# taz.de -- was für eine woche: „Für den EU-Beitritt, auf den Selenskyj hofft, wird Merz sich nicht mit Verve einsetzen“
       
       Tanja Tricarico 
       
       In Sachen Friedensverhandlungen ist im Ukrainekrieg derzeit nicht viel zu
       holen. Wir befinden uns im Jahr 5 der russischen Vollinvasion, Solidarität
       bröckelt international, Aufmerksamkeit schwindet. Der eratische
       US-Präsident hat es erfolgreich geschafft, dass die Welt nur noch über die
       Straße von Hormus spricht oder über seine blasphemische Jesus-Imitation.
       Wolodymyr Selenskyj, ukrainischer Präsident im Ausnahmezustand, und der
       deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz, ebenfalls in einer Art
       Ausnahmezustand, übten sich in dieser Woche in neuer Normalität und trafen
       sich [1][nach rund 20 Jahren erstmals wieder zu deutsch-ukrainischen
       Regierungskonsultationen.] Es ging um ein gemeinsames Kulturjahr,
       Städtepartnerschaften, Wirtschaftsprojekte. Zur neuen Normalität gehört
       natürlich auch der Krieg: Also beeindruckten sich beide gegenseitig mit
       einer Drohnenschau. Win-win für alle. Die Bundeswehr soll von der
       Technologie profitieren, die Ukraine bekommt weitere Rüstungspakete. Für
       den EU-Beitritt, auf den Selenskyj hofft, wird Merz sich eher nicht mit
       Verve einsetzen. Dabei wäre der doch ein echtes Ziel für nachhaltigen
       Widerstand gegen Diktatoren. Merz setzt lieber darauf, dass wehrfähige
       Ukrainer recht bald in das Land im Krieg zurückkehren.
       
       18 Apr 2026
       
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