# taz.de -- was für eine woche: „Fatalerweise ist konsequente Gegenwehr gegen rechts keine deutsche Qualität“
       
       Konrad Litschko 
       
       Es war im Mai 2024, als in Dresden drei junge Neonazis dem SPD-Politiker
       Matthias Ecke das Jochbein zertrümmerten. Was folgte, war eine Epidemie
       neuer Jungnazigruppen. Zwei dieser Gruppen: Jung & Stark und Deutsche
       Jugend Voran.
       
       Am Mittwoch ließ die Bundesanwaltschaft die Polizei zu einer Großrazzia
       gegen die beiden Gruppen ausrücken. Reichlich spät. Längst konnten sich die
       Gruppen bundesweit ausbreiten, Jugendliche radikalisieren, CSDs bedrohen.
       Auch ihretwegen zeigte rechte Gewalt in letzter Zeit im Bund ein
       Rekordhoch.
       
       Und was macht der Bund? Stellt Projekte gegen Rassismus oder
       Queerfeindlichkeit ein. Weil Familienministerin Karin Prien das Programm
       „Demokratie leben!“ umbauen will – und die Unionsfraktion dieses am
       liebsten einstampfen. Dabei zeigt das Jungnazinetzwerk, wie wichtig
       Prävention ist. Und wie überfällig ein konsequentes Vorgehen gegen andere
       Anstachler wie Der III. Weg oder die AfD ist, die in Sachsen-Anhalt in
       Umfragen nun bei 41 Prozent liegt. Denn das Problem Rechtsextremismus ist
       weit größer. Fatalerweise ist konsequente Gegenwehr keine deutsche
       Qualität. Im Fall Matthias Ecke gibt es einen Prozess gegen seine Angreifer
       bis heute nicht.
       
       9 May 2026
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Konrad Litschko
       
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