# taz.de -- Am Palmsonntag in Jerusalem: Kirchenvertreter Zutritt zu Grabeskirche verwehrt
       
       > Der höchste katholische Vertreter in Jerusalem wird von israelischen
       > Polizisten an der Messe zum Palmsonntag gehindert. Darauf folgt scharfe
       > Kritik aus Italien.
       
 (IMG) Bild: Darf am Palmsonntag nicht in die Grabeskirche: Kardinal Pierbattista Pizzaballa
       
       dpa | Der höchste Vertreter der katholischen Kirche im Heiligen Land,
       Kardinal Pierbattista Pizzaballa, ist von der israelischen Polizei am
       Zugang zur Grabeskirche in der Altstadt von Jerusalem gehindert worden. Der
       Italiener Pizzaballa habe in der Kirche die traditionelle Messe zum
       Palmsonntag feiern wollen, sei aber von israelischen Polizisten angehalten
       und zur Umkehr aufgefordert worden, teilte das Lateinische Patriarchat von
       Jerusalem mit.
       
       Mit ihm sei zudem der Kustos im Heiligen Land, Francesco Ielpo, gewesen.
       Der Franziskaner ist der oberste Wächter der heiligen Stätten,
       einschließlich der Grabeskirche. Das Lateinische Patriarchat von Jerusalem
       bezeichnete den Vorfall als „schwerwiegenden Präzedenzfall“, der die
       Gefühle von zahlreichen Menschen weltweit missachte, die in dieser Woche
       nach Jerusalem blicken.
       
       Der Palmsonntag bildet den Auftakt der Karwoche, in der Christen an das
       Leiden und Sterben von Jesus Christus und schließlich an seine Auferstehung
       an Ostern erinnern. Am Palmsonntag tragen Gläubige traditionell Oliven- und
       Palmzweige, um daran zu erinnern, wie die Menschen Jesus Christus bei
       seinem Einzug in Jerusalem vor seiner Kreuzigung mit Palmwedeln zujubelten.
       
       ## Polizei beruft sich auf Sicherheitsbedenken
       
       Die israelische Polizei betonte in einer Mitteilung, dass alle heiligen
       Stätten in der Altstadt von Jerusalem aus Sicherheitsgründen wegen des
       Irankriegs derzeit geschlossen seien. Vor allem solche, die „nicht über
       standardmäßige Schutzräume verfügen, um die öffentliche Sicherheit zu
       gewährleisten“. Eine Anfrage von Pizzaballa sei am Vortag geprüft und ihr
       in Übereinstimmung mit den Schutzmaßnahmen des Zivilschutzes nicht
       stattgegeben worden.
       
       Das Gebiet in der Altstadt sei bei Notfällen schwer für Rettungskräfte zu
       erreichen, was ein „reales Risiko für Menschenleben“ darstelle. Die
       Religionsfreiheit bleibe dennoch weiterhin gewahrt, jedoch unter den
       notwendigen Einschränkungen, hieß es von der Polizei weiter.
       
       ## Italien will Israels Botschafter einberufen
       
       Das Lateinische Patriarchat betonte jedoch, Pizzaballa und Ielpo hätten
       sich an alle seit Beginn des Kriegs auferlegten Beschränkungen gehalten.
       Sie seien „privat und ohne jegliche Merkmale einer Prozession“, wie
       eigentlich am Palmsonntag üblich, unterwegs zur Kirche gewesen, hieß es in
       der Mitteilung.
       
       Aus Pizzaballas Heimatland gab es scharfe Kritik an dem Vorfall. Italiens
       Ministerpräsidentin Giorgia Meloni erklärte, der verhinderte Zutritt für
       Pizzaballa und Ielpo stelle eine „Beleidigung nicht nur für die Gläubigen,
       sondern für jede Gemeinschaft dar, die Religionsfreiheit anerkennt“.
       Außenminister Antonio Tajani kündigte an, den israelischen Botschafter in
       Italien am Montag in sein Ministerium einzuberufen, „um Klarheit über die
       Entscheidung zu erhalten“.
       
       29 Mar 2026
       
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