# taz.de -- Nominiert für den panterpreis 2026: Mehr als Kulturjournalismus
       
       > In Nordrhein-Westfalen streiten die Kultur- und Meinungsmagazine choices,
       > trailer und engels für eine lebenswerte, solidarische Gesellschaft.
       > Herausgeber ist der Verlag Berndt Media.
       
 (IMG) Bild: Ein Herz für Kultur: das Team von Berndt Media mit Joachim Berndt (l.)
       
       [1][taz panterpreis] | Das Programm der Ruhrfestspiele wird ebenso
       besprochen wie Branko Janacks Inszenierung über den Serienmörder Johann
       „Jack“ Unterweger am Schauspiel Köln und HipHop-Tanzprojekte: Jeden Monat
       zeigen die Magazine [2][choices] in Köln, [3][trailer] im Ruhrgebiet und
       [4][engels] in Wuppertal kostenlos, was die Kultur den 10 Millionen
       Menschen im Ballungsraum Rhein-Ruhr bietet – von Theater und Kino über
       Konzerte und Literatur bis zu Museen und Kunstausstellungen.
       
       Beim Kino reicht die Bandbreite von Hommagen an Bands wie die Toten Hosen
       und Iron Maiden bis zum Kinderfilm „Die Legende des Wüstenkindes“. Der
       Kriminalroman „Swinging Cologne“ des Autors Stefan Winges wird ebenso
       besprochen wie das noch bis Mitte Juni laufende stARTfestival in
       Leverkusen, bei dem das Kammerorchester Wien-Berlin ebenso auftritt wie der
       polnische Cellist Michał Pepol.
       
       Doch die drei Magazine, die alle im [5][Verlag Berndt Media] erscheinen,
       bieten mehr als eine breite Mischung von Populär- und Hochkultur. Die mehr
       als 30 festen und freien Mitarbeiter:innen der Redaktionen, von denen
       einige auch in der taz veröffentlicht haben, kämpfen und streiten für eine
       lebenswerte solidarische Gesellschaft. Viele Texte sind dezidiert
       politisch.
       
       In der Rubrik „Fragen der Zeit“ wird jeden Monat ein aktuelles
       Schwerpunktthema beleuchtet – vom bundesweiten Frauenstreik bis zum
       Rechtsruck. Im Schwerpunkt „Nach der Arbeit“ wurde etwa gefragt, ob
       Industriearbeit in Deutschland ein Auslaufmodell sein könnte – und warum
       sich Sozialdemokratie und Gewerkschaften trotzdem an den „Fetisch Arbeit“
       klammern.
       
       ## Lob von Leser:innen
       
       Verleger Joachim Berndt steckt also jeden Monat viel Geld in progressiven,
       aufklärerischen Journalismus – auch im Internet. „So etwas kann eigentlich
       nur ein Verrückter machen“, sagt der gebürtige Schwabe, der seit seiner
       Politisierung in den Siebzigern im Ruhrgebiet lebt. „Jeder nur rein
       kaufmännisch denkende Mensch hätte das schon zehnmal beendet“, sagt Berndt,
       der trotz seiner 77 Jahre unfassbar fit wirkt. „Ich bringe Menschen
       zusammen, die viel mehr wissen als ich“, sagt der Verleger dazu: „Das gibt
       mir Kraft.“
       
       Genauso wichtig sei aber auch das Lob von Leser:innen, gerade für die
       politischen „Themen der Zeit“. Rein Kommerzielles habe er nie herausgeben
       wollen, sagt Berndt, dessen Firma sich auch um den Anzeigenverkauf der 2007
       eingestellten taz nrw gekümmert hat. „Als ich die 1989 gegründete Choices
       übernommen habe, war das ein PR-Magazin“, erklärt er im Gespräch. „Ich
       dagegen war fasziniert von den seit den siebziger Jahren gründeten
       Filmkunstkinos, von Regisseuren wie Rainer Werner Fassbinder.“
       
       Berndt finanziert seinen Verlag bis heute allein über Anzeigen. Staatliche
       „Finanzierung, Subventionen oder was auch immer“ habe er nie bekommen, sagt
       er. Unabhängig fühlen sich seine Autor:innen trotzdem: „Schreib, was du
       willst“, sage der Verleger oft, erzählt einer von ihnen.
       
       3 Jun 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /taz-panterstiftung/taz-panter-preis/!v=4269299f-23bb-40f2-a4ea-2b1b1ae40192/
 (DIR) [2] https://www.choices.de/kultur-in-nrw
 (DIR) [3] https://www.trailer-ruhr.de/
 (DIR) [4] https://www.engels-kultur.de/
 (DIR) [5] https://www.berndt-media.de/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Andreas Wyputta
       
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