# taz.de -- Tigermücken-Virus: Wie kommen Impfungen in die betroffenen Regionen?
> Ein EU-Projekt soll Impfstoff gegen das Chikungunya-Virus in
> Subsahara-Afrika zugänglich machen. Durch die Klimakrise wandert die
> Krankheit gen Norden.
(IMG) Bild: Die Asiatische Tigermücke kann den Chikungunya-Virus übertragen
Mücken und ihre Stiche sind nicht nur lästig, sie können auch richtig
gefährlich werden. Nehmen wir zum Beispiel die Asiatische Tigermücke: Sie
überträgt das [1][Chikungunya]-Virus, das seinen Namen wegen der
ausgelösten starken Muskel- und Gliederschmerzen trägt.
Aktuell sind größere Ausbrüche dieses Virus vor allem in Subsahara-Afrika
zu verzeichnen. Impfstoffe gibt es theoretisch, nur sind sie in den am
stärksten betroffenen Regionen nicht lizenziert. Das ist problematisch, da
die Schmerzen bei schweren Verläufen monate- oder sogar jahrelang anhalten
können.
Ziel eines kürzlich gestarteten [2][EU-Projekts unter der Leitung von Gisa
Gerold], leitende Virologin der Universität Innsbruck, ist daher die
Zulassung des Impfstoffs Ixchiq in den betroffenen Gebieten. Dafür arbeiten
Forschende aus Afrika und Europa zusammen an der mit 14 Millionen Euro
geförderten European-African-Vaccine-Initiative.
„Es besteht ein dringender Bedarf, Impfstoffe gegen die
Chikungunya-Infektion in den betroffenen Bevölkerungsgruppen in
Subsahara-Afrika zu testen, zuzulassen und zu verteilen“, so Gerold. Dafür
soll vor Ort eine klinische Studie durchgeführt werden, damit bei großen
Ausbrüchen eine schnelle Impfkampagne möglich ist. Außerdem ist eine
leistbare Produktion des Impfmittels vor Ort geplant.
## Mehr Mücken, mehr Infektionen
Auch Europa und weitere nördliche Regionen müssen sich stärker auf die
Krankheit einstellen. [3][Eine Studie der Medizinischen Universität in
Zhejiang (China)] etwa prognostiziert, dass sich die Überträgermücken durch
den Klimawandel in nördlichere Regionen ausbreiten werden. Momentan
entspricht das Gebiet, in dem Tigermücken das Chikungunya-Virus übertragen
können, etwa einem Fünftel der globalen Fläche.
In Zukunft sieht das allerdings anders aus, [4][da durch die Klimaerwärmung
neue Risikozonen entstehen]. Demnach wird die Asiatische Tigermücke
vermehrt in nördlicheren Regionen auftreten, sobald die
Durchschnittstemperatur in den kältesten Monaten durchgehend über minus
drei Grad liegt. Dann überwintert die Mücke und kann die Region besiedeln.
Die Autor*innen nennen Länder in Nordeuropa, Ostasien sowie Nord- und
Südamerika als potenziell betroffene Gebiete.
Da Menschen in diesen Regionen noch keine Immunität aufweisen können,
empfiehlt die Studie Frühwarnsysteme und eine gezielte Schulung des
Fachpersonals, damit sie die Symptomatik richtig erkennen können.
8 Jun 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Valneva-Aktien-fallen-um-20-Prozent/!6109427
(DIR) [2] https://www.i-med.ac.at/de/pr/presse/2026/innsbrucker-virologin-gisa-gerold-leitet-millionenschweres-eu-projekt-zu-chikungunya-impfstoff/
(DIR) [3] https://www.frontiersin.org/journals/cellular-and-infection-microbiology/articles/10.3389/fcimb.2026.1808175/full
(DIR) [4] /Folgen-der-Erderhitzung/!6105338
## AUTOREN
(DIR) Charlotte Gabel
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