht auf
Selbstverteidigung und Gegenschläge, hieß es in einer Mitteilung des
Ministeriums. Die US-Regierung trage die Verantwortung für die
„gefährlichen Konsequenzen“ der Aggression, hieß es weiter. Laut iranischen
Medien wurden bei den Angriffen in der Provinz Teheran drei Menschen
verletzt. Das Portal „Mehr“ berichtete zugleich unter Berufung auf
offizielle Stellen, in den frühen Morgenstunden (Ortszeit) sei in der
Straße von Hormus ein Boot, das mit Grundnahrungsmitteln beladen gewesen
sei, von einem Geschoss der USA getroffen worden. Die Besatzung sei
gerettet worden. (dpa)
## Jordanien: 20 Raketen „abgeschossen“
Die jordanische Armee hat nach eigenen Angaben bei dem jüngsten iranischen
Angriff auf das Land 20 Raketen abgefangen. Luftabwehrsysteme und die
Luftwaffe hätten am frühen Donnerstag 20 Raketen „abgeschossen“, hieß es in
einer Erklärung der Armee. Sie seien vom Iran in Richtung des Gebiets Asrak
abgefeuert worden, wo sich ein Stützpunkt der US-Streitkräfte befindet. Das
Gebiet liegt etwa 80 Kilometer östlich der jordanischen Hauptstadt Amman.
Die USA und der Iran hatten sich in der Nacht zum Donnerstag erneut
gegenseitig angegriffen. Die iranischen Revolutionsgarden meldeten im Zuge
dessen einen Raketenangriff auf eine US-Kommandozentrale in Jordanien. Seit
dem 8. April gilt in dem Konflikt eine Feuerpause, die jedoch brüchig ist.
(afp)
## Saudi-Arabien beendet Importverbot aus dem Libanon
Nach fünf Jahren hat Saudi-Arabien ein Verbot für Importe aus dem Libanon
aufgehoben. Riad begründete den Schritt mit ermutigenden Maßnahmen der
libanesischen Regierung zur Stärkung staatlicher Institutionen, wie die
saudische Nachrichtenagentur SPA am Mittwochabend berichtete.
Das Importverbot kappte einen der wichtigsten Exportmärkte des Libanons und
setzte vor allem die libanesische Landwirtschaft unter Druck. „Das ist ein
echter Wendepunkt“, sagte Ibrahim Tarschischi, Vorsitzender des
Bauernverbands in der Bekaa-Ebene, der Deutschen Presse-Agentur. Nun gehe
es darum, die praktischen Voraussetzungen für die Wiederaufnahme der
Exporte zu schaffen und offene Fragen wie Transitvisa für Lastwagenfahrer
zu klären. Auch Libanons Präsident Joseph Aoun begrüßte die Entscheidung
als Ausdruck saudischer Unterstützung für den Libanon.
Saudi-Arabien hatte 2021 zunächst die Einfuhr von Obst und Gemüse aus dem
Libanon gestoppt und schließlich das Verbot auf alle Güter ausgeweitet. Die
Behörden des Königreichs begründeten den Schritt damals mit vermehrten
Versuchen, Drogen – mutmaßlich von der Hisbollah – über Agrarlieferungen
ins Land zu schmuggeln.
Im Zuge des Krieges zwischen Israel und der vom Iran unterstützen Hisbollah
will die Regierung in Beirut den iranischen Einfluss im Land unterbinden.
Beobachter sehen in der Entscheidung Saudi-Arabiens ein Signal, dass Riad
wieder Vertrauen in die aktuelle libanesische Führung setzt. (dpa)
## Meloni fordert von EU Bereitschaft zu mehr Iran-Sanktionen
Die Europäische Union sollte nach Ansicht der italienischen
Ministerpräsidentin Giorgia Meloni zu neuen Sanktionen gegen den Iran
bereit sein, falls das Land nicht zu einer Beilegung der Krise im Nahen
Osten beiträgt. Wenn Teheran den falschen Weg weiterverfolge, müsse die EU
bereit sein, den Druck durch neue gezielte Maßnahmen zu erhöhen, erklärt
Meloni vor dem Parlament. (rtr)
## Merz bekräftigt Bereitschaft um Engagement in Straße von Hormus
Kanzler Friedrich Merz hat die deutsche Bereitschaft bekräftigt, sich bei
der Sicherung der Straße von Hormus zu beteiligen. Voraussetzung sei aber,
dass die Voraussetzungen dafür geschaffen würden, sagt Merz in einer
Regierungserklärung im Bundestag. Deshalb setze sich die Bundesregierung
für eine diplomatische Lösung des Konflikts ein. Iran müsse sein
Atomprogramm dauerhaft und überprüfbar beenden. Zudem müsse es Sicherheit
für Israel und die Golfstaaten geben. (rtr)
## UN-Organisation verurteilt US-Angriff auf Tanker
Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation der Vereinten Nationen
(IMO) hat einen US-Angriff auf einen unter der Flagge Palaus fahrenden
Tanker verurteilt. Seit dem Beginn des Iran-Kriegs habe es in der Region 43
Angriffe auf die internationale Schifffahrt gegeben, beklagte die
UN-Organisation.
