# taz.de -- Schüsse bei Dinner des US-Präsidenten: Präsident Trump unverletzt
       
       > Ein Schütze durchbricht die Sicherheitsschleuse zum Correspondents’
       > Dinner, Schüsse fallen. Wie er sich Zutritt verschaffte und wieso, ist
       > bisher ungeklärt.
       
 (IMG) Bild: Polizei ermittelt am 25. April am Wohnort des mutmaßlichen Schützen
       
       dpa/afp | Es hätte ein festlicher Abend in der US-Hauptstadt Washington
       werden sollen – und endete in einer Schießerei. Ein schwer bewaffneter Mann
       will sich Zutritt zum White House Correspondents’ Dinner in Washington
       verschaffen, rennt durch die Sicherheitsschleuse – und wird gerade noch von
       Einsatzkräften gestoppt. Neben US-Präsident Donald Trump waren auch First
       Lady Melania und etliche Kabinettsmitglieder anwesend. Von den Gästen wird
       niemand verletzt, ein Sicherheitsbeamter wird angeschossen.
       
       Der US-Präsident und seine Frau Melania wurden rasch von Sicherheitskräften
       abgeschirmt und aus dem Hilton-Hotel in Sicherheit gebracht. Auch
       Vizepräsident J. D. Vance und alle anderen beteiligten Kabinettsmitglieder
       überstanden den Vorfall nach Trumps Angaben unversehrt. An Trumps Tisch
       hatte auch seine hochschwangere Pressesprecherin Karoline Leavitt gesessen,
       die sich am Freitag in den Mutterschutz verabschiedet hatte.
       
       ## Was über die Tat bekannt ist
       
       Nach bisherigen Erkenntnissen stürmte der Angreifer gegen halb neun am
       Abend durch eine Zugangsschleuse des [1][Secret Service] und lieferte sich
       einen Schusswechsel mit Sicherheitsbeamten. Trump postete ein Video in den
       sozialen Medien, das den mutmaßlichen Täter zeigt, wie er im Vollsprint an
       den Beamten vorbeirennt, ehe diese das Feuer eröffnen.
       
       Bewaffnet war der Mann mit Schrotflinte, Handfeuerwaffe und mehreren
       Messern. Ein Beamter des Secret Service wurde Trump zufolge von mindestens
       einer Kugel getroffen und durch seine Schutzweste gerettet. „Ich habe
       gerade mit dem Beamten gesprochen, und es geht ihm gut“, sagte Trump bei
       einer Pressekonferenz im Weißen Haus.
       
       In der Pressekonferenz kurz nach dem Vorfall sagte Trump, der Schütze habe
       „mehrere Waffen“ bei sich gehabt und sei ein „Möchtegern-Mörder“. Der
       US-Präsident fügte hinzu, nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden und
       seiner Ansicht nach sei der Schütze ein „einsamer Wolf“, also ein
       Einzeltäter.
       
       Der Hintergrund der Tat war zunächst unbekannt. Trump sagte, der Vorfall
       werde ihn nicht davon abhalten, „den Krieg im Iran zu gewinnen“. „Ich weiße
       nicht, ob das irgendetwas damit zu tun hatte, ich denke wirklich, dass es
       nicht so ist, auf Grundlage dessen, was wir wissen“, fügte der Präsident
       hinzu. Wenige Minuten zuvor hatte er allerdings gesagt, man könne „nie
       wissen“, ob die Tat nicht mit dem Krieg der USA gegen Iran zusammenhänge.
       
       ## Angreifer festgenommen
       
       Der Angreifer wurde festgenommen, ohne von Kugeln getroffen worden zu sein.
       Auf einem Foto war zu sehen, wie bewaffnete Einsatzkräfte eine am Boden
       liegende Person umringen. Trump zufolge kommt der Mann aus Kalifornien.
       „Und er ist ein kranker Mensch, ein sehr kranker Mensch.“ Mehreren
       Medienberichten zufolge ist der mutmaßliche Täter 31 Jahre alt. Offizielle
       Angaben zur Identität des Täters gab es zunächst nicht.
       
