# taz.de -- tazđŸlage: Doppelt und dreifach: Lob und Preis fĂŒr die taz
Am 29. April wurde die taz gleich zweifach mit dem Rainer-Reichert-Preis
geehrt. Der Bayerische Journalistenverband zeichnet seit 2015
journalistische Arbeiten aus, die sich in besonderer Weise mit dem Wert der
Pressefreiheit auseinandersetzen.
In der Kategorie âText/Multimediaâ ĂŒberzeugte die Jury eine ausfĂŒhrliche
taz-Recherche zu einer DDoS-Attacke auf die Zeitung am 23. Februar 2025 â
dem Tag der letzten Bundestagswahl.
Solche Angriffe sind keine EinzelfÀlle: Redaktionen, aber auch FlughÀfen,
KrankenhÀuser, Behörden oder Parteien stehen in Deutschland tÀglich unter
digitalem Beschuss. Wie hÀufig solche Angriffe tatsÀchlich stattfinden,
wird jedoch selten öffentlich gemacht â nicht zuletzt, um keine Nachahmer
zu motivieren.
Die taz hat sich dennoch bewusst dafĂŒr entschieden, die Attacke transparent
aufzuarbeiten. Denn es handelte sich um einen gezielten Angriff auf die
Zeitung â und damit auch auf die Pressefreiheit. Die taz-Redakteur*innen
Anne Fromm und Jean-Philipp Baeck konnten gemeinsam mit IT-Kollege Pierre
van Dinh die Spur der Attacke zurĂŒckverfolgen, sie fĂŒhrte zu einem
ungarischen Hacker namens âHanoâ.
Nicht nur konkrete Angriffe, auch strukturelle VerÀnderungen stellen den
Journalismus vor neue Herausforderungen. Welche Rolle spielen Algorithmen
fĂŒr die Zukunft der Medien? Mit dieser Frage beschĂ€ftigt sich der in der
Sonderkategorie âJunger Journalismusâ ausgezeichnete Text âDie
Ich-Geschichteâ. Im Mittelpunkt steht eine Person, die beide Welten
bedient, die Influencer-Onlinewelt und die Journalismus-Welt.
Die taz-Redakteurinnen Ann-Kathrin LeclĂšre und Alice von Lenthe gehen im
Text der Frage nach, ob Medien fĂŒr neue Formen des Journalismus, etwa durch
sogenannte Newsfluencer auf Social Media, gewappnet sind.
Dieser Text zur Zukunft des Journalismus war die Titelgeschichte der ersten
wochentaz-Ausgabe nach der Seitenwende â einem Meilenstein im digitalen
Wandel der taz. Seit dem 20. Oktober 2025 erscheint die tÀgliche Ausgabe
der taz nur noch digital. FĂŒr dieses neue Konzept wurde die taz zudem mit
dem European Digital Publishing Award in der Kategorie âBusiness Modelâ
ausgezeichnet. Dass dieser Wandel gelungen ist, hat auch mit der
Transparenz der taz zu tun: Ăber Jahre hat sie offen mit Leser*innen und
Genoss*innen ĂŒber die Notwendigkeit der Seitenwende gesprochen â und so
Vertrauen geschaffen, das den Schritt ins Digitale erst möglich machte.
Transparenz gewinnt. Katrin Gottschalk, Chefinnenredaktion
4 May 2026
## AUTOREN
(DIR) Katrin Gottschalk
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