Der indische Schifffahrtsminister Sarbananda Sonowal hatte auf der
Plattform X mitgeteilt, bei dem Angriff auf die „Settebello“ seien drei
indische Seeleute getötet worden. Die USA hatten den Beschuss des Tankers
damit begründet, dass dieser die US-Seeblockade gegen den Iran verletzt und
versucht habe, Öl aus dem Iran zu transportieren. Das für den Nahen Osten
zuständige Regionalkommando des US-Militärs bestätigte den Beschuss des
Maschinenraums des Schiffes.
Die Seehandelsaufsicht der britischen Marine (UKMTO) teilte mit, am
Donnerstagmorgen habe vor der Küste des Omans unweit der Stelle, an der die
„Settebello“ unter Beschuss geriet, auch auf einem anderen Schiff der
Maschinenraum gebrannt. Beobachter hielten einen weiteren US-Angriff als
Brandursache für wahrscheinlich. Bestätigt war dies jedoch zunächst nicht.
(ap)
## Kuwait öffnet Luftraum wieder
Nach erneutem Beschuss aus Iran hat der Golfstaat Kuwait vorerst Entwarnung
gegeben. Nach einer Sperrung des Luftraums teilte die zuständige Behörde am
Morgen mit, dass die „Umstände, die die zuvor ergriffenen
Vorsichtsmaßnahmen erforderlich gemacht hatten, nicht mehr bestehen“. Der
reguläre Betrieb werde am Flughafen in Kuwait wieder aufgenommen.
Gleichzeitig beobachte man neue Entwicklungen und bewerte sie fortlaufend
neu.
Zuvor hieß es, die Schließung des Luftraums sei angesichts der „iranischen
Aggressionen gegen den Staat Kuwait“ erfolgt. Die Luftabwehr sei im Einsatz
gewesen, meldete die Armee auf X. Auch im Golfstaat Bahrain schrillten
wieder die Sirenen, wie das Innenministerium des Inselstaates bekannt gab.
Bewohner wurden dazu aufgerufen, Ruhe zu bewahren und den nächsten sicheren
Ort aufzusuchen.
Irans Streitkräfte hatten zuvor erklärt, die beiden als Verbündete der USA
bekannten Nachbarstaaten als Reaktion auf die erneuten nächtlichen
US-Angriffe in Iran attackiert zu haben. Bahrain und Kuwait beherbergen –
so wie andere Golfstaaten auch – US-Militärstützpunkte, die nur wenige
Hundert Kilometer von Iran entfernt sind. (dpa)
## Iran erklärt Meerenge für gesperrt
Die USA und Iran haben sich in der zweiten Nacht in Folge heftig
gegenseitig beschossen – womit sich der Konflikt trotz der seit zwei
Monaten geltenden Waffenruhe gefährlich hochschaukelt. Irans Militär
reagierte auf neue US-Angriffe nach eigenen Angaben mit einer kompletten
Sperrung der Straße von Hormus sowie mit Gegenattacken auf Ziele in den
Golfstaaten Bahrain und Kuwait. Jedes Schiff, das die für den Öl- und
Gashandel wichtige Meerenge zu passieren versuche, werde angegriffen, hieß
es in einer vom staatlichen Rundfunk verbreiteten Erklärung der iranischen
Militärführung. Zwei Schiffe sollen laut Rundfunk beschossen worden sein.
Es folgten gegenseitige Dementis. Das US-Regionalkommando Centcom schrieb
auf X: „Handelsschiffe fahren weiterhin heute Nacht in die Straße von
Hormus ein und heraus.“ Irans Staatsmedien nannten diese Behauptung falsch.
Das US-Militär stellte seine erneuten Angriffe später wieder ein, wie das
Regionalkommando Centcom am frühen Morgen auf der Plattform X mitteilte.
Es seien militärische Aufklärungsanlagen, Kommunikationssysteme und
Luftverteidigungsstellungen im ganzen Land attackiert worden, die eine
Bedrohung für die US-Streitkräfte und internationale Handelsschiffe
dargestellt hätten. Das US-Militär bleibe wachsam und kampfbereit, hieß es
weiter. (dpa)
## Explosionen in Iran
Iranische Staatsmedien meldeten Explosionen im Bereich mehrerer Hafenstädte
entlang der Südküste. Demnach wurden zwei Menschen verletzt. Laut der
Nachrichtenagentur Irna und dem Rundfunk wurden Explosionen nahe den
Städten Minab und Sirik beobachtet. Weitere Detonationen gab es Berichten
zufolge auch auf der Insel Gheschm und in der Hafenstadt Bandar Abbas.
