# taz.de -- was für eine woche: „In Ungarn sekundierte Vance seinem und Trumps gutem Freund Viktor“
       
       Barbara Oertel 
       
       Viktor Orbán muss die Donau bis zum Hals stehen. Bei der Parlamentswahl an
       diesem Sonntag gibt es erstmals eine realistische Chance, die Ära des seit
       2010 regierenden selbst ernannten „illiberalen Demokraten“ zu beenden. Laut
       einer Umfrage könnte die Oppositionspartei Tisza sogar auf eine
       Zweidrittelmehrheit zusteuern.
       
       Anfang der Woche sollte es dann J. D. Vance bei einer Stippvisite in
       Budapest richten. Der US-Vizepräsident hatte bereits auf der Münchner
       Sicherheitskonferenz 2025 vielen europäischen Staaten massive
       Demokratiedefizite attestiert und die Masseneinwanderung zum größten
       Problem des Kontinents erklärt. Jetzt sekundierte Vance seinem und Trumps
       guten Freund Viktor, indem er äußere Einmischung anprangerte und über
       bevormundende Brüsseler Bürokraten, illegale Migrant*innen und
       feministische Gender-Ideologie herzog – Orbán-Rhetorik vom Feinsten. Ob
       diese Wahlkampfhilfe auf fruchtbaren Boden fällt – wohl kaum. Aber es gibt
       ja andere Möglichkeiten. Eine Niederlage nicht anerkennen, weil der Sieg
       gestohlen worden sei. Oder vielleicht ein kleiner Sturm auf das Budapester
       Parlament? Derzeit ist nichts mehr unmöglich – traurig, aber wahr.
       
       11 Apr 2026
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Barbara Oertel
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA