# taz.de -- Elon Musks Alternative zu Wikipedia: Der Kampf um die digitale Deutungshoheit
       
       > Grokipedia, Elon Musks Gegenentwurf zu Wikipedia, ist ein Sammelbecken
       > für rechte Fake News. Die KI-Inhalte infizieren das gesamte Netz.
       
 (IMG) Bild: Das Weltbild von Musk findet immer perfidere Wege, uns zu erreichen
       
       Es ist schon abgedreht, einer der besten Plattformen des Internets,
       Wikipedia, vorzuwerfen, sie sei von linken Aktivisten kontrolliert. Aber
       dann eine alternative Enzyklopädie zu gründen, die von einer künstlichen
       Intelligenz geschrieben wird, ist eine Art geistiger Kurzschluss, wie man
       ihn bei Tech Bros wie Elon Musk öfter beobachtet.
       
       Das sogenannte [1][Grokipedia] wird vollends von dem Chatbot Grok von Musks
       Firma xAI gesteuert. Ja, das ist [2][die KI wegen, der viele generierte
       Nacktbilder] von realen Personen online kursierten.
       
       Mit mittlerweile rund sechs Millionen Artikeln bietet Grokipedia nur ein
       Zehntel der Einträge, die Wikipedia auffährt. Im Herbst 2025 ist die
       Plattform mit dem Ziel online gegangen, „die ganze Wahrheit“ zu teilen, so
       Musk. Der [3][NDR hat in einem Faktencheck] nun herausgefunden, was das
       heißt: dass neben seriösen auch Quellen von Facebook oder Reddit Posts
       benutzt werden, um aus Meinungen „Fakten“ zu generieren.
       
       Andere [4][fanden heraus], dass auch rechtsextreme Seiten und Portale für
       Verschwörungstheorien die Quelle für Einträge sind. Wer Wikipedia zu wahr
       findet, kann also dafür bei Grokipedia einen Mix aus rechter Schwurbelei
       und Desinformation finden.
       
       Aber ein Hoch auf die Feedbackkultur von Grok: Fehler kann man melden. Die
       Hinweise liest die KI und entscheidet dann ohne Mensch, ob ausgebessert
       wird oder nicht.
       
       Zwar dystopisch, aber egal, solange es noch seriöse Alternativen gibt? So
       einfach ist es nicht. Die Fake News aus Grokipedia fangen an, sich in
       anderen Chatbots zu verteilen wie Bettwanzen. [5][Erste Analysen] zeigen,
       dass KIs wie ChatGPT und Gemini das Pseudo-Lexikon nutzen, um Antworten
       auszuspucken. Im Fall von ChatGPT etwa schon läppische [6][260.000 Mal].
       
       Das Weltbild von Musk findet immer perfidere Wege, uns zu erreichen. Der
       Kampf um die digitale Deutungshoheit von Informationen wird im Zeitalter
       von KI immer relevanter werden – je nachdem, welche politische Agenda ihr
       Entwickler verfolgt. Dagegen wirken die menschlichen Irrtümer in
       Wikipedia-Einträgen fast niedlich.
       
       28 May 2026
       
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 (DIR) [3] https://www.tagesschau.de/faktenfinder/kontext/grokipedia-test-zuverlaessigkeit-100.html
 (DIR) [4] https://arxiv.org/pdf/2511.09685
 (DIR) [5] https://www.theverge.com/report/870910/ai-chatbots-citing-grokipedia
 (DIR) [6] https://www.theverge.com/report/870910/ai-chatbots-citing-grokipedia
       
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