# taz.de -- Süd-Ost-Galerie in Oberschöneweide: Wie eine neue East-Side-Gallery
> Die im März eröffnete Süd-Ost-Galerie in Oberschöneweide verschönert das
> Stadtbild und verbindet Anwohner, mit lokalen und internationalen
> Künstlern.
(IMG) Bild: Das erste Werk an der Wand stellt das Projekt „In The Mix“ vor. Künstler-Credits: Akte One feat. Cren
Geschliffene Diamanten und Erdbeeren füllen eine blau gepunktete Schüssel,
um die herum Obst, Gemüse und eine Sanduhr verteilt sind, eine Hand greift
nach einer Erdbeere.
Nur wenige Schritte weiter steht man plötzlich vor einer knalligen
Karikatur von Schafen mit lila Augenlidern und verwirrten Blicken. Oder vor
riesigen Superhelden und Werken im Comic-Stil. Jedes Stück Wand bietet ein
ganz neues Graffiti-Erlebnis. Hier in Oberschöneweide können diese Werke in
der Süd-Ost-Galerie entlang des Grenzweges bewundert werden, die die Kunst
von über 20 Graffitiartists auf mehr als 450 Metern zeigt.
Die Kleingartenkolonien links und rechts der Minna-Todenhagen-Straße werden
von der großen, dunkelgrauen Schallschutzmauer von der Straße abgeschirmt,
deren tristen Anblick die Kleingarteninhaber*innen leid waren. Die
Lösung? Eine riesige Graffitiwand.
Das Projekt [1][„Akte One and Friends – In The Mix“] des Berliner Künstlers
Akte One diente der Umgestaltung der Wand, um den Kleingartenbesitzenden
einen schöneren Anblick anzubieten. Die Wand wurde in einem knappen Jahr
fertiggestellt, gesprüht wurde von Ende Juli bis zum vierten Advent. Seit
dem 14. März ist die Galerie offiziell eröffnet. Nun ist die
Schallschutzmauer eine kunterbunte Open-Air-Galerie, die eine Vielfalt an
Stilen und Künstlern zusammenbringt.
Die Wand besteht aus drei Abschnitten. Der mittlere Teil stellt das
zentrale Projekt „In The Mix“ dar, in dem 15 verschiedene Konzeptwerke von
15 Künstlern zu sehen sind. Alle sind in Stil und Thema unterschiedlich, es
gibt viel zu entdecken. Laut Akte One haben die Künstler an jedem
Konzeptbild durchschnittlich 3 Tage gesprüht. Links und rechts der
Mittelwand gibt es zwei Bereiche, die von Street-Graffiti-Leuten aus der
Gegend designt wurden, um die Wand authentisch zu halten und die lokale
Szene zu präsentieren.
## Keine Sponsoren
Die Gestaltung der Wand war ursprünglich ein Solovorhaben von Akte One, der
dann aber das Konzept für „In The Mix“ entwickelte. So wurde das Projekt zu
einer großen Koproduktion von klassischen Graffitiwritern, Akte One und
internationalen Gastkünstlern. Insgesamt waren mehr als 20 Künstler an der
Süd-Ost-Galerie beteiligt. Das Projekt wurde schnell zu einem
Sozialraumprojekt, dass Künstler und Anwohner*innen in engen Kontakt
brachte.
Ohne Sponsoren war „In The Mix“ auf Spenden der Sprühdosenmarke Molotow und
privater Maler angewiesen, die etwa die Hälfte der Dosen sowie Wandfarbe
zur Verfügung stellten. Der Rest kam aus den Taschen der Künstler.
Bezahlung gab es keine, dafür kann man im Buch „In The Mix“ über die
Künstler, die Konzeptwände, Arbeit und Vorbereitung lesen und per QR-Code
auf Making-of-Videos zugreifen.
Auch am Vormittag des windigen Ostermontags, einen knappen Monat nach der
Eröffnung der Süd-Ost-Galerie, sind Besucher unterwegs, um die Straßenkunst
zu bewundern. Ältere Paare spazieren den Grenzweg entlang und machen Fotos,
eine Familie auf einem Fahrradausflug macht halt, vereinzelt sind auch
jüngere Menschen zu sehen. Auf der gegenüberliegenden Seite ist niemand
unterwegs. Kein Wunder, ohne die kunterbunte Galerie ist das Stückchen
Straße ein bedrückend leerer und grauer Ort.
Die Autorin (18) ist Schülerpraktikantin bei der taz
10 Apr 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://akteone.de/inthemix-projekt-qr-deutsch/
## AUTOREN
(DIR) Mila Kassem
## TAGS
(DIR) Kunst im öffentlichen Raum
(DIR) Graffiti
(DIR) Nachbarschaft
(DIR) Schwerpunkt Stadtland
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