# taz.de -- Umstrittene Streubomben: Nordkorea will Streumunition getestet haben
       
       > Pjöngjang behauptet, mehrere neue Waffensysteme getestet zu haben.
       > Unterdessen ist Chinas Außenminister Wang Yi nach Nordkorea aufgebrochen.
       
 (IMG) Bild: Ein Fernsehbildschirm im Bahnhof von Seoul zeigt ein Archivbild eines nordkoreanischen Raketenstarts
       
       dpa Nordkorea hat bei jüngsten Raketenstarts nach eigenen Angaben mehrere
       neue Waffensysteme getestet. Unter den in dieser Woche abgefeuerten
       Geschossen seien auch mit Streumunition bestückte ballistische Raketen
       gewesen, berichtete Nordkoreas staatliche Nachrichtenagentur KCNA.
       Ebenfalls habe Nordkorea Graphitbomben und elektromagnetische Waffen
       getestet – beides sind [1][Waffensysteme], mit denen elektrische
       Infrastruktur lahmgelegt werden soll, etwa die Stromversorgung. Nordkoreas
       Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.
       
       Am Mittwoch hatte Südkoreas Militär mehrere Raketenstarts aus Nordkorea
       registriert, darunter ballistische Kurzstreckenraketen mit einer
       Flugdistanz von etwa 240 bis 700 Kilometern. Nordkorea ist es gemäß
       Resolutionen des UN-Sicherheitsrats grundsätzlich untersagt, ballistische
       Raketen abzufeuern.
       
       Als Streumunition werden Waffensysteme bezeichnet, die innerhalb der Luft
       aufbrechen und viele kleine Sprengkörper über ein großes Gebiet freisetzen.
       Wegen der flächenmäßig großen Streuung und den damit verbundenen
       verheerenden Konsequenzen für die Zivilbevölkerung sind Streubomben
       international geächtet. Zudem gibt es bei Streumunition eine hohe
       Blindgängerrate. Seit 2010 ist mit dem sogenannten Oslo-Übereinkommen eine
       völkerrechtlich bindende Konvention zum Verbot von Streubomben in Kraft
       getreten. Nordkorea ist nicht Teil des Abkommens. Zuletzt setzte auch der
       Iran bei Angriffen auf Israel Streumunition ein.
       
       [2][China] kündigte unterdessen einen heute beginnenden Besuch von
       Außenminister Wang Yi im Nachbarland Nordkorea an. China sei zu mehr
       Austausch mit Pjöngjang bereit, hieß es.
       
       9 Apr 2026
       
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