# taz.de -- Entwarnung durch Umweltbundesamt: Ozonwerte trotz Hitze in moderatem Bereich
       
       > Laut Medienberichten schlägt das Umweltbundesamt Alarm wegen hoher
       > Ozonwerte. Völlig übertrieben, sagen die Expert*innen auf Nachfrage
       > selbst.
       
 (IMG) Bild: Fahrradfahrer in Karlsruhe: Die Hitze kann zu erhöhtem bodennahen Ozon führen
       
       Hitzewellen können für erhöhte Werte von bodennahem Ozon sorgen – doch
       trotz des heiteren Wetters besteht momentan kein Grund zur Sorge. Das
       erklärte das Umweltbundesamt auf Nachfrage der taz. [1][Unter anderem die
       Bild-Zeitung hatte vor wenigen Tagen berichtet], das Umweltbundesamts
       schlage angesichts des guten Wetters in Hinblick auf die Ozonwerte Alarm.
       
       Ute Dauert, Leiterin des Fachgebiets Luftqualität beim Umweltbundesamt,
       machte deutlich: „Eine Warnung ist völlig übertrieben – die hat das
       Umweltbundesamt auch gar nicht ausgesprochen“, so die Expertin. „Wir
       rechnen nicht damit, dass in den kommenden Tagen ein großer Anstieg
       passiert“.
       
       In der Stratosphäre schützt die [2][Ozonschicht uns vor schädlicher
       UV-Strahlung]. Hohe Werte von Ozon in Bodennähe können jedoch Pflanzen
       schädigen und [3][Menschen gesundheitlich beeinträchtigen.] In Bodennähe
       entsteht Ozon, wenn [4][Luftschadstoffe wie Stickoxide], die zum Beispiel
       in Verbrenner-Abgasen stecken, und flüchtige organische Verbindungen wie
       Lösemittel aus Lacken und Farben auf hohe Sonneneinstrahlung treffen.
       
       Gefährlich können hohe Messwerte vor allem für vorbelastete Personen
       werden. Kopfschmerzen, Atemwegsbeschwerden und Augenreizungen sind mögliche
       Gesundheitsfolgen. Abhängig sind diese Reizungen vor allem von körperlicher
       Aktivität – wer sich viel draußen bewegt, atmet durch die erhöhte
       Atemfrequenz auch mehr Ozon ein. Von Sport während Tageszeiten mit hoher
       Sonneneinstrahlung sei daher abzuraten. „10 bis 15 Prozent der Menschen
       reagieren empfindlich auf Ozon“, so Dauert.
       
       ## Klimawandel verschärft Ozon-Problem
       
       Durch den Klimawandel kommt es immer häufiger auch in Deutschland zu
       Hitzewellen und somit zu einer begünstigten Bildung von Ozon. Doch laut
       Dauert ist die Ozonbildung durch eine Absenkung der Vorlaufstoffe
       kompensierbar. „Wir haben als Menschen mehr Einfluss als der Klimawandel“,
       betont die Expertin. Letztlich ist natürlich auch der Klimawandel ein
       Produkt der fossilen Energienutzung und damit menschengemacht.
       
       Im Vergleich zu den 1990er Jahren seien die aktuellen Ozon-Werte sehr viel
       niedriger. „Damals war Ozon ein Dauerthema, es gab den sogenannten
       Sommersmog“, erinnert sich die Meteorologin. „Das haben wir so jetzt nicht
       mehr. Die besonders hohen Ozonspitzen sind weg, weil die Stoffe, aus denen
       das Ozon gebildet wird, seitdem quasi halbiert wurden.“ Das hat etwa mit
       der Einführung von Katalysatoren und Partikelfiltern in Autos oder auch
       industriellen Filteranlagen sowie der zunehmenden Verwendung
       lösemittelfreier Farben und Lacke zu tun.
       
       Um die Ozonwerte besser im Blick zu behalten, empfiehlt die Dauert die
       Luftqualitäts-App des Umweltbundesamts. Sie versorgt Nutzer*innen mit
       stündlich-aktualisierten Infos und schickt vorbelasteten Personen bei einem
       hohen Index Pushnachrichten.
       
       29 May 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.bild.de/leben-wissen/wissenschaft/und-das-im-ende-mai-umweltbundesamt-schlaegt-schon-jetzt-ozon-alarm-6a168fb9f1c0dd3f2e7d60bf
 (DIR) [2] /die-gute-nachricht/!6142366/
 (DIR) [3] /Junge-Menschen-leiden-an-schlechter-Luft/!5929672
 (DIR) [4] /Europaeische-Umweltagentur-warnt/!6073567
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Evke Bakker
       
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