# taz.de -- Fusion der Filmkonzerne: Hollywood gegen Warner-Bros.-Übernahme durch Paramount
> In einem offenen Brief wenden sich prominente Schauspieler:innen
> gegen die geplante Übernahme. Sie verweisen auch auf die politische
> Dimension.
(IMG) Bild: Aus dem heiligen Wald schallt es Widerworte in Richtung des überragenden Berges
Die Megafusion der beiden US-Filmkonzerne Paramount Skydance und Warner
Bros. stößt in Hollywood auf Widerstand: Mehr als tausend in der
Filmbranche Tätige, darunter Leinwandstars wie Jane Fonda und Joaquin
Phoenix, unterzeichneten einen am Montag (Ortszeit) veröffentlichten
offenen Brief gegen die geplante Warner-Übernahme durch Paramount.
Die Fusion verstärke die Konzentration in der Unterhaltungsbranche weiter,
es gäbe dann nur noch vier große US-Filmstudios, heißt es in dem offenen
Brief. Dies würde „den Wettbewerb in einer Zeit verringern, in der unsere
Branchen und das Publikum, dem wir dienen, sich das am wenigsten leisten
können“.
Die Folgen wären laut dem Schreiben „weniger Möglichkeiten für Kreative,
weniger Jobs rund um das Produktionsökosystem, höhere Kosten und weniger
Auswahl für das Publikum in den USA und weltweit“.
Paramount Skydance will für 111 Milliarden Dollar (94,8 Milliarden Euro)
Warner Bros. übernehmen, das unter anderem Kassenschlager wie die „Harry
Potter“- und [1][„Herr der Ringe“-Filme] sowie die Erfolgsserie „Game of
Thrones“ produziert hat. [2][Das Übernahmeangebot umfasst auch die zu
Warner Bros. gehörenden Fernsehsender, darunter den Nachrichtensender CNN].
## Fusion schlecht für Filmproduktion und Demokratie
Die Beschäftigten in der Filmbranche fürchten, dass der Zusammenschluss von
zwei großen Filmstudios zu umfassenden Sparmaßnahmen führt, zumal Paramount
Skydance einen sehr hohen Kaufpreis gegenfinanzieren muss. Dies dürfte sich
nicht nur auf Schauspieler und Regisseure, sondern auch auf die zahlreichen
anderen Menschen auswirken, die an Filmen mitwirken, wie Masken- und
Bühnenbildner, Fahrer, Caterer oder Floristen.
Die Unterzeichner des Protestbriefs beklagen, dass wegen vorheriger
Fusionen die Zahl der produzierten Filme bereits deutlich zurückgegangen
sei. Zugleich verwiesen sie auf die politische Dimension der geplanten
Fusion. „Wettbewerb ist wesentlich für eine gesunde Wirtschaft und eine
gesunde Demokratie“, heißt es in dem offenen Brief. Dies gelte auch für
seine Regulierung.
[3][In dem Bieterwettkampf um Warner Bros. hat Paramount Skydance den
Streamingdienst Netflix überboten]. Es wird davon ausgegangen, dass
US-Präsident Donald Trump die Übernahme durch Paramount Skydance
unterstützt. Dessen Chef David Ellison sowie dessen Vater Larry Ellison,
seinerseits Chef des Softwareanbieters Oracle, sind Unterstützer des
republikanischen Präsidenten. Netflix-Mitgründer Reed Hastings gilt
hingegen als einer der größten Spender der oppositionellen Demokraten.
Paramount Skydance versuchte am Montag, die Sorgen in der Filmbranche zu
zerstreuen. Das Unternehmen erklärte, es stehe zu seiner Zusage, mindestens
30 qualitativ hochwertige Spielfilme pro Jahr zu produzieren und in die
Kinos zu bringen. „Paramount fühlt sich weiter zutiefst dem Talent
verpflichtet, und diese Fusion stärkt sowohl die Auswahl für den
Konsumenten als auch den Wettbewerb und schafft größere Möglichkeiten für
Kreative, Publikum und das Umfeld, in dem sie leben und arbeiten“, hieß es.
(afp)
14 Apr 2026
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