# taz.de -- was für eine woche: „Die meisten ‚Migrant:innen‘ in der Schweiz kommen aus Italien und Deutschland“
Simone Schmollack
Mehr als 10 Millionen wollen die Schweizer nicht. Nee, nee, nicht 10
Millionen Schweizer Franken, sondern 10 Millionen Menschen. Genauer gesagt,
zu viele Einwohner:innen will die Schweizerische Volkspartei (SVP)
nicht. Sie fürchtet, ihre gekämmte Wiesen- und Berglandschaft könnte
überflutet werden – durch eine „Massenmigration“. Ja, so nennt sie die seit
Jahren stattfindende Zuwanderung. Deswegen dürfen all die Heidis und Urses
am Sonntag bei einer Volksabstimmung entscheiden, ob sie das auch so sehen
wie die SVP.
Wer nun glaubt, die Schweiz ziehe insbesondere Menschen aus
krisengeschüttelten Regionen an, aus Afrika und Lateinamerika, meinetwegen
auch aus China und den USA, wird umsonst nach Multikulti suchen. Die
meisten „Migrant:innen“ kommen aus Europa: Italien, Deutschland,
Portugal, Frankreich, insgesamt 2,4 Millionen. Die leben dort gern, weil
die Schweiz nicht in jedem Fall mit Löhnen und Gehältern geizt. Aber all
die Fremdlinge müssen ja irgendwo wohnen – und jetzt hat auch die kleine
Schweiz ein Wohnungsproblem. Am stärksten merken das Studierende in
Unistädten. Willkommen, liebe Schweiz, in der Realität.
13 Jun 2026
## AUTOREN
(DIR) Simone Schmollack
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