# taz.de -- ZDF-Doku über Exorzismus: Komm, Teufel, geh!
> Passend zu Pfingsten: „Der Teufel in mir – Exorzismus heute“ beschäftigt
> sich mit Geistern und ihrer Austreibung.
(IMG) Bild: Hier soll ein Dämon durch die Taufe geschwächt werden
Das Timing ist schon mal gut. Zwar weiß [1][laut Umfragen] nur etwas mehr
als die Hälfte der Deutschen, dass Pfingsten etwas mit einem heiligen Geist
zu tun hat; und ob sie es genauer wirklich wissen wollen?
[2][Pfingsten] bleibt ja jedenfalls ein liebliches Fest, und ein Geist ist
auf jeden Fall interessant. Und wenn wir so weit sind: Wenn es heilige
Geister gibt, kann es da nicht auch unheilige geben, liebe Engel eben und
dann auch böse, Dämonen, den Teufel gar? Und falls wir den Beistand der
guten Geister herbeibitten können, ist es dann nicht auch logisch, dass
sich böse Geister mit mehr oder weniger professioneller Hilfe austreiben
lassen?
Auf solche Spekulationen lässt sich der an Pfingstmontag ausgestrahlte
ZDF-Film „Der Teufel in mir – Exorzismus heute“ ein und hat so immerhin das
Verdienst, dass eine Wirklichkeit aus dem Verborgenen katholischer Kreise
und aus gar nicht so verborgenen freikirchlichen Social-Media-Abgründen
geholt wird.
Allerdings dauerraunt es in dem Film – mit dumpfer Musik und Nebelschwaden.
Diese nicht gerade subtilen Mittel muss man den Autoren Max Damm und Emely
Sporrer vorwerfen. Der Film hätte sie eigentlich nicht nötig, denn die
Recherche, insbesondere was die aussagekräftigen Protagonisten angeht, ist
durchaus gelungen.
## Verfluchte Kuhställe
Da ist der katholische Pater und Psychotherapeut Dr. Jörg Müller, der mit
seinen Vorträgen zum Exorzismus Pfarreien füllt und dessen Ausräucherung
angeblich durch Nachbarneid verfluchter Kuhställe man nicht ohne Rührung
betrachtet – jedenfalls als katholisch sozialisierter. Da sind evangelikale
junge Menschen, die von ihrem Leid durch Exorzismus, aber auch von ihrer
Freude an „Befreiungsdiensten“ erzählen.
Da ist aber auch die obligatorische Expertin, die einerseits das
verschwörungstheoretische Substrat exorzistischer Welterklärung offenlegt,
es am Ende andererseits für im „Ungewissen“ liegend erklärt, ob es den
Teufel nun gibt oder nicht. Und wissen wir es besser? Gewiss. Aber um uns
geht es ja nicht, sondern um Angebot und Nachfrage in einem obskuren
Business, das von starken Sehnsüchten getrieben ist, denen der Film
Gesichter gibt.
25 May 2026
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## AUTOREN
(DIR) Ambros Waibel
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