# taz.de -- Hausprojekt in Berlin-Neukölln: Die Brauni muss raus
> Das Hausprojekt in der Braunschweiger Straße hat einen jahrelangen
> Gerichtsprozess verloren. Grund für die Niederlage sind auch interne
> Streitereien.
(IMG) Bild: Braunschweiger Straße in Neukölln
„Für solidarische Kieze – Brauni bleibt“. Diese Parole prangte lange auf
einem Transparent, das an der Hausfassade der Braunschweiger Straße 53/55
in Neukölln angebracht war. Das Banner ist mittlerweile ebenso verschwunden
wie die Hoffnung, das Hausprojekt zu erhalten. Denn vor Kurzem haben die
Bewohner*innen den [1][seit Jahren laufenden Gerichtsprozess] verloren.
„Wir sind traurig und wütend – und doch wird es leider keine andere
Möglichkeit geben, als das Gebäude im August 2026 vollständig geräumt dem
Eigentümer zu übergeben“, fasst ein Mitglied des Hausprojekts gegenüber der
taz das ernüchternde Resultat zusammen. Mit Namen will keine*r der
Beteiligten in der Zeitung stehen. Denn die Niederlage vor Gericht hat
seine Gründe auch in Konflikten zwischen alten und neuen Bewohner*innen.
Das Hausprojekt wurde 2010 von 44 Personen gegründet. 8 hatten den
Mietvertrag unterzeichnet. „Von ihnen wohnt heute niemand mehr in dem Haus.
Trotzdem sind sie rechtlich immer noch Hauptmieter*innen und tragen die
volle Verantwortung für das Gebäude“, erzählt einer der ehemaligen
Hausbewohner*innen.
Die Hauptmieter*innen wollten aus dem Mietvertrag ausscheiden und die
Verantwortung den neuen Bewohner*innen übertragen. Damit war der
jetzige Eigentümer, die Mat-X Immobilien GmbH, nicht einverstanden, obwohl
im Vertrag ein solcher Mieter*innenwechsel ausdrücklich vereinbart
war. Darauf verklagten die Altmieter*innen den Eigentümer auf
Zustimmung zur Übergabe des Mietvertrags an die neuen Mieter*innen.
## Mietschulden als Kündigungsgrund
Anfangs sah es für die Bewohner*innen recht positiv aus. So folgte das
Gericht ihrer Argumentation, dass es sich bei der 2010 geschlossenen
Vereinbarung um einen Wohnmietvertrag handelt. Die Anwält*innen der
Eigentümergesellschaft sprachen von einem Gewerbemietvertrag, was die
Kündigung der Mieter*innen erleichtert hätte.
Dass das Hausprojekt jetzt trotzdem verloren hat, liegt an Mietschulden der
aktuellen Bewohnerschaft. „Es ging um zwei zu spät gezahlte Mieten“, sagt
der Ex-Bewohner zur taz. Nachdem das Gericht deutlich gemacht hatte, dass
es sich dabei um Kündigungsgründe handelt, stimmten die rechtlich
verantwortlichen ehemaligen Bewohner*innen einem Vergleich zu, der
einen Auszug bis August vorsieht.
Damit sind die Auseinandersetzungen zwischen alten und neuen
Mieter*innen aber nicht beendet. „Einige der jetzigen Bewohner*innen
werfen uns vor, wir seien unsolidarisch, weil wir uns auf den Vergleich
eingelassen haben“, sagt einer der ehemaligen Bewohner*innen. Die haften
nun auch für die Umsetzung des Vergleichs. „Wird der Räumungstermin nicht
eingehalten, könnten Kosten auf uns zukommen, die wir nicht tragen können
und wollen“, sagt er. Mit einem [2][Unterstützungsaufruf] sammeln sie schon
jetzt Geld für diese finanziellen Belastungen. „Seid einfach solidarisch
mit einem linken Projekt, auch wenn es nach vielen Jahren am Ende leider
gescheitert ist“, so ihre die Botschaft.
24 Mar 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Linkes-Hausprojekt-Brauni/!6047255
(DIR) [2] https://kontrapolis.info/17622/
## AUTOREN
(DIR) Peter Nowak
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