       Sowohl Trump als auch die Sicherheitsbehörden gehen nach ersten
       Erkenntnissen davon aus, dass es sich um einen Einzeltäter handelt. Das
       Motiv der Tat bleibt indes völlig unklar. Danach gefragt, ob er einen
       Zusammenhang mit dem Irankrieg sehe, sagte Trump: „Ich glaube es nicht.
       Aber man kann es nie wissen.“
       
       Der Angreifer, der zur Untersuchung ins Krankenhaus kam, wurde inzwischen
       verhört. Am Montag soll er einem Richter vorgeführt werden.
       
       ## „Wir müssen unsere Differenzen beilegen“
       
       Unter dem Eindruck des Geschehens war Trump sichtlich gezeichnet vor die
       Presse getreten. „Angesichts der Ereignisse dieses Abends rufe ich alle
       Amerikaner dazu auf, sich von Herzen dafür einzusetzen, unsere Differenzen
       friedlich beizulegen“, sagte er. „Wir müssen … wir müssen unsere
       Differenzen beilegen.“
       
       Das traditionsreiche White House Correspondents’ Dinner hatte gerade erst
       begonnen, die Gäste waren bei ihrer Vorspeise, als auf einmal Tumult
       ausbrach im Saal. „Runter, runter“, tönte es durch den Raum. Minutenlang
       verharrten die Gäste auf dem Boden, duckten sich unter die Tische – einige
       sichtlich unter Schock.
       
       Als sie sich wieder aufrichteten, war der Ehrentisch, an dem kurz zuvor
       unter anderem Donald und Melania Trump, Vizepräsident J. D. Vance und
       Regierungssprecherin Karoline Leavitt Platz genommen hatten, bereits leer.
       Schwer bewaffnete Sicherheitskräfte standen im Raum, in dem zunächst von
       einem nicht näher definierten Schusswaffenvorfall die Rede war. Reporter,
       die nah an den Saaltüren platziert waren, berichteten von mehreren lauten
       Geräuschen.
       
       ## Trump und Veranstalter fordern Neuauflage der Gala
       
       Mehrmals wird angekündigt, dass das Gala-Programm gleich weitergehen soll,
       auch Trump fordert dies in einem Post direkt nach dem Angriff. Doch dazu
       kommt es nicht. Stattdessen verkündet die Vorsitzende der
       Journalisten-Vereinigung, Weijia Jiang, dass Trump in 30 Minuten im Weißen
       Haus eine Pressekonferenz geben werde. „Das ist kein Scherz“, sagt sie
       unter ausbrechendem Gelächter. Wenig später kommen dann Trump und mehrere
       Kabinettsmitglieder mit vielen der anwesenden Journalisten im Briefing-Raum
       des Weißen Hauses zusammen – alle noch in Abendgarderobe.
       
       Laut Angaben der Sicherheitsbehörden war der Täter Gast im Hilton Hotel, in
       dem das Dinner stattfand. Um ins Hotel zu kommen, mussten Gäste noch keine
       Sicherheitsschleuse passieren. Erst wenn sie in den Ballsaal wollten, wo
       das Dinner stattfand, wurden ihre Taschen gecheckt und alle durch eine
       Schleuse geführt.
       
       ## Nicht der erste Vorfall im Hilton-Hotel
       
       Der Vorfall im Hilton Hotel weckt düstere Erinnerungen an einen blutigen
       Vorfall vor 45 Jahren. Seinerzeit wurde dort ein Attentat auf den damaligen
       Präsidenten Ronald Reagan verübt, das er schwer verletzt überlebte.
       
       Trump selbst war im Juli 2024 während des Wahlkampfes für seine zweite
       Amtszeit knapp einem Attentat entgangen, als ihn im Bundesstaat
       Pennsylvania ein 20 Jahre alter Schütze äußerst knapp verfehlte. Die Kugel
       verletzte Trump damals nur leicht am Ohr. Ein Zuschauer starb, der Schütze
       wurde vom Secret Service erschossen.
       
       [2][Mitte September 2024] ereignete sich ein weiterer Zwischenfall, als
       sich am Rand von Trumps Golfplatz ein Mann mit einem Gewehr im Gebüsch
       versteckte. Der 58-Jährige wurde festgenommen und später wegen versuchten
       Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.
       
       Nach eigenen Angaben will Trump sein Dinner in einem Monat nachholen. Die
       Organisatoren hatten zunächst ihre Absicht erklärt, die Veranstaltung
       fortzusetzen, dann jedoch über ihre Verschiebung informiert.
       
       26 Apr 2026
       
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       Ernst.