In der Nacht soll es außerdem nahe der iranischen Hauptstadt Teheran
mehrere Angriffe gegeben haben. Der staatliche iranische Rundfunk meldete
Explosionen in der Pendlermetropole Karadsch, die nur wenige Kilometer von
der Millionenstadt Teheran entfernt liegt. Weiter westlich von Karadsch
seien Kampfdrohnen gesichtet worden. Details dazu lagen zunächst nicht vor.
(dpa)
## Bahrain und Kuwait erneut unter Beschuss
Erst in der Nacht zum Mittwoch hatte das US-Militär als Reaktion auf den
Abschuss eines Kampfhubschraubers Flugabwehranlagen, Bodenkontrollstationen
und Radaranlagen in Iran attackiert. Iran griff daraufhin US-Stützpunkte in
der Golfregion an.
In Reaktion auf die erneuten US-Angriffe attackierten Irans Streitkräfte
nach eigenen Angaben abermals Ziele in den Golfstaaten Bahrain und Kuwait.
In Kuwait war nach Angaben der Armee die Luftabwehr im Einsatz. Die
Luftfahrtbehörden sperrten deswegen am frühen Morgen vorübergehend den
Luftraum für die zivile Luftfahrt.
Auch in Bahrain schrillten die Sirenen, wie das Innenministerium mitteilte.
Die Bewohner wurden dazu aufgerufen, Ruhe zu bewahren und den nächsten
sicheren Ort aufzusuchen.
In Bahrain sei das regionale Hauptquartier der US-Marine mit
Kamikazedrohnen angegriffen worden, hieß es in einer vom staatlichen
Rundfunk verbreiteten Erklärung der iranischen Armee. Ziel waren demnach
Flugabwehrsysteme. Irans mächtige Revolutionsgarden, die Elitestreitmacht
des Landes, attackierten nach eigenen Angaben neben einem
US-Luftwaffenstützpunkt in Bahrain auch zwei Basen in Kuwait. Insgesamt
seien 18 Ziele angegriffen worden, hieß es.
In den beiden Golfstaaten befinden sich wichtige US-Stützpunkte, die nur
wenige Hundert Kilometer vom Iran entfernt sind. Sie waren jüngst mehrfach
zum Ziel iranischen Beschusses mit Raketen und Drohnen geworden. (dpa)
## Ölpreis steigt nach erneuten Iran-Angriffen
Die zuletzt wieder aufgeflammten Kampfhandlungen zwischen den USA und dem
Iran haben den [1][Ölpreis in die Höhe getrieben.] Die Notierungen für das
Nordseeöl Brent und das US-Öl WTI stiegen am Donnerstag in der Spitze um
2,6 beziehungsweise 4 Prozent auf 95,50 und 93,64 Dollar je Fass. Nach
US-Luftschlägen in der Region griffen die iranischen Revolutionsgarden nach
eigenen Angaben US-Flugzeuge auf dem Stützpunkt Al-Asrak in Jordanien mit
zwölf ballistischen Raketen an. Dies deute einmal mehr darauf hin, dass
eine Einigung in dem Krieg noch in weiter Ferne liege und dass die
Energieflüsse aus dem Persischen Golf weiterhin stark eingeschränkt
blieben, schrieben die Analysten von ING in einem Kommentar.
Die iranische Blockade der Straße von Hormus, durch die normalerweise ein
Fünftel der weltweiten Öl- und Gaslieferungen abgewickelt werden, hat Öl
seit Beginn des Krieges Ende Februar deutlich verteuert. Wie eine
Reuters-Umfrage ergab, sank die Öl-Produktion der OPEC im Mai auf den
niedrigsten Stand seit über zwei Jahrzehnten. (rtr)
## Iran und USA überziehen einander mit Dementis
Nach einer neuen Welle gegenseitiger Angriffe überziehen sich die USA und
der Iran mit völlig gegensätzlichen Darstellungen zur derzeitigen
militärischen und politischen Lage. Während staatliche iranische Medien am
Donnerstag meldeten, die strategisch wichtige Straße von Hormus sei
gesperrt und US-Schiffe seien attackiert worden, dementierte das US-Militär
umgehend. Es seien keine US-Kriegsschiffe getroffen worden, teilte das
US-Zentralkommando (Centcom) mit. Auch die iranische Behauptung, die
strategisch wichtige Meerenge sei gesperrt, wies das Centcom zurück und
erklärte dagegen, Handelsschiffe passierten die Meerenge weiterhin. Auch
auf politischer Ebene bleiben die Aussagen widersprüchlich: US-Präsident
Donald Trump erklärte, er stehe in direktem Kontakt mit der Führung in
Teheran und wolle die Angriffe bald stoppen, weil der Iran ihn darum
gebeten habe. Ein hochrangiger iranischer Regierungsvertreter wies dies als
falsche Behauptung und Vorwand Trumps zurück, um einen Krieg zu vermeiden.
