# taz.de -- Studie zu Lichtverschmutzung: Nachthimmel in Asien wird immer heller
       
       > Immer mehr künstliche Lichtquellen verhindern weltweit natürliche
       > Dunkelheit. Ausgerechnet Europa zeigt, dass das keine unumkehrbare
       > Entwicklung ist.
       
 (IMG) Bild: Immer mehr künstliches Licht auf der Erde: Das Bild kombiniert tägliche Satellitenbilder, die über Jahrzehnte genommen wurden
       
       dpa/taz | Die künstliche Beleuchtung auf der Erde hat in den vergangenen
       Jahren deutlich zugenommen – wesentlich schneller als die Weltbevölkerung.
       Von Anfang 2014 bis Ende 2022 stiegen die Lichtemissionen einer Studie
       zufolge weltweit um 16 Prozent – die Erdbevölkerung wuchs in diesem
       Zeitraum nur um grob 10 Prozent.
       
       Die Aufhellung des Nachthimmels durch künstliche Lichtquellen ist ein schon
       länger beforschtes Phänomen. Denn sie [1][beeinträchtigt Mensch, Tier und
       Umwelt,] stört den Biorhythmus, gefährdet nachtaktive Tiere und behindert
       astronomische Beobachtungen.
       
       Allerdings war die Entwicklung nicht einheitlich, wie eine internationale
       Forschungsgruppe [2][in der Fachzeitschrift Nature berichtet:] Während die
       Lichtemissionen in einigen Regionen insgesamt um 34 Prozent zunahmen, waren
       sie anderenorts um 18 Prozent rückläufig.
       
       Das Team um Zhe Zhu von der University of Connecticut in Storrs stützt sich
       auf die Analyse von insgesamt 1,16 Millionen Satellitenaufnahmen der
       US-Weltraumbehörde Nasa. Die Autoren nutzten für ihre Analyse tägliche
       [3][Satellitenaufnahmen der Nasa].
       
       ## Lichtverhältnisse liefern viele Infos
       
       Besonders stark nahm die nächtliche Beleuchtung in Asien zu. Auf nationaler
       Ebene gab es in China und Indien die größten Veränderungen, wenn auch nicht
       landesweit einheitlich. „In China konzentriert sich die Aufhellung auf die
       östlichen und zentralen Regionen, bedingt durch Verstädterung und
       industrielle Aktivität“, schreiben Zhu und Kollegen.
       
       Insbesondere in Europa ging dagegen die nächtliche Beleuchtung zurück. „Das
       ist das Ergebnis eines umfassenden technologischen Wandels von älteren,
       weniger effizienten Beleuchtungssystemen hin zu neueren LED-Systemen,
       Maßnahmen zur Reduzierung von Lichtverschmutzung und Energieverbrauch sowie
       umfassenderer nationaler und [4][EU-weiter Vorgaben zur Energieeffizienz]“,
       heißt es in der Studie.
       
       Die präzise Datenanalyse zeigt den Forschern zufolge, dass Veränderungen in
       der künstlichen Beleuchtung sehr verschiedene Ursachen haben können – etwa
       den Ausbau von Siedlungen, Naturkatastrophen, bewaffnete Konflikte, das
       Einrichten und Abschalten von Gasfackeln in Zusammenhang mit der
       Erdgasförderung.
       
       Das Team plädiert dafür, die nächtliche Lichtintensität als Hinweis auf die
       sozioökonomische Entwicklung eines Landes zu werten. Veränderungen der
       Beleuchtung könnten auf einen raschen technologischen Wandel hindeuten,
       aber auch auf politische Eingriffe oder wirtschaftliche Instabilität.
       
       8 Apr 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Zu-viel-Licht-und-kaum-Schutz/!6088182
 (DIR) [2] https://www.nature.com/articles/s41586-026-10260-w
 (DIR) [3] https://www.earthdata.nasa.gov/data/projects/black-marble
 (DIR) [4] /Studie-der-OECD/!6093632
       
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