Hintergrund der widersprüchlichen Angaben ist das offenbar erneute
Scheitern einer brüchigen Waffenruhe, die Anfang April in dem seit vier
Monaten andauernden Konflikt vereinbart worden war. Das US-Militär hatte in
der Nacht eine neue Reihe von Angriffen auf Ziele im Iran gestartet und
dies als „weitere Schläge der Selbstverteidigung“ bezeichnet.
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth machte die Strategie der Regierung in
Washington deutlich: „Wenn wir mit Bomben verhandeln müssen, werden wir mit
Bomben verhandeln.“ Trump hatte die Lage zuvor verbal angeheizt und
erklärt, er habe im Mai das US-Militär angewiesen, Öltanker in einem
geheimen Einsatz bei der Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu
unterstützen.
Unterdessen meldeten iranische Staatsmedien eine weitere Eskalation: Die
Armee habe als Vergeltung für US-Angriffe die in Bahrain stationierte
fünfte US-Flotte mit Drohnen attackiert. Eine Reaktion der USA darauf lag
zunächst nicht vor. Trotz der militärischen Auseinandersetzungen gibt es
jedoch weiterhin diplomatische Bemühungen. Zwar erklärte das iranische
Außenministerium, man müsse die Gespräche mit den USA nach den jüngsten
Angriffen neu bewerten. Gleichzeitig landete jedoch iranischen
Medienberichten zufolge eine Delegation aus Katar in Teheran, um in dem
Konflikt zu vermitteln. (rtr)
## US-Regierung plant Treffen mit Rüstungskonzernen
Die US-Regierung hat Insidern zufolge für die kommende Woche ein Treffen
mit den Chefs der größten Rüstungskonzerne zur Beratung über eine
beschleunigte Produktion geplant. Hintergrund seien schwindende Bestände
durch den Krieg mit dem Iran sowie Waffenlieferungen an die Ukraine in den
vergangenen Jahren, sagten mit den Plänen vertraute Personen am Mittwoch
(Ortszeit) der Nachrichtenagentur Reuters. Eine Sprecherin des Weißen
Hauses, Anna Kelly, erklärte, das US-Militär verfüge über mehr als genug
Munition für die strategischen Ziele von US-Präsident Donald Trump. Die
„Operation Epic Fury“ habe gezeigt, was passiere, wenn man sich mit den USA
anlege. Dennoch habe der Präsident die Rüstungsunternehmen aufgefordert,
die Produktion im Inland stetig zu erhöhen.
Es wäre das zweite Treffen dieser Art im Weißen Haus. Im März waren
bereits Führungskräfte von Unternehmen wie BAE Systems, Lockheed Martin,
Northrop Grumman, RTX, Boeing, Honeywell Aerospace und L3Harris mit
Verteidigungsminister Pete Hegseth zusammengekommen. Das
US-Verteidigungsministerium drängt die Auftragnehmer zu einem deutlich
höheren Tempo. (rtr)
## Trump spricht von „geheimer Mission“
Das US-Militär hat nach Angaben von [2][US-Präsident Donald Trump] Öltanker
und andere Handelsschiffe in einer „geheimen Mission“ dabei unterstützt,
die Straße von Hormus zu durchqueren. Er habe dies im vergangenen Monat
angeordnet, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social, ohne genauere
Angaben zu der Unterstützung zu machen.
„Heute freue ich mich, bekannt zu geben, dass diese Bemühungen dazu geführt
haben, dass mehr als 100 Millionen Barrel Öl die Straße durchquert haben
und auf den freien Markt gelangt sind“, schrieb er. Nach Angaben der
Internationalen Energieagentur wurden im vergangenen Jahr pro Tag im
Schnitt 20 Millionen Barrel an Rohöl und Ölprodukten durch die Meerenge
transportiert.
Trump schrieb weiter, dass mehr als 200 Handelsschiffe die Meerenge sicher
durchquert hätten. Eine unabhängige Bestätigung für seine Angaben gab es
zunächst nicht. Zuvor hatte der Präsident im Weißen Haus bereits vor
Reportern vage von dem US-Vorgehen gesprochen und gesagt, dass er nun offen
darüber reden könne, weil der Iran es herausgefunden habe. (dpa)
11 Jun 